Kfz-Schäden: Offenbach ist Spitzenreiter

10.09.2026 09:44 Uhr | Lesezeit: 2 min
Landstraße Unfall Verkehr
Der Preis der Kfz-Versicherung hängt nicht nur vom Automodell ab.
© Foto: Mit KI generiert

Der Preis der Kfz-Versicherung hängt nicht nur vom Automodell ab, sondern auch vom Wohnort. Großstädte sind unfallträchtiger als ländliche Regionen.

Beim Autofahren geht das Offenbacher Nummernschild OF mit einem besonderen Risiko einher: In der aktualisierten Kfz-Schadenbilanz der deutschen Autoversicherer liegt die hessische Stadt erneut an der Spitze. Dort sind die Schäden in der Kfz-Haftpflicht fast 40 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin mitteilte.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen Gelsenkirchen und Berlin. Bundesweit am wenigsten unfallträchtig sind Autos mit dem Kennzeichen EE: Der brandenburgische Landkreis Elbe-Elster hat in der Kfz-Haftpflicht die beste Schadenbilanz der bundesweit 413 Zulassungsbezirke.

Neue Regionalklassen: Im bundesweiten Saldo leichte Besserung

Da sich die Unfall- und Pannenhäufigkeit regional stark unterscheidet, richtet sich der Preis von Kfz-Policen nicht nur nach dem Automodell, sondern auch nach dem Wohnort. Der GDV aktualisiert die Regionalklassen jedes Jahr. In der Kfz-Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen. Je höher die Klasse, desto schlechter die Einstufung. Für Offenbach gilt die Regionalklasse 12. Das sind zwar nur unverbindliche Empfehlungen, doch die meisten Kfz-Versicherer orientieren sich daran.

"Für 5,2 Millionen Autofahrende aus 63 Zulassungsbezirken verbessert sich die Regionalklasse, für 4,8 Millionen aus 46 Bezirken steigt sie", sagte GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. Entscheidend für die Einstufung ist der Wohnort. Die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Haftpflicht kommt nur für Schäden auf, die Autofahrer an fremdem Eigentum oder der Gesundheit anderer Menschen verursachen.

Auch Wiesbaden in der Spitzengruppe

Für 32 Millionen Autofahrerinnen und Autofahrer in 304 Zulassungsbezirken ändert sich nichts, denn die dortigen Regionalklassen bleiben unverändert. Im Rhein-Main-Gebiet ist keineswegs nur Offenbach auffällig: Wiesbaden liegt in der bundesweiten Schadenbilanz auf Platz fünf und damit ebenfalls auf einer hervorgehobenen Position. Die Gründe sind unklar, doch könnten enge Straßen und dichter Stadtverkehr eine Rolle spielen.

Autofahren in der Großstadt schadensträchtiger als auf dem Land

Großstädte schneiden nach Asmussens Worten häufig schlechter ab als ländliche Regionen. Allerdings gibt es keinen linearen Zusammenhang zwischen Einwohnerzahl und Autoschäden: Der GDV hat Berlin ebenso wie Offenbach die schlechteste Regionalklasse 12 zugewiesen. Hamburg und München sind mit der Regionalklasse 10 jedoch niedriger eingestuft. Damit liegen die zweit- und drittgrößte Stadt Deutschlands hinter dem wesentlich kleineren Offenbach.

Bayern als flächenmäßig größtes Bundesland hat auch mehr Zulassungsbezirke als jedes andere Bundesland, insgesamt 97. Im Freistaat fällt auf, dass die Autofahrer im Saldo sicherer unterwegs waren: Für 1,5 Millionen bayerische Autofahrerinnen und Autofahrer hat sich die Einstufung verbessert, verschlechtert dagegen nur für rund 350.000 Menschen.


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