Porsche 911 GT3: Feingetunter Flügel-Flitzer

Porsches Super-Sauger 911 GT3 wird neu aufgelegt.
© Foto: Porsche

Porsches Super-Sauger 911 GT3 wird neu aufgelegt. Mit noch mehr Rennsporttechnik als zuvor meistert er die Nordschleifen-Runde in deutlich unter sieben Minuten.


Datum:
18.02.2021
Lesezeit: 
5 min

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Von Mario Hommen/SP-X

Der vor allem von trackaffinen und puristischen 911er-Fans verehrte GT3 feiert im Frühjahr sein Comeback. Wie in vorherigen Versionen fällt der straßenzugelassene Porsche-Rennwagen durch seinen mächtigen Schwanenhals-Heckflügel, große Luftöffnungen am Bug und eine Auspuffanlage mit zwei zentral positionierten Endrohren auf. Im Vergleich zur 2018 eingestellten Vorgängerversion bietet der unverändert im Heck untergebrachte 4,0-Liter-Boxermotor eine um jeweils zehn auf 510 PS (375 kW) und 470 Newtonmeter gesteigerte Leistung. Wie bisher ist ein Hochdrehen auf 9.000 Touren möglich.

Wer es darauf anlegt, kann die trotz einer aufwendigeren Abgasreinigung auf 1.418 Kilogramm runtergehungerte Flügel-Flunder in 3,4 Sekunden aus dem Stand auf 100 und in 10,8 Sekunden auf 200 km/h treiben. Maximal wird der klassisch heckgetriebene GT3 320 km/h (PDK 318 km/h) schnell. Alternativ zum Sechsgang-GT-Handschaltgetriebe mit Zwischengasfunktion ist die siebenstufige Doppelkupplungs-Automatik PDK bestellbar. Während bei den meisten 911er-Versionen die Einbauquote für manuelle Schaltungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt, rechnet Porsche beim GT3 mit einem Anteil von 40 Prozent.

Der neue GT3 ist Porsches erstes Serienmodell mit einer ursprünglich für den Le-Mans-Sieger 911 RSR konstruierten Doppelquerlenker-Vorderachse. Zwar sorgt diese Konstruktion für ein paar zusätzliche Kilo, doch im Gegenzug versprechen die Zuffenhausener besseres Einlenkverhalten und mehr Präzision. Neue Stoßdämpfer sollen bei gleichzeitig mehr Komfort ebenfalls eine bessere Rennstrecken-Performance gewährleisten. Für letztere ist außerdem die bereits beim Vorgänger eingesetzte Hinterradlenkung zuträglich.


Porsche 911 GT3 (2022)

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Besonders großen Anteil an schnelleren Kurvenfahrt hat das neue Aerodynamik-System, welches laut Porsche in der für den Straßenverkehr unzulässigen Track-Justierung bis zu 50 Prozent mehr Abtrieb bei unverändert hohem Luftwiderstand im Vergleich zum Vorgänger sorgt. Wichtig war dabei auch die Beibehaltung der Schwanenhals-Führung des Heckflügels, was das "Aufhängen" an der Oberseite ermöglicht, da der Unterdruck vornehmlich an der Unterseite erzeugt wird, die in diesem Fall keine störenden Stege aufweist.

Nürburgring: 17 Sekunden schneller als der Vorgänger

In der Summe sollen die Maßnahmen im Rennstreckeneinsatz im Vergleich zum Vorgänger deutliche Vorteile bringen und den GT3 in den exklusiven Sub-Seven-Club der Nordschleife katapultieren. Laut Porsche wurde die Neuauflage auf der legendären Rennstrecke des Nürburgrings im kürzeren 20,6-Kilometer-Loop mit 6:55,2 Minuten gemessen. Das sind 17 Sekunden weniger als beim Vorgänger. Bislang gibt es zudem nur sechs straßenzugelassene Modelle von Mercedes, Radical, Lamborghini und Porsche, die schneller waren.  

Dass der GT3 auf Pisten-Performance getrimmt wurde, zeigt sich auch an anderer Stelle, So wurden neue Schmiederäder mit Zentralverschluss sowie deutlich größer dimensionierte und zugleich leichtere Bremsscheiben entwickelt, die jeweils einen Beitrag zur Senkung der ungefederten Massen leisten. Ebenfalls einige Kilos wurden bei der Leichtbau-Sportauspuffanlage, der Lithium-Ionen-Starterbatterie oder durch den vermehrten Einsatz von kohlefaserverstärkten Kunststoffen gespart.

Neu beim GT3 ist das Vorderachs-Liftsystem mit "Smart Lift"-Memoryfunktion. Erstmals können zudem straßenzugelassene Rundstreckenreifen bestellt werden. Speziell für den Rennstrecken-Streckeneinsatz bietet Porsche ein Clubsport-Paket, welches einen Sechspunktgurt für den Fahrer, Überrollkäfig, Feuerlöscher und Batterietrennschalter umfasst. Anders als die optionalen Carbon-Keramik-Bremsen ist dieses Paket ohne Aufpreis. Apropos: Preise für den neuen GT3 nennt Porsche noch nicht, doch dürften diese im Vergleich zum rund 152.000 Euro teuren Vorgänger spürbar anziehen.

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