Abgasuntersuchung: Doppelprüfung sorgt für Ärger

Eine Eichung und Kalibrierung von Messgeräten für die AU verursachen mehr Bürokratie und höhere Kosten.
© Foto: ProMotor/Volz

Messgeräte für die Abgasuntersuchung müssen sowohl kalibriert als auch geeicht werden. Diese Doppelung belastet die Werkstattbetriebe. Und Autofahrern drohen höhere Kosten.


Datum:
20.11.2019

1 Kommentare

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Werkstätten müssen ihre Messgeräte für die Abgasuntersuchung (AU) doppelt überprüfen lassen. Eine Kalibrierung wird seit Anfang 2019 von der EU vorgeschrieben, die zusätzliche Eichung verlangt das deutsche Recht, berichtet die 'WirtschaftsWoche'.

Diese Doppelung bringe nicht nur mehr Bürokratie in den Werkstätten mit sich, sondern für Autofahrer könnte die AU auch teurer werden. Bei der Eichung wird bestätigt, dass das Messgerät den gesetzlichen Anforderungen entspricht und eine gewisse Fehlertoleranz einhält. Bei der Kalibrierung wird überprüft, um wie viel die Anzeige eines Messgeräts vom eigentlichen Messwert abweicht. Bei beiden Prüfungen werde teilweise dasselbe überprüft - von überwiegend unterschiedlichen Stellen.

Laut 'WirtschaftsWoche‘ gibt es aktuell in Deutschland sieben, private akkreditierte Kalibrierlabore, dazu kommt noch eine Eichbehörde. Die Schuld für die Doppelprüfung liege bei den Ländern, da diese für die Eichämter zuständig sind, erklärte die Bundesregierung auf Anfrage der FDP. Eine Kalibrierung sei kein Grund, auf die Eichung zu verzichten.

"Eine Vereinheitlichung der Prüfungen würde die hohen Qualitätsstandards auch ohne die unverhältnismäßige Doppelbelastung schützen", kritisierte FDP-Verkehrspolitiker Oliver Luksic. Die Haltung der Bundesregierung sei in diesem Fall "antiquiert", es entstünden unnötige Kosten.

Auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) übt Kritik hinsichtlich der Doppelbelastung. Zwei Mal hintereinander prüfen unterschiedliche Institutionen "dieselbe Prüfung am Messgerät", jeweils getrennt voneinander. "Eine wiederkehrende Doppelprüfung von Abgasmessgeräten ist aus technischer und wirtschaftlicher Sicht nicht sinnvoll und führt insgesamt nur zu einer Mehrbelastung von mindestens 85 Millionen Euro bei allen berechtigten Untersuchungsstellen", sagte der ZDK der 'WirtschaftsWoche'.

Experten beziffern laut 'WirtschaftsWoche' die Mehrkosten pro Werkstatt auf etwa 1.500 Euro pro Jahr. Es sei sehr wahrscheinlich, dass diese an die Kunden weitergegeben würden. (tm) 

   

      

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Rudolf Pfister

20.11.2019 - 17:26 Uhr

Hallo zusammen,der Irrsinn geht weiter. Der VW-Konzern betrügt seine Kunden in massiver und vorsätzlicher Weise und regelt weder die Nachbesserung noch die Entschädigung zu Fahrzeugen mit gefälschten Abgaswerten. Im Gegenzug werden Werkstätten wiederholt genötigt ihre AU-Geräte mit hohem finanziellen Aufwand hochzurüsten. In Italien werden die AU-Bescheinigungen noch mit Hand ausgestellt(ist wieder Ländersache, wo ist den hier die einheitliche EU Regelung?). Unsere KFZ Innung bzw. das ZDK ist scheinbar nicht imstande, diese unsäglich Doppelbelastung zu kippen. Beim Bremsenprüfstand und Scheinwerfereinstellplatz ist diese Vorgehensweise ähnlich, von den Herstellervorgaben wollen wir überhaupt reden. Es macht wirklich keinen Spaß mehr und man sollte sich nicht wundern, wenn sich kein Nachfolger für viele kleine und mittlere Kfz-Betriebe findet.MfGR.PfisterAH Frankenberger


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