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Produktpiraterie: Daimler bekämpft den Handel mit gefälschten Teilen

Gefälschte Ersatzteile können ein erhebliches Sicherheitsrisiko sein, wie der deutlich kürzere Bremsweg des weißen Fahrzeugs mit originalen Bremsteilen zeigt.
© Foto: Daimler

Trotz Corona-Pandemie gelang es dem Daimler-Konzern, 2020 mehr als 1,7 Millionen gefälschte Ersatzteile beschlagnahmen zu lassen. Das Unternehmen will künftig den Kampf gegen Produktpiraten weiter verschärfen.


Datum:
09.08.2021
Autor:
fi
Lesezeit: 
4 min
1 Kommentare

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"Produktfälschungen sind nicht nur illegal, sie gefährden auch die Sicherheit und Gesundheit von Autofahrern und anderen Verkehrsteilnehmern", so Daimler. Deshalb hat der Stuttgarter Autokonzern auch im vergangenen Jahr Produktfälschern verstärkt den Kampf angesagt und seine Aktivitäten ins diese Richtung weiter gesteigert. Im Fokus standen dabei vor allem sicherheitsrelevante Produkte wie gefälschte Bremsscheiben oder Räder.

Florian Adt, Leiter Legal Product Intellectual Property: "2020 wurden über 1,7 Millionen gefälschte Daimler-Produkte beschlagnahmt. Wir haben über 550 Razzien initiiert und begleitet. Das ist eine leichte Steigerung im Vergleich zum Jahr davor – trotz der Herausforderungen durch die Pandemie." Aufgrund der weltweiten Lockdowns mussten zahlreiche Razzien aufgeschoben werden, viele zuständige Gerichte stellten kurzzeitig ihre Arbeit ein.

Oft mehr Marge als beim Drogenhandel

Häufig gehen die Produktpiraten mit hoher krimineller Energie vor und erzielen laut einer Studie des Wirtschaftsverbands Unifab oft höhere Margen als im Drogenhandel. "In vielen Fällen lassen organisierte Fälscher ihre Ware unter menschenunwürdigen Bedingungen ohne Rücksicht auf Umweltstandards, Arbeitsschutz oder Menschenrechte produzieren", heißt es in einer offiziellen Verlautbarung von Daimler. Produktfälschungen seien für Laien optisch oft kaum von Originalteilen zu unterscheiden, qualitativ aber meist minderwertig und verfehlten gesetzliche Mindestvorgaben. "Sie stellen deshalb ein erhebliches Risiko für die Gesundheit und Sicherheit der Kunden dar."

138.000 falsche Produkte auf Online-Plattformen

Wegen Corona nahm 2020 der Online-Handel deutlich zu. Das machte diesen Vertriebsweg auch für Fälscher noch interessanter. Florian Adt: "Wir haben unsere Markenschutz-Strategie angepasst und die Maßnahmen gegen Fälschungen im Online-Handel ausgebaut. Insgesamt konnten wir 138.000 gefälschte Produkte von Online-Plattformen entfernen lassen. Das ist etwa dreimal so viel wie im Vergleichszeitraum vor der Pandemie."

Der Bereich Intellectual Property Enforcement ist global aufgestellt und eng vernetzt mit den Zoll- und Strafverfolgungsbehörden. Die Markenschutz-Strategie umfasst die drei Säulen "Aufspüren, Angreifen und Vorbeugen". Die Markenschützer prüfen weltweit verdächtige Angebote auf Online-Plattformen oder Messen und können so Fälscher identifizieren. Typische Alarmsignale sind für sie ein auffällig niedriger Preis, Auffälligkeiten in der Produktqualität oder der Verkauf über dubiose Online-Quellen.

Fälscher-Banden im Visier

Ziel der weltweiten Razzien mit lokalen Behörden sind die großen Fälscher-Netzwerke und die Zerschlagung ihrer Produktions- und Vertriebsstrukturen. Weitere Maßnahmen sind strafrechtliche Verfahren oder Klagen auf Unterlassung, Auskunft und Schadensersatz. Auch bei der Prävention arbeiten die Markenschützer eng mit Zoll und Polizei zusammen. In Trainings und mit Informationsmaterial sensibilisieren sie für die Sicherheitsrisiken und unterstützen bei der Unterscheidung von Originalen und Fälschungen. Das Team leistet nach eigenem Bekunden so "auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit – nicht nur in puncto Sicherheit, sondern zusätzlich mit Blick auf Menschenrechte und Umweltschutz".

Meist erkennt man gefälschte Bremsbeläge bereits an der unsauberen Herstellungsqualität von Belag und Trägerplatte (li.) gegenüber dem Originalteil (r.).
© Foto: Daimler
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KOMMENTARE


Toni Scheuer

09.08.2021 - 21:14 Uhr

Ich finde es absolut richtig, das der Daimler Konzern und hoffentlich auch die anderen diesen Piraterismus verfolgt und dafür Sorge trägt, dss solche Ware nicht in unseren Fahrzeugen verbaut wird. Unsere Industrie forscht,zahlt faire Löhne und hält Umweltauflagen in der Produktion ein.


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