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eCall zum Nachrüsten: Smarte Lösungen für schnellere Hilfe

eCall lässt sich mittels OBD-Dongle nachrüsten.
© Foto: Pace

Seit einigen Jahren gehört bei neuen Autos eCall zum Ausstattungsstandard. Für alte Fahrzeuge bieten sich mehrere Möglichkeiten, diese Technik nachzurüsten.


Datum:
18.03.2021
Autor:
Von Mario Hommen/SP-X
Lesezeit: 
3 min
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Seit 2018 sind Autohersteller in der EU dazu verpflichtet, das automatische Notrufsystem eCall in neue Automodelle einzubauen. Entsprechend hat sich die rettende Technik auch in Deutschland in größerem Umfang bereits verbreitet. Parallel sind allerdings weiterhin noch viele Millionen Autos auf unseren Straßen unterwegs, die nicht automatisch Hilfe rufen, sollten Fahrzeug und Insassen verunglücken. Mittlerweile sind jedoch einige technische Lösungen zum Nachrüsten am Markt, mit denen sich die eCall-Funktion für kleines Geld ins Auto bringen lässt. Auch für Motorräder und E-Bikes sind Varianten verfügbar. Wer unterwegs verunglückt, bekommt auch mit diesen Varianten eine in jedem Fall bessere Chance auf eine schnellere und möglicherweise sogar lebensrettende Hilfe.   

Gängigste Lösung sind derzeit die sogenannten Unfallmeldestecker (UMS), die unter anderem von Verkehrsclubs wie dem ADAC oder von Autoversicherern für zum Teil kleines Geld angeboten werden. Basis für diese Lösung ist ein kleines Gadget für die 12-Volt-Steckdose. Auf der Rückseite bietet dieses in der Regel noch einen USB-Anschluss, um darüber Handys laden zu können, die für die eCall-Funktion unabdingbar sind. Damit das Notruf-System funktioniert, muss man ein Handy per Bluetooth mit dem UMS verbinden sowie eine entsprechende App aktiviert sein. Kommt es zu einem Unfall, erkennen dies im UMS integrierte Sensoren und signalisieren es der entsprechenden App im Smartphone des Fahrers. Das Smartphone versorgt wiederum einen Notfall-Agenten mit den Informationen zu Unfallschwere, Fahrzeugposition und Fahrtrichtung. Anschließend wird der Agent versuchen, mit dem verunfallten Verkehrsteilnehmer Kontakt aufzunehmen. Gelingt das nicht, werden entsprechende lokale Rettungsdienste informiert. Bei den Kfz-Versicherern fallen die Kosten für diesen Service unterschiedlich aus und hängen zudem vom jeweils gewählten Versicherungstarif ab.

Wer keine eCall-Nachrüstlösung von einem Versicherer will, kann sich alternativ zum Beispiel das sogenannte ODB-Dongle Pace in seinem Pkw installieren. Der Nutzer erhält auf diese Weise ein Multifunktions-Werkzeug inklusive Fahrtenbuch und Spritspartrainer. Zunächst wird der 120 Euro teurer OBD-Stecker, auch Dongle genannt, in die entsprechende Schnittstelle im Auto (meist unterhalb des Lenkrads) gestöpselt. Sollte das kleine Gerät einem Unfall detektieren, wird wie bei der USM-Lösung mit Hilfe eines mit dem Pace-Dongle verbundenen Handys automatisch eine Verbindung zu einem Callcenter hergestellt, welches bei Bedarf den Rettungsdienst informiert.

Auch für das Motorrad gibt es eCall.
© Foto: dguard

Neben Lösungen für den Pkw werden auch Varianten speziell für Motorräder wie etwa das mit rund 450 Euro etwas hochpreisige System dguard angeboten. Anders als bei den Smartphone-basierten Lösungen wird hier ein Modul mit festintegriertem SIM-Chip für das 2G-Netz in das Fahrzeug eingebaut. Und anders als bei den anderen Lösungen wird damit ein Notruf statt über ein Callcenter direkt an die 112 und damit außerdem mit Rufpriorität ausgeführt. Eine weitere Besonderheit dieser festinstallierten Lösung ist der Notrufknopf am Lenker, der auch eine manuelle Aktivierung des Notrufs möglich macht. Zudem kann dguard auch weitere Daten wie Geschwindigkeit oder Neigungswinkel übermitteln. Als Zusatzfunktion bietet diese Lösung noch ein elektronisches Tourentagebuch, eine Diebstahlwarnung sowie eine Ortungsfunktion, sollte das Motorrad gestohlen werden. Im Kaufpreis ist eine zweijährige Nutzungslizenz enthalten, die danach jährlich rund 30 Euro kostet. Das dguard-Modul kann der Käufer selber in sein Motorrad einbauen.  

Eine andere für Motorräder und sogar Pedelecs geeignete eCall-Lösung bietet Bosch mit seinem System Help Connect an. Motorradfahrer benötigen für dieses System wiederum ein Smartphone sowie die Biker-App Calimoto. Über diese lässt sich dann die Help-Connect-Funktion freischalten, sofern der Nutzer im Monatsabo für fünf Euro oder als Jahresabo für 40 Euro das Angebot Help Connect gebucht hat. Sobald ein Paket bezahlt wurde, kann man sich in der Calimoto-App mit seinem persönlichen "Help Connect"-Profil anmelden. Fortan steht der Service deutschen Kunden rund um die Uhr in elf Ländern Europas zur Verfügung. Auch die von der Bosch-E-Bike-Sparte für Pedelec-Nutzer angebotene Cobi-App ist dafür ausgelegt, die gleiche Funktion von Help Connect einzubinden.

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