Autozulieferer: Schaeffler schockt die Börse

Schaeffler hat seine Ergebnisprognose für das laufende Jahr wegen einer deutlich schwächeren Entwicklung im zweiten Quartal gesenkt.
© Foto: Schaeffler

Bei Schaeffler läuft es nicht rund. Eine Gewinnwarnung und der Hinweis auf wachsenden Preisdruck der Autokonzerne ruft Sorgen um die ganze Branche hervor.


Datum:
27.06.2017

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Der Autozulieferer Schaeffler hat die Gewinnprognose für das laufende Jahr gesenkt und seinen Aktienkurs damit auf Talfahrt geschickt. Die Papiere brachen zum Börsenauftakt am Dienstag um zwölf Prozent ein und zogen auch viele andere Autozulieferer mit nach unten. Im Handelsverlauf besserte sich die Lage zunächst nicht.

Der Preisdruck der großen Abnehmer aus der Autoindustrie sei intensiver geworden, teilte das Unternehmen mit. Zudem habe Schaeffler im zweiten Quartal Lieferprobleme im gewinnträchtigen Ersatzteilgeschäft gehabt. Dazu seien noch höhere Kosten für Neuanläufe und Elektroauto-Projekte gekommen. Deshalb sei das Quartalsergebnis deutlich schwächer ausgefallen - die für das laufende Jahr angepeilte Gewinnspanne sei nicht mehr zu halten.

Der Anteil des Gewinns am Umsatz vor Zinsen, Steuern und Sondereinflüssen dürfte statt mindestens zwölf Prozent jetzt nur noch mindestens elf Prozent erreichen. Der Jahresumsatz solle aber um vier Prozent auf knapp 14 Milliarden Euro wachsen, betonte Schaeffler.

Aktienverlust bei weiteren Firmen

Investoren reagierten empfindlich auf die Nachricht von wachsendem Preisdruck der Autokonzerne. Neben Schaeffler verloren auch die Aktien von Continental, Leoni, Hella, Grammer, GKN und des großen französischen Autozulieferers Faurecia an Wert.

Michael Raab vom Analysehaus Kepler Cheuvreux sagte, das Umfeld für Zulieferer könnte schwieriger werden. Analyst Ashik Kurian von Jefferies sieht das Thema Preisdruck nun bei allen Autozulieferern im Fokus. Julian Radlinger von der Schweizer Bank UBS erklärte, dem sei Schaeffler sei mit seinen Produkten stärker ausgesetzt als andere.

Der Reifenhersteller und Autozulieferer Continental teilte auf Anfrage mit, der Preisdruck sei nicht überproportional gestiegen. Beim Licht- und Elektronikspezialisten Hella hieß es, bei dem seit Jahren hohen Preisdruck habe man in den letzten Monaten keine Veränderung festgestellt.

Schaeffler mit Sitz in Herzogenaurach bei Nürnberg beschäftigt in Deutschland rund 30.000 Mitarbeiter und baut vor allem Teile für Motoren, Getriebe und Fahrwerke. Daneben produziert die Firma Wälzlager für die Industrie. Gut 75 Prozent der Aktien gehören der Familie Schaeffler. Der Konzern will sein Quartalsergebnis Mitte Juli vorlegen. Der Umsatz sei aber nicht so gut gewesen, teilte er bereits mit. Es habe auch eine "deutlich schwächere Ergebnisentwicklung" gegeben. 

Die Schaeffler AG ist im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen gelistet. Die Dachgesellschaft Schaeffler Holding ist auch Hauptaktionärin von Continental. (dpa)

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