Der Generationenwechsel wird für viele freie Kfz-Betriebe zur Herausforderung. Point S will deshalb den Führungsnachwuchs gezielt auf die Verantwortung für Mitarbeiter, Kunden und die wirtschaftliche Zukunft des Betriebs vorbereiten.
Ist die nächste Generation gut vorbereitet?
Vier von zehn Familienunternehmen durchlaufen derzeit einen Führungswechsel oder rechnen in den kommenden zehn Jahren damit. Gleichzeitig hält nur eine Minderheit die nächste Generation für ausreichend vorbereitet. Für inhabergeführte Kfz-Betriebe geht es bei der Übergabe daher nicht nur um Eigentum und operative Verantwortung, sondern auch um Mitarbeiterführung, Kundenbindung und die strategische Ausrichtung.
Point S setzt hier mit dem "Next Generation Campus" an. Bei der zweiten Auflage nach 2025 kamen Nachwuchsführungskräfte aus neun Ländern in der Provence zusammen. Sie entwickelten konkrete Wachstumspläne für ihre eigenen Betriebe und beschäftigten sich mit ihren künftigen Führungsaufgaben.
Vom Werkstattprofi zum Unternehmer
In Coachings, Workshops und praktischen Übungen arbeiteten die Teilnehmer an ihrer persönlichen Entwicklung sowie am Wachstum von Team, Unternehmen und Point-S-Netzwerk. Gerade bei einer Betriebsübernahme reichen technisches und kaufmännisches Fachwissen allein nicht aus. Gefragt sind auch Mitarbeiterführung, Kundenbindung und ein Gespür für neue Geschäftsmöglichkeiten.
Die Teilnehmer entwickelten deshalb konkrete Wachstumspläne für ihre Betriebe. Ein Teilnehmer resümierte: "Die Aufgabe hat mir meine Schwächen aufgezeigt und mir wichtige Erkenntnisse vermittelt, die ich gemeinsam mit meinem Team in die Praxis umsetzen werde."
Führungskompetenz entscheidet
Der von Point S angeführte Deloitte Private Report "2026 Family Business Succession Planning and the Next Generation" zeigt, wie groß der Nachholbedarf ist: 37 Prozent sehen den Aufbau von Führungs- und Managementkompetenzen in der nächsten Generation als eine der größten Herausforderungen. Für Werkstattunternehmer bedeutet Nachfolge damit mehr als die Klärung von Eigentum und Finanzierung.
Der künftige Betriebsinhaber muss Teams führen, Investitionsentscheidungen treffen und das Geschäftsmodell an einen sich wandelnden Kfz-Aftermarket anpassen. Für Werkstattnetze und Kooperationen gewinnt damit neben Einkauf, Marketing und Technik auch die Qualifizierung der nächsten Unternehmergeneration an Bedeutung. Denn eine geregelte Nachfolge entscheidet mit darüber, ob etablierte Werkstattstandorte dauerhaft bestehen bleiben.