Das Thema Klimaservice beschäftigt die Branche weiter. Nachdem Mercedes-Benz den Ausstieg aus dem als „Killerkältemittel“ gebrandmarkten R-1234yf verkündete, hat sich nun auch der Volkswagenkonzern als größter Hersteller Europas und drittgrößter der Welt gegen das neue Kältemittel ausgesprochen. Der Aufsichtsratsvorsitzende Ferdinand Piëch selbst verkündete, dass das neue Kältemittel bei Volkswagen nicht eingefüllt werde. Und mehr noch: Das einzige wahre Kältemittel sei CO2, denn das brenne garantiert nicht.
Während die einen Hurra schreien und die Entscheidungen der Automobilhersteller als Sieg der Vernunft feiern, reiben sich andere verwundert die Augen und wähnen sich in einem schlechten Film. Dazu dürfte die Firma Behr gehören, die nach übereinstimmender Meinung von Technikexperten bis vor einigen Jahren am weitesten mit der Entwicklung einer CO2-Klimaanlage war. Ihre Entwicklungen legte sie allerdings auf Eis, als der jüngst im Amt bestätigte VDA-Präsident Matthias Wissmann seine Festlegung auf CO2 als Klimakältemittel der Zukunft wieder kassieren musste. Die Augen reiben sich aktuell auch die Hersteller von Klimaservicegeräten.
Denn die haben mit beträchtlichem Aufwand und auf Betreiben deutscher Automobilhersteller R-1234yf-taugliche Klimaservicegeräte entwickelt. Auf denen bleiben sie aktuell sitzen, weil Werkstattunternehmer völlig nachvollziehbar keine Investition in ein Produkt tätigen, von dem sie nicht wissen, ob es überhaupt gebraucht wird.
Es wäre an der Zeit, dass die Automobilhersteller über ihren Verband die Karten auf den Tisch legen und der Branche mitteilen, wie es in Sachen Klimakältemittel weitergehen soll. Das auch in ihrem eigenen Interesse, denn bei den ohnehin zaghaften Autokäufern wirkt das aktuelle Verwirrspiel ums Kältemittel sicher nicht verkaufsfördernd.
Frank Schlieben, asp-Chefredakteur