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Baden-Württemberg: Kfz-Gewerbe mit Umsatz zufrieden

Harry Brambach: "Da ist noch Spielraum."
© Foto: ProMotor

Das Kraftfahrzeuggewerbe Baden-Württemberg fordert mehr Schutz für den Handel und eine Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge. Sorgen macht auch die Rendite.


Datum:
24.02.2016
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Der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg ist mit dem Umsatz 2015 zufrieden. Der Gesamtumsatz im hiesigen Automarkt (Neu- und Gebrauchtwagen, Werkstätten und Ersatzteile) betrage rund 28,4 (Vorjahr: 26,9) Milliarden Euro, teilte Verbandspräsident Harry Brambach am Dienstag beim Jahrespressegespräch mit. Der Anteil des Kfz-Gewerbes daran betrug 21,2 Milliarden Euro (knapp 75 Prozent). Beides seien Rekordwerte. Dennoch: "Da ist noch Spielraum", sagte der Händlersprecher.

Der Neuwagenumsatz stieg um 3,5 Prozent auf 12,5 Milliarden Euro (Vorjahr 12,1 Milliarden), der Gebrauchtwagenmarkt im Südwesten erreichte ein Plus von 10,6 Prozent auf 10,7 Milliarden Euro (Vorjahr: 9,6). Davon wurden acht Milliarden über den Fachhandel, bestehend aus Marken- und reinem Gebrauchtwagenhandel, erzielt, das war "ein höchst angenehmes Plus von 8,7 Prozent", so Brambach. Der Service-Umsatz wuchs um 1,2 Prozent auf 3,96 (Vorjahr: 3,91) Milliarden Euro. Die Zahl der Aufträge allerdings reduzierte sich auf 8,2 Millionen.

Besser müsste aus Sicht des Gewerbes auch die Umsatzrendite sein: "Die liegt im Schnitt bei 1,4 Prozent. Von den Werten der Hersteller, die teils in den zweistelligen Bereich gehen, können unsere Mitglieder nur träumen", sagte Brambach. "Wir brauchen zum Verbraucherschutz deshalb dringend einen Händlerschutz." Die Hersteller verdienten gut an den Autos, "bei denen sind Umsatzrenditen von aktuell 9,3 Prozent (Daimler) bis in zweistellige Bereiche drin, wir Autohäuser und Kfz-Betriebe müssen mit 1,4 Prozent leben".

Verbesserungen fordert der Verband, der 4.280 Mitgliedsbetriebe vertritt, von der Politik. Nach den Erfahrungen im Dieselskandal sei es an der Zeit, die Hersteller mehr an die Kandare zu nehmen, sagte Brambach. "Die Zeiten, in denen Hersteller und Händler eine Einheit waren, sind längst vorbei. Kosten für Verbesserungen im Verbraucherschutz muss die Politik den Verursachern auferlegen." Auch bei der Straßenbaupolitik müssten Bund und Land noch eine Schippe drauf legen. Dazu gehöre auch eine bessere Infrastruktur für Elektroautos. Das Kfz-Gewerbe plädiert für eine 50-prozentige Sonderabschreibung für Firmen bei Elektroautos statt für eine Kaufprämie, "weil die gewerblichen Kunden zwei Drittel aller Neuwagen kaufen", sagte Brambach. "So können wir einen Strohfeuereffekt vermeiden und nachhaltig mehr E-Autos auf die Straßen bringen."

"Gefährliche Showveranstaltung"

Den Feinstaubalarm in der Region Stuttgart, den die Stadt Stuttgart und die baden-württembergische Landesregierung im Januar ausgerufen hatten, bezeichnete Brambach als "gefährliche Showveranstaltung, die, wie zu erwarten war, die Forderung nach Fahrverboten nach sich gezogen hat". Das sei deswegen gefährlich und auch verantwortungslos, weil der Eindruck erweckt worden sei, dass Fahrverbote helfen könnten. "Tatsächlich ist es so, dass die Wirtschaft in Stuttgart vermutlich weitgehend zusammenbrechen würde, gerade so, als ob es einen Generalstreik gäbe."

Kritik gab es auch an der Idee, Bargeldgeschäfte über 5.000 Euro zu verbieten. Brambach sieht darin einen "schwerwiegenden Eingriff in die bürgerliche Freiheit". Für das Kraftfahrzeuggewerbe sei die Bargeldobergrenze auch nicht praktikabel: "Es gibt Kunden, die bewahren ihr Geld zu Hause auf, weil sie keiner Bank trauen, und die bezahlen bar." Auch Gebrauchtwagengeschäfte im Autohaus „liegen in der Regel über 5.000 Euro und werden manchmal in bar abgewickelt." Außerdem "reichen die vorhandenen Regeln zur Geldwäschebekämpfung aus." (se)

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