Filternachrüstung: ZDK übt bei "Transporter-Offensive" Schulterschluss mit ZDH

08.10.2008 18:18 Uhr
Robert Rademacher und ZDH-Präsident Otto Kentzler (re.)
© Foto: Bernd Dohrmann/AUTOHAUS

Die beiden Zentralverbände fordern von den Verantwortlichen der deutschen Großstädte "Luftreinhaltepläne mit Augenmaß", wollen aber gleichzeitig für eine erfolgreichere Nachrüstquote von Partikelfiltern bei Transportern als bei Pkw sorgen.

Im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Zentralverbände des Deutschen Handwerks (ZDH) und des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK) für "Luftreinhaltepläne mit Augenmaß" in deutschen Großstädten plädiert. Nach Schätzungen des Kfz-Verbandes sei von den insgesamt etwa 1,6 Millionen vielfach von Handwerkern genutzten Transportern derzeit die Hälfte den Abgasnormen Euro II und Euro I zuzuordnen. Dies sei die von Fahrverboten in den Umweltzonen bedrohte Zielgruppe. Etwa 36 Prozent der Transporter könnten durch den nachträglichen Einbau von Dieselfiltern die grüne Feinstaubplakette erhalten. Durch die seit 1. Oktober eingerichteten weiteren elf und für 2009 insgesamt 17 angekündigten Umweltzonen sei das Kraftfahrzeuggewerbe "im Spannungsfeld zwischen Ökologie und Ökonomie" besonders gefordert, sagte ZDK-Präsident Robert Rademacher. Man konzentriere sich derzeit auf die Nachrüstung für Pkw und leichte Transporter bis 3,5 Tonnen. Für diese Fahrzeuggruppe werde der Markt bis Jahresende ein "etwa 80-prozentiges Angebot von Filtersystemen" vorhalten. Rademacher kündigte bis Jahresende eine internetgestützte Datenbank geben, in der Handwerker eine Übersicht über alle am Markt verfügbaren Möglichkeiten der Nachrüstung mit Dieselpartikelfiltern finden könnten. Die "Transporter-Offensive" zur Nachrüstung (wir berichteten) könne auch ein Zeichen setzen für das Geschäft im schweren Lkw-Bereich. Hier könne man theoretisch bis zu 1,8 Millionen Fahrzeuge mit einer durchschnittlichen Auftragsgröße "um 6.000 Euro" nachrüsten. Daher schaue die Branche mit Erwartungen auf die möglich Entscheidung des Bundesrates zur ökologisch definierten Mautspreizung, die eigentlich für den 10. Oktober vorgesehen war. Für die Transporter gehe man davon aus, dass die Kosten der Umrüstung mit einem Rußpartikelfiltersystem für die Pkw-baugleichen Fahrzeuge auf „dem bekannten Niveau um 600 bis 700 Euro“ lägen, in Einzelfällen auch darüber. (ng)

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