Die Automobilbranche verändert sich aktuell rapide. Massen-, aber auch Premiumhersteller haben den rund 100 Jahre vergessenen Elektroantrieb für sich entdeckt. Auf der IAA in Frankfurt waren zig Modelle mit Elektroantrieb zu bestaunen und BMW, bislang vor allem für sportlichen Spaß am Fahren und leistungsfähige Benzin-und Dieselmotoren bekannt, präsentierte zur Messe eine ganze Elektro-Submarke, BMW i genannt.
Auch im Fahrzeughandel bleibt nichts wie es war. Zwar sind hier bislang nur wenige Elektrofahrzeuge angekommen. Heftig über die Zukunft des Handels wird dennoch debattiert. Denn nicht nur Elektromobilität, auch neue Mobilitätskonzepte wie Carsharing oder der grundsätzliche Wertewandel, wonach immer mehr junge Menschen das eigene Auto als Nebensache betrachten, hat Einfluss auf die Zukunft in Handel und Werkstatt.
Dazu kommen hausgemachte Probleme, unter anderem weltweite Überkapazitäten der Automobilindustrie. Wenn deutsche Fahrzeughändler ihre Zukunft vor allem im Gebrauchtwagengeschäft, nicht im Neuwagenhandel sehen, sollte das Automobilherstellern zu denken geben. Keine Frage, es braucht beides, doch wie eine Umfrage des TÜV SÜD zur IAA ergeben hat, sehen viele Händler künftig nur noch im Handel mit Gebrauchtwagen Chancen, eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften.
Die werden sie dringend brauchen, wenn sie im Service auf der Höhe der Zeit bleiben wollen. Denn da geht es nicht ohne ständige Innovationen und Investitionen in Equipment und Ausbildung der Mitarbeiter. Neue Formen des Lernens und der Wissensvermittlung sind gefragt, wenn selbst Automobilhersteller und Systemlieferanten rätseln, wie sie die Komplexität der eigenen Technik noch werkstattgerecht vermitteln sollen.
Eins ist sicher: es bleibt spannend und alles bleibt anders.
Frank Schlieben, Chefredakteur