Tipp: Beim saisonalen Räderwechsel an die Reifendruckkontrolle denken

21.10.2002 14:26 Uhr
Reifen

Vorsicht: Bei direkt messenden Reifendruckkontroll-Systemen können die Radsensoren zerstört werden!

Sommerräder demontieren, in den Kofferraum legen oder im Kfz-Betrieb einlagern, neue Winterreifen aufziehen, Winterräder wuchten und montieren - was bisher vergleichsweise einfache Arbeit und sichere Geldquelle war, ist heute kompliziert und kann teuer werden. Die Rede ist von ab Werk vorhandenen oder nachgerüsteten, direkt messenden Reifendruckkontrollsystemen (RDKS). Indirekt messende Systeme nutzen die Signale der ABS-Sensoren (geringerer Druck = geringerer Radius = höhere Raddrehzahl) und stellen somit im Service kein Problem dar. Anders direkt messende RDKS: Ihre Radsensoren sitzen am Ventil (Ab-Werk-) oder im Felgenbett (Nachrüstlösungen) und können bei der Reifen(de)montage zerstört werden. Ist dieser Fallstrick übersprungen, bleibt die Systemkalibrierung, was je nach System unterschiedlich kompliziert ist. Negativ-Spitzenreiter ist das Schrader-System in Fahrzeugen von Citroën, Peugeot und Renault, zu dessen Kalibrierung viel Zeit und ein markenspezifisches Diagnosegerät nötig ist. ASP-Tipps: 1. Fragen Sie Reifenkunden bei der Fahrzeugannahme nach dem Vorhandensein eines RDKS. Dabei gibt es drei Antwortmöglichkeiten.
a) Kunde sagt ja. Dann kennt er die Funktionalität und ist bereit, für noch größere Sorgfalt (höherer Zeitaufwand) und Umrüstung seiner Winterräder auf RDKS Geld auszugeben.
b) Kunde sagt nein. Hier besteht Nachrüstpotenzial. Es gilt, den Kunden mit den richtigen Argumenten zu überzeugen (Sicherheit für sich und andere, geringerer Reifenverschleiß etc.).
c) Kunde weiß es nicht. In diesem Fall ist auf Fahrzeugmarke und -modell sowie auf alufarbene Ventileinsätze, ggf. mit farbigen Ringen, und auf entsprechende Cockpit-Kontrollleuchten (Ab-Werk-) oder Zusatzanzeigen (Nachrüstlösungen) zu achten. Im Negativfall kann auch hier für die RDKS-Nachrüstung argumentiert werden. 2. Holen Sie sich Kompetenz ins Haus - in Form von Hinweisen auf Service-Fallstricke sowie Bezugsmöglichkeiten von Nachrüstlösungen und zusätzlichen Radsensoren. Lesen Sie dazu ASP 10/2002, Sonderheft "Räder & Reifen", ab Seite 16. 3. Demonstrieren Sie die erlangte Kompetenz gegenüber Ihren Kunden. Der Bundesverband Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk hat zwei Poster zu den Themen Reifennotlaufsysteme und RDKS, zwischen denen ein ursächlicher Zusammenhang besteht, gestaltet und bietet sie im Internet (http://www.bundesverband-reifenhandel.de) zum Download an. Oder lassen Sie sich ein unternehmenspezifisches Hinweisposter entwerfen. 4. Legen Sie Sommerräder mit RDKS-Funktionalität nicht in den Kofferraum des Kundenfahrzeugs. Speziell das Beru-System kann mit den Signalen von acht oder neun Sensoren nicht umgehen und muss nach dem Ausladen der Räder neu kalibriert werden. RDKS ist also ein Grund mehr, Kundenräder im Kfz-Betrieb einzulagern. (pd)

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