Freitag, 18.10.2019
Verkehrsblatt IVW
 

Der Bedarf entscheidet

Der Bedarf entscheidet
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© AUTO SERVICE PRAXIS

In der letzten Ausgabe der asp haben wir einen Überblick über die vielseitigen Möglichkeiten von Hebetechniken dargestellt. In dieser Ausgabe stellen wir weitere Produkte für individuelle Ansprüche vor und geben Einbau-Tipps.

Wie eine Fgur aus dem Film "Transformers" wirkt die neue ATH-Cross Lift 50 (Plus) der Firma ATH-Heinl GmbH & Co. KG. Die elektrohydraulische Auffahrscherenhebebühne mit fünf Tonnen Tragkraft hat einen integrierten Radfreiheber mit vier Tonnen Tragkraft und ist standardmäßig mit einem Metallschutzbügel und Schalter für die optionale 24-Volt-LED-Beleuchtung ausgestattet. Die Plus-Version wird durch eine 600-Millimeter-Verlängerung der Fahrschienen mit eingebautem Gelenkspieltester erweitert. Außerdem befindet sich hier die 24-Volt-LED-Beleuchtung bereits im Lieferumfang.

Die ATH-Cross Lift 50 (Plus) ist für den bodenebenen Einbau geeignet und kann mit dem optionalen Überflur-Kit auch auf dem Boden montiert werden. Dank dem Korrosionsschutz mit partieller Verzinkung, Doppel-Pulverbeschichtung und Plattformschutz aus Spezial-Polymer dürfte dieses Arbeitsgerät bis weit in die Zukunft von Korrosion verschont bleiben.

Für vielseitige Dachhöhen

Etwas "Transformer" steckt ebenso in der Duolift HL der Firma Hofmann. Sie vereint die Vorteile einer asymmetrischen mit denen einer symmetrischen Hebebühne und ermöglicht gleichzeitig ein ergonomischeres Platzieren der Tragarme am Fahrzeug. Das über Snap-On vertriebene Zwei-Säulen-Modell wird daher als "die Hebebühne für die freie Werkstatt" beworben. Die Modelle können nach der Mindestdeckenhöhe geordert werden, was für Betriebe mit vielseitigen Dachhöhen von Vorteil ist. In der "STD-Ausführung" benötigt der Aufstellort eine Höhe von vier Metern (für Pkw und SUV) oder von 4,35 Metern (Transporter mit Normaldach). In der "TALL-Variante" können Transporter mit Hochdach auf einer Bühnenhöhe von 4,65 Metern bis hin zu fünf Metern (Superhochdach) aufgenommen werden.

Auf spezielle Ansprüche hat sich auch die Firma Herrmann spezialisiert. "Um den gesteigerten Anforderungen nach Flexibilität gerecht zu werden, welche bedingt sind durch stetig wachsende Aufnahmebereiche der Fahrzeuge, bringt die Herrmann AG zusätzlich zu den seit vielen Jahren bewährten Schwenkarm-Lastaufnahmen den Swingarm 2.35 auf den Markt. Trotz der deutlich gesteigerten Stabilität konnte die Unterschwenkhöhe sogar auf sportliche 90 Millimeter reduziert werden. Die flache Bauweise der Tragarme ermöglicht nun auch das Erreichen weit innen liegender Aufnahmepunkte, ohne eine Kollision des Fahrzeugschwellers mit dem Tragarm zu riskieren. Diese Eigenschaft ist speziell bei Sportwagenhersteller sehr willkommen", unterstreicht David Herrmann, Vice President of Operations.

Und nicht nur bei den Aufnahmemöglichkeiten, sondern auch bei der Durchfahrtsbreite hat der Anbieter für Unterflurhebebühnen seine Produkte an die modernen Fahrzeugabmessungen angepasst: von einem ehemaligen Standard von 1,330 bis 2,3 Meter auf aktuell bis zu 2,7 Meter Durchfahrtsbreite, um schadensfreies Einfahren sowie Felgenmacken oder Reifenpannen zu vermeiden. Ein weit aufgestelltes und vielfältiges Portfolio stellt die Firma Auswuchtwelt aus dem schwäbischen Gomaringen vor. Die Produkte Astra aus Spanien, AMI aus Tschechien und OMCN aus Italien werden von Vertriebs- und Schulungsleiter Thomas Zink vor der Aufnahme in das Sortiment vor Ort besichtigt.

AMI: Zehn Jahre Garantie

Sehr kompakt sind die Hebebühnen-Angebote der Firma Astra, die in Barcelona gefertigt werden. Ein Beispiel von vielen aus dem Sortiment: der nur 110 Kilogramm schwere MiniLift. Das Leichtgewicht stemmt bis zu 3,2 Tonnen achsseitig und ist in Kombination mit einem Kompressor auch für Einsätze zur Pannenhilfe, Radmontage beim Kunden vor Ort oder auch an der Rennstrecke geeignet. Im mobilen Einsatz bietet sich der mit Rollen ausgestattete MiniLift AE100L "Lift & Move" besonders an.

Während der spanische Anbieter mit Innovation und Designpreisen die Aufmerksam auf sich zieht, setzt der tschechische Hersteller AMI auf versprochene Langlebigkeit. Der Eigentümer der seit 1992 produzierenden Firma, Ivo Videnka, gibt zehn Jahre Garantie auf seine Produkte. Die Hebebühnen aus Litomysl sind als hydraulische Zwei-Säulen-Hebebühnen mit einer Tragkraft variierend von 3,0 bis 8,0 Tonnen oder als hydraulische Vier- Säulen-Hebebühnen von 4,0 bis 5,5 Tonnen erhältlich.

Darüber hinaus bietet AMI auch Radgreifer mit einer Tragkraft bis zu 45 Tonnen für Nutzfahrzeuge an. Als weitere Marke im Vertriebsnetz der Auswuchtwelt stellt Thomas Zink die Marke OMCN aus Italien vor. Die nach ISO 9001 zertifizierte, elektrohydraulische Vier-Scheren-Hebebühne X-Line ist derzeit eines der innovativsten Modelle im Portfolio. Die Bühne besteht aus vier Scheren an jeder Ecke -was ein exaktes Ausrichten, zum Beispiel bei einer Achsvermessung, ermöglicht. Optional ist die Bühne als Über- oder Unterflurvariante mit der Zusatzhubplattform von vier Tonnen ausstattbar. Damit lassen sich Fahrzeuge vom Smart bis zum Lieferwagen anheben.

Kurzfassung

Das Angebot an Hebebühnen ist vielfältig. Im zweiten Teil unserer Serie stellen wir weitere Bestseller und Exoten vor.

Stabiles Gestell

Hebebühnen sind unentbehrliche Helfer. Damit aus dem Freund kein Feind wird, erläutern wir, was vor der Montage relevant ist. Was in Neubauten keine Probleme darstellt, kann in älteren Gebäuden zum Rätselspiel werden: Wie ist der Boden beschaffen? Wie tief ist er, und was trägt der Belag?Auch wenn eine Halle in der Vergangenheit für Schwerlastaufgaben genutzt wurde, heißt dies nicht automatisch, dass eine Hebebühne problemlos dort aufgebaut werden kann. Hersteller beschreiben in ihren Unterlagen ganz genau, welche Verankerungen zulässig sind. Eine Probebohrung, die vorerst auch in Eigenregie vorgenommen werden kann, zeigt, ob es sich bei der Deckschicht des Bodens um eine sogenannte Opferschicht handelt.Diese besteht häufig aus einer Dämmung sowie einer nicht ganz so hochwertigen Oberfläche. Der Hintergedanke dabei: Wird die Fläche stark strapaziert, zum Beispiel durch das Befahren mit schwerem Transportgut, kann sie kostengünstig im Ganzen oder partiell ersetzt werden.Das Problem bei der Montage einer Hebebühne (Überflur) liegt auf der Hand: Die Dübel spreizen sich im losen Unterboden und finden keinen Halt. Zudem kann sich die Fläche langfristig setzten. Die Inbetriebnahme wäre hier lebensgefährlich. Sollte es den Verdacht geben - auch wenn die Bühne bereits genutzt wird -, prüfen Sie mit dem vom Hersteller angegebenen Anzugsdrehmoment regelmäßig die Verschraubung. Gibt es Toleranzen, muss ein stabiles Fundament her. An diesem Punkt, egal, ob vor der Montage oder in einem Verdachtsfall, sollten ein Statiker sowie eine professionelle Baufirma hinzugezogen werden.Ein Hersteller kann in solchen Einzelfällen aus der Ferne nicht entscheiden, welche Lösung die sicherste ist. Das neue Fundament selbst muss mit der starken, tieferliegenden Bodenplatte verankert werden, um die Stabilität in alle Richtungen zu gewährleistet. Eine einfache Betonmischung aus dem Handel genügt hier nicht aus. Die Mischung benötigt eine Zertifizierung für den Anwendungsfall. Ist dieser Arbeitsschritt erledigt, fällt der Arbeitsbereich je nach Tiefe des Fundaments und Vorgabe des Herstellers zwischen 10 bis 30 Tage aus.Erst dann ist die Bodenplatte vollständig ausgetrocknet und gewährleistet ein sicheres Aufstellen der Hebebühne. Für kleine Betriebe ist dieser Vorgang zwar kostspielig und langwierig, aber in jedem Fall besser als ein verletzter Mitarbeiter.

Autor: Anna Matuschek

 
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