Entwicklung: Toyota-Lenkassistent soll Fußgänger schützen

16.10.2013 01:46 Uhr
Toyota Lenkassistent
Der Toyota der Zukunft bremst nicht nur automatisch für Fußgänger, sondern weicht ihnen auch aus.
© Foto: Toyota

Spur halten oder notbremsen – das können viele Autos schon. Toyota will dafür sorgen, dass Fahrzeuge demnächst auch automatisch ausweichen. Das könnte vor allem Fußgängern zu Gute kommen.

Toyota will in den kommenden Jahren gleich drei neue Assistenzsysteme einführen, die das Fahrzeug automatisiert fahren lassen. Dabei sollen die japanischen Autos nicht nur für die Insassen sicherer werden, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer.

Dafür bremst der Toyota der Zukunft nicht nur automatisch für Fußgänger, sondern weicht ihnen auch aus. Das sogenannte Pre-Collision-System mit Lenkassistent soll Zusammenstöße mit Fußgängern in den Fällen verhindern, in denen eine automatische Notbremsung allein nicht mehr ausreicht. Zum Beispiel weil die Geschwindigkeit des Autos zu hoch ist oder der Fußgänger plötzlich auf die Fahrbahn tritt. Einen Notbremsassistenten gibt es bereits bei der Schwestermarke im Lexus LS, ihn will Toyota in den kommenden zwei Jahren in einer größeren Zahl von Modellen anbieten. In der Folge planen die Japaner die Einführung des Assistenten mit Ausweichfunktion.

Speziell für Autobahnfahrten entwickelt wurde das System AHDA (Automated Highway Driving Assist). Es verbindet eine so genannte kooperativ-adaptive Geschwindigkeitsregelung, die mit vorausfahrenden Fahrzeugen kommuniziert und einen sicheren Abstand hält, mit einer Fahrspursteuerung, die das Auto selbstständig in der Spur hält. Die Systeme sollen den Fahrer unterstützen, er behält aber die volle Kontrolle über das Auto.

Der Vorteil zur konventionellen Abstandsregelung, die vorausfahrende Fahrzeuge mit Hilfe eines Millimeter-Radars erkennt, ist laut Toyota der Informationsaustausch mit anderen Fahrzeugen, auf dessen Basis das eigene Auto die Geschwindigkeit anpasst. Dadurch lässt sich unnötiges Beschleunigen und Abbremsen vermeiden, was die Kraftstoffeffizienz verbessert und Staus vermeidet. Die Japaner wollen AHDA zur Mitte des Jahrzehnts in den Markt einführen.

Bremsassistenten nehmen zu

Auch andere Hersteller forschen an ähnlichen Systemen. Notbrems- und Fahrspurassistenten oder selbsttätige Brems- und Beschleunigungstempomaten setzen schon viele Autobauer in der Praxis ein. Denn das größte Risiko am Steuer ist statistisch gesehen der Mensch, sein Versagen ist für 90 Prozent aller Unfälle im Straßenverkehr verantwortlich. Vor allem, wenn es etwa auf langen, zähen Autobahnfahrten langweilig wird – oder umgekehrt in einer plötzlichen Gefahrensituation stressig – fällt der Fahrer verhängnisvolle Fehlentscheidungen. Hier soll der Computer eingreifen beziehungsweise gleich die ganze Arbeit übernehmen.

Der Gesetzgeber ist allerdings lange nicht so schnell wie die Technik. Laut Gesetz ist ein Auto ohne menschlichen Fahrer illegal, selbst eigenständiges Blinken ist verboten. Bisher darf der Automat alleine nichts, wenn nicht ein Fahrer das Lenkrad hält. (sp-x)

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