Aufbau der Ladeinfrastruktur: Kfz-Gewerbe fordert Kostenentlastung

Für Kfz-Betriebe ist die Errichtung von Ladesäulen aufwendig und vor allem teuer.
© Foto: Daimler

Für Autohäuser ist die Errichtung von Ladesäulen aufwendig und vor allem teuer. Doch die Möglichkeiten, für solche Investitionen in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen, sind aus Sicht des ZDK völlig unzureichend.


Datum:
19.12.2019

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ZDK-Präsident Jürgen Karpinski hat mehr staatliche Mittel für Kfz-Betriebe bei der Schaffung von Ladesäulen gefordert. "Wenn Fördermittel auch für private Lademöglichkeiten und für die Errichtung von Ladepunkten an Kundenparkplätzen bereitgestellt werden, müsste es erst recht eine passgenaue Unterstützung für unsere Betriebe geben", mahnte Karpinski jetzt in einem Brief an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) an.

Im vorerst letzten Förderaufruf des Verkehrsministeriums zur Förderrichtlinie Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge ist eine Voraussetzung der Förderfähigkeit, dass die Ladesäulen an allen Wochentagen rund um die Uhr und damit weit über die betrieblichen Geschäftszeiten hinaus öffentlich zugänglich sind. "Das ist für die meisten Betriebe nicht in zumutbarer Weise umsetzbar und würde im Übrigen je nach den betrieblichen Verhältnissen auch kaum versicherbare Risiken begründen", betonte Karpinski. Dem müsse im Rahmen eines weiteren Förderaufrufs dringend Rechnung getragen werden.

Die Autoindustrie hatte der Politik zugesagt, bis zum Jahr 2022 mindestens 15.000 Ladeeinrichtungen schaffen zu wollen. Bis 2030 sollen es 100.000 werden (wir berichteten). Nach Ansicht von Karpinski trifft die Zusage in erster Linie die Autohäuser: "Während die Automobilhersteller vom Bundeswirtschaftsministerium mit großzügigen Anreizen für den Vertrieb von Elektrofahrzeugen ausgestattet werden, leiden die überwiegend kleinen und mittelständischen Kfz-Betriebe zunehmend unter den wirtschaftlichen Folgen des Wandels hin zur Elektromobilität."

ZDK-Präsident Jürgen Karpinski
© Foto: ProMotor

Der oberste Branchenvertreter verwies in diesem Zusammenhang auf die Elektroquoten einiger Autobauer: "Viele Betriebe würden sich fragen, wie sie beim Vertrieb die ihnen von den Herstellern aufgezwungenen und zum Teil völlig überzogenen E-Fahrzeug-Quoten erfüllen sollen, um nicht die hiermit verknüpften, existenziell wichtigen Boni zu verlieren." Darüber hinaus müssten die Betriebe die Ladeeinrichtungen auf eigene Kosten errichten, obwohl sie vertraglicher Standard seien und oftmals deutlich über die eigenen betrieblichen Bedürfnisse hinausgehen würden. Die Möglichkeiten, für "solche erzwungenen Investitionen" in den Genuss von Fördermitteln zu gelangen, seien allerdings völlig unzureichend, hieß es.

Technologieoffene Förderung bekräftigt

Karpinski unterstrich in dem Brief erneut, dass ohne das Kfz-Gewerbe als Schnittstelle zwischen Herstellern und Kunden und als Garant für die Verkehrs- und Betriebssicherheit der Elektrofahrzeuge der Anschub der Elektromobilität nicht gelingen könne. "Unsere Betriebe sind sich dieser Funktion und ihrer daraus resultierenden Verantwortung beim Klimaschutz bewusst, wenngleich sie sich eine technologieoffenere Förderung auch anderer CO2-reduzierender Antriebsarten wünschen." (AH)

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