Neuinterpretation

21.07.2008 12:02 Uhr

Konzeptstudie von Snap-on Equipment

Neuinterpretation

Die Idee einer Radauswuchtmaschine mit schwenkbarer Welle ist nicht neu, bietet aber vor allem bei der Zentrierung des Rades auf dem Flansch erhebliche Vorteile. Die auf der Reifen-Messe präsentierte Studie hat daher viel Zustimmung erhalten.

Die heute zu Snap-on Equipment gehörende Marke Hofmann brachte bereits 1980 die erste Schwenkmaschine geodyna 97 und 1986 die geodyna 100 auf den Markt. Hauptidee war damals, Radauswuchtmaschinen nahtlos in eine sogenannte Räder-Service-Straße, bei der die Räder liegend von Station zu Station befördert wurden, integrieren zu können. Schon damals wurde eine schwenkbare Welle eingesetzt, weil das Auswuchten eines Rades in der Horizontalen wesentlich einfacher ist als in einer vertikalen Position. Auch das Anbringen der Ausgleichsgewichte fällt leichter und ist werkstattgerechter, wenn das Rad auf einer horizontalen Welle aufgespannt ist. Dieser Maschinentyp lief bei Hofmann einige Jahre später aus und wurde lange Zeit nicht neu aufgelegt.

Bewährtes Konzept

Wieder zunehmende Anfragen nach einer solchen Maschine haben Snap-on Equipment veranlasst noch mal eine Radauswuchtmaschine mit schwenkbarer Welle vorzustellen und die Marktakzeptanz zu testen. So entstand die Idee einer Konzeptstudie für die Reifen-Messe, welche auf durchweg positive Resonanz stieß und eine Markteinführung wahrscheinlich macht. Für die Serie wird die Maschine allerdings noch wesentlichen Feinschliff beim Gehäuse erfahren. Die Herausforderung liegt darin hohe Standfestigkeit, geringen Platzbedarf, die Fähigkeit große Räder wuchten zu können und ein eingängiges Bedienkonzept geschickt miteinander zu verknüpfen.

Hauptmotiv für das hohe Interesse an diesem Maschinentyp sind heute nicht mehr nur die Räder-Service-Straßen, sondern neue technische Aspekte. So ermöglicht das Aufspannen bei vertikal gestellter Welle eine präzisere Zentrierung, weil die Gewichtsbelastung auf die Welle fehlt. Beim Aufspannen eines Rades auf eine horizontale Welle liegt gravitationsbedingt oben auf der Welle ein Nullspiel an und das komplette Spiel liegt unter der Welle. Erschwerend kommt hinzu, dass Konen verwendet werden. Beim Konus kann das Rad zusätzlich noch schräg aufliegen. Diese ungünstige Position, die besonders bei den modernen, sehr schweren Rädern von Bedeutung ist, wird beim Spannen auf einer vertikalen Welle vermieden. Ein lange bewährtes Konzept bietet somit die Lösung neu entstandener Probleme beim Radauswuchten im Werkstattbereich.

Bernd Reich

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