Autojahr 2015: Kfz-Gewerbe erhöht Umsatz kräftig

Für die Autohäuser und Werkstätten ist das vergangene Jahr besser gelaufen als erwartet.
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Für die Autohäuser und Werkstätten ist das vergangene Jahr besser gelaufen als erwartet. Auf niedrigem Niveau bleibt aber nach wie vor die Rendite.


Datum:
18.02.2016

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Mehr verkaufte Autos, mehr Serviceaufträge: Das Jahr 2015 ist für die Autohäuser und Werkstätten besser gelaufen als erwartet. Der Branchenumsatz stieg um 6,2 Prozent auf 156,5 Milliarden Euro, wie der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Als Renditebringer hat sich das Werkstattgeschäft gezeigt. Die Umsätze in diesem Bereich stiegen um 1,2 Prozent auf 30,3 Milliarden Euro (2014: 29,9 Milliarden Euro). Im Durchschnitt waren die Betriebe im Service im vergangenen Jahr um zwei Prozentpunkte besser ausgelastet als in 2014.

"Das Jahr 2015 ist sehr gut gelaufen, trotz des Skandals um manipulierte Emissionswerte", sagte Präsident Jürgen Karpinski. "Sowohl bei den Neuzulassungen als auch im Gebrauchtwagengeschäft haben wir Zuwachsraten zu verzeichnen. Und auch das Servicegeschäft hat sich nach dem Einbruch in 2014 wieder erholt und ist gewachsen. Insofern ist beim Umsatz alles okay."

Die Rendite habe davon aber leider nicht entsprechend profitiert. Vor allem die Preisnachlässe drücken auf den Gewinn. Die Umsatzrendite, die den Umsatz ins Verhältnis zum Gewinn setzt, stieg nur leicht von 1,3 Prozent auf 1,4 Prozent. Notwendig seien drei Prozent, betonte Karpinski, "um in die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter, in moderne Werkstatttechnik und nicht zuletzt in Glas, Stahl und Steine nach den Vorgaben der Hersteller für den Neuwagenvertrieb zu investieren".

Auswirkungen des Diesel-Skandals noch nicht eindeutig

Auswirkungen des Skandals um manipulierte Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen von VW ließen sich noch nicht eindeutig feststellen, sagte Karpinski. "Wir haben den einen oder anderen Gebrauchten, den wir nicht umrüsten und nicht verkaufen können. Das ist schon ein Problem." Die Verkäufe seien in den letzten Wochen auch leicht zurückgegangen. Aber das könne auch am Wetter liegen.

Als verkappte Steuererhöhung bezeichnete Karpinski die von Bundesumweltministerin Hendricks geforderte zusätzliche CO2-Abgabe. Sie würde sogar Fahrzeuge betreffen, die den ab 2020 gültigen CO2-Grenzwert von 95 Gramm pro Kilometer einhalten. Bereits heute orientiere sich die Kfz-Steuer bekanntlich am CO2-Ausstoß. "Im Koalitionsvertrag hingegen steht klipp und klar, dass Steuererhöhungen in dieser Legislaturperiode ausgeschlossen sind. Wie passt das mit der Forderung der Umweltministerin zusammen?", fragte der ZDK-Präsident. Auch der von ihr und anderen ins Gespräch gebrachten Erhöhung des Steuersatzes auf Dieselkraftstoff erteilte der ZDK eine Absage. Das träfe vor allem viele Millionen Berufspendler, die sich aus guten Gründen für sparsame und effiziente Dieselfahrzeuge entschieden hätten.

Die Gesamtzahl der Betriebe im Kfz-Gewerbe sanke 2015 leicht um 100 auf insgesamt 38.400. Davon waren 17.450 fabrikatsgebundene Betriebe und 20.950 freie Werkstätten. Die Zahl der Mitarbeiter lag mit 460.800 entsprechend um 1.200 unter dem Wert von 2014 (462.000). Das Kfz-Gewerbe hat im vergangenen Jahr 2,5 Prozent mehr Auszubildende eingestellt als im Jahr 2014. Bis zum 30. September 2015 wurden insgesamt 27.639 Ausbildungsverträge und damit 687 mehr abgeschlossen als im Jahr 2014 (26.952). Insgesamt bilden die Autohäuser und Werkstätten zurzeit rund 89.500 junge Menschen in technischen und kaufmännischen Berufen aus.

Prognose: 2016 auf Vorjahresniveau

Nach Einschätzung des ZDK wird sich der Automobilmarkt in Deutschland auch im laufenden Jahr stabil zeigen. So rechnet der Verband für das Jahr 2016 wieder mit insgesamt 3,2 Millionen Pkw-Neuzulassungen. Der Schwerpunkt dürfte sich jedoch weiter auf den gewerblichen Bereich verlagern. Zugleich geht der ZDK für 2016 von 7,3 bis 7,4 Millionen Pkw-Besitzumschreibungen und von einem stabilen Werkstattgeschäft auf dem Niveau des vergangenen Jahres aus. (dpa/se)

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