ATT Nussbaum Prüftechnik: "Ganz oder gar nicht"

Peter Beichter, Geschäftsführer der ATT Nussbaum GmbH
© Foto: Valeska Gehrke/asp Online

Aus dem ehemaligen Prüftechnik-Bereich der Nussbaum Gruppe hat sich ein eigenes Unternehmen entwickelt. Peter Beichter will die ATT Nussbaum Prüftechnik wieder ganz nach vorne bringen.


Datum:
03.08.2018
Autor:
Valeska Gehrke

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Abgelöst von der Nussbaum Gruppe ist die ATT Nussbaum Prüftechnik wieder im Markt präsent. Aktuell profitiert das Unternehmen von der Bremsprüfstandsrichtlinie, will aber auf der Automechanika auch Neuheiten im Bereich Abgasmessung und Scheinwerfereinstellung vorstellen.

asp: Das Unternehmen ATT Nussbaum Prüftechnik GmbH gibt es jetzt seit eineinhalb Jahren - was hat sich seither getan?

P. Beichter: Unsere erste Aufgabe bestand darin uns am Markt wieder zu positionieren. Denn bei Nussbaum ist der Bereich Prüftechnik neben dem Kernbereich Heben und Senken so mitgelaufen. Und das geht auf Dauer nicht, entweder man macht es ganz oder gar nicht. Der Entschluss, den Bereich Prüftechnik herauszulösen, war daher richtig. Wir sind jetzt eine eigenständige Firma mit einer eigenen technischen Betreuung nur für unsere Prüfstände. Wir haben zwei Vertriebsleiter für Deutschland, die den Handel unterstützen. Das mussten wir in der Branche bekannt machen und in den Köpfen verankern. Jeder kennt zwar Nussbaum, aber eben für Hebetechnik, nicht für Prüftechnik. Und daran arbeiten wir, dass ATT wieder in aller Munde ist.

asp: Wie ist das Feedback in der Branche?

P. Beichter: Diejenigen, die unsere Produkte verkaufen, schätzen unsere technische Betreuung und unseren nachhaltigen Service. Wenn etwas nicht funktioniert, fahren unsere Leute raus und helfen. Ich glaube, der Handel ist ganz zufrieden mit uns. Wir sind inzwischen bei allen großen Handelsvertretern gelistet.

asp: Im Bereich Prüfstände befeuert die Bremsprüfstandsrichtlinie die Nachfrage ...

P. Beichter: Ja, die Nachfrage ist nach wie vor hoch. Da wir von einem relativ schwachen Auftragsbestand kommen, weil wir am Markt nur noch wenig vertreten waren, freuen wir uns über die vollen Auftragsbücher. Unser Vorteil ist, dass wir noch eine Schicht im Werk frei hatten. Wir produzieren jetzt dreischichtig und können nach wie vor in kurzer Zeit liefern. Bei Pkw haben wir sechs bis acht Wochen Lieferzeit. Aber wir müssen unseren Umsatz auch nach 2020 sichern und haben uns auf die Fahne geschrieben, Komplettausstatter bei der periodischen Fahrzeugüberwachung zu sein. Dazu gehört alles, was bei einer Prüfung gemacht wird. Auf der Automechanika stellen wir neben unseren Bremsprüfständen zum Beispiel erstmals auch unser neues Abgasmessgerät vor.

asp: Welche Neuerungen gibt es noch auf der Automechanika zu sehen?

P. Beichter: Wir werden ein neues digitales Scheinwerfereinstellgerät auf den Markt bringen. Die Produkthomologation und die Baumusterprüfung haben wir bereits erhalten. Zudem haben wir Anfang des Jahres ein Produkt von Nussbaum übernommen, die Truckbay. Eine Lkw-Fertiggrube, die wir in verschiedenen Ausführungen als reine Arbeitsgrube oder als Wartungsgrube inklusive Bremsprüfstand anbieten. Diese Truckbay zeigen wir in der Außenfläche vor Halle 8. Unser Messestand wird Teil des Nussbaum-Standes in Halle 8 sein. Auf den Hausmessen haben wir hingegen schon eigene Messestände, um zu transportieren, dass wir eine eigene Firma sind.

asp: Welche Produktentwicklungen sind langfristig geplant?

P. Beichter: Wir gehen weg vom reinen Prüfstand in Richtung Prüfstraßen. Die Vorgaben sind von Land zu Land verschieden. Bestimmte Dinge, wie zum Beispiel einen Geräuschmesser, der für Prüfstationen in Marokko Pflicht ist, kaufen wir zu, um die PTI-Technik (periodical technical inspection) von A bis Z anbieten zu können. Wir sind beim ASA und in internationalen Verbänden mit einem Ohr am Markt und bekommen mit, was die Gesetzgeber beschließen. In diese Richtung entwickeln wir. Beispielsweise die Abgasmessung unter Last, die wird irgendwann kommen. Daher nehmen wir die Abgasmessgeräte ins Portfolio auf. Denn die Rollen haben wir schon und können das dann vereinen. Wenn es soweit ist, sind wir auf jeden Fall dabei.

Interview: Valeska Gehrke

Kurzfassung

Seit Ende 2016 ist ATT Nussbaum Prüftechnik eigenständig. Geschäftsführer Peter Beichter erzählt, wie die ersten eineinhalb Jahre liefen, welche Ziele sich das Unternehmen gesteckt hat und welche Neuheiten für die Automechanika geplant sind.

Hintergrund

Aus Automotive Testing Technology wird ATT Nussbaum PrüftechnikUrsprünglich wurde ATT (Automotive Testing Technology GmbH) im Jahr 2000 als Joint Venture zwischen der Robert Bosch GmbH und der Nussbaum Gruppe gegründet. 2003 zog Bosch sich aus dem Joint Venture zurück und Nussbaum führte die ATT als alleiniger Gesellschafter weiter.2015 kam es zu ersten Gesprächen zwischen Nussbaum und Peter Beichter, der vorher unter anderem bei Bosch, KSM, Trost und bei WM als Gebietsleiter Bayern tätig war. Ende 2016 löste sich die ATT GmbH aus der Nussbaum GmbH & Co. KG heraus. Peter Beichter stieg als Geschäftsführer ein. Ein Großteil des Unternehmens wurde in diesem Zuge an Investoren verkauft, Nussbaum bleibt aber weiterhin mit 20 Prozent beteiligt. Als eigenständiges Unternehmen konzentriert sich die ATT Nussbaum Prüftechnik GmbH auf ihr Kern geschäft, die Kfz-Prüftechnik. Das Portfolio umfasst Bremsprüfstände für Pkw und Lkw, Scheinwerfereinstellprüfgeräte sowie Prüfstraßen und soll um weitere Prüfmittel für die periodische Fahrzeugüberwachung erweitert werden.

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