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Fahrbericht Porsche Macan GTS: Schärferes Outfit

Den Porsche Macan gibt es nun als GTS.
© Foto: Porsche

GTS, dieses Kürzel steht bei Porsche für eine Extraportion Power und kleine Design-Verfeinerungen. Neun Modelle im Portfolio gibt es bereits. Familienmitglied Nummer zehn heißt Macan GTS – und soll seinen Platz irgendwo zwischen Macan S und Turbo finden.


Datum:
09.11.2015
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Von Michael Specht/SP-X

Die Marketing-Strategen bei Porsche verstehen ihr Handwerk perfekt. Keine andere Marke fächert ihre Modelle in so viele Varianten und Motorisierungen auf wie der Stuttgarter Sportwagenbauer. Am besten ablesen lässt sich dies am 911 Carrera, von dem es über 20 verschiedene Versionen gibt.

Der Macan, seit Anfang 2014 auf dem Markt, ist dagegen fast ein Solist. Gerademal drei Modelle gibt es, den S als Benziner und Diesel und den Turbo (400 PS). Jetzt wird nachgereicht. Dem Kunden soll es schließlich nicht langweilig werden. Es gilt, neue Begehrlichkeiten zu wecken. Diese hören auf das Kürzel GTS, neudeutsch: Gran Turismo Sport. Dahinter steckt bei Porsche Tradition. Neun Modelle tragen diese Buchstaben bereits am Heck. Der Macan ist die Nummer zehn. Und kommt optisch so verfeinert daher, dass auch Nicht-Macan-Fahrer ihn sofort als neues Familienmitglied entlarven. Das schwarze Dekor zieht sich wie in roter Faden durch den GTS. Nicht nur Felgen, Side Blades, Zierleisten, Auspuffblenden, Grill und Schriftzüge schimmern schwarz, auch die Scheinwerfer und die Rückleuchten wurden mit einbezogen. Profis erkennen natürlich auch, dass der Macan GTS 15 Millimeter tiefer liegt als die S-Version und hinter den 20-Zöllern die fetten Bremsen des Turbo-Bruders stecken.

Es wäre vermessen zu behaupten, im öffentlichen Straßenverkehr würde man merken, dass der GTS dynamischer und handlicher ums Eck geht als die anderen Versionen. Auch wenn die Entwickler hier und da an ein paar Stellschrauben gedreht und seine "Fahrdynamik geschärft" haben. Der Macan fährt ohnehin unter allen SUV unangefochten auf der Pole Position. Kein Konkurrent kann ihm in Sachen Handlichkeit und Agilität das Wasser reichen. Spüren tut man allenfalls die nochmals sportlichere Gesamtabstimmung. Erstaunlicherweise leidet der Komfort darunter nicht.

Hoher Spaß- und Suchtfaktor

Auch auf der Motorenseite kommt beim GTS jetzt nicht der große Hammer. 20 Mehr-PS haben die Ingenieure den Dreiliter-Sechszylinder-Benziner entlockt, der nun 360 PS leistet. Sie würde allenfalls registrieren, wer direkt vom S in den GTS umsteigt. Als Normverbrauch gibt Porsche 8,8 Liter an, die im Alltag so gut wie nie zu erreichen sind. Dafür tritt man im GTS einfach zu häufig aufs Gas. Das Auto besitzt nicht nur einen hohen Spaß-, sondern durchaus auch einen gewissen Suchtfaktor. Die in dieser Liga obligatorische Sprint-Disziplin 0-100 km/h erledigt der Macan in bester Sportwagen-Manier in 4,2 Sekunden und ist in der Lage, die linke Autobahnspur locker mit 256 km/h unter die Räder zu nehmen.

Für ein zügiges Reisen ist also bestens gesorgt. Deutlich angenehmer als zuvor wird dies auch mit dem neuen Infotainment-System PCM 4.0 (Porsche Communication Management), das im modellgepflegten 911 Carrera sein Debüt feiert und in der Macan-Baureihe zuerst im GTS verfügbar ist. Porsche fuhr die vergangenen Jahre auf diesem Gebiet der Konkurrenz hinterher. Nun ist alles an Bord, was zu einer zeitgemäßen Konnektivität im Auto gehört. Möglich sind Online-Navigation, Smartphone-Anbindung und drahtlose Aufladung, WLAN, Sprachbedienung, Eingabe per Handschrift, Wisch- und Zoom-Gesten, eine Annäherungs-Sensorik, Echtzeit-Verkehrsinfos (RTTI) sowie Google Earth und Street View. Die Bedienung ist logisch aufgebaut, läuft nahezu intuitiv ab.

Ein wenig in Geduld müssen sich GTS-Kunden noch üben. Der neue Macan wird erst Ende Januar in den Verkauf gehen – zum Preis von 73.400 Euro.


Porsche Macan GTS

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