Mit dem Celestiq hat Cadillac vor knapp drei Jahren sein wohl ambitioniertestes Projekt der bald 125-jährigen Geschichte gestartet. Das elektrische Flaggschiff soll zeigen, was die Marke technisch und handwerklich leisten kann, und sie als Anbieter von Luxusfahrzeugen jenseits der Großserie positionieren.
Gebaut wird die 5,52 Meter lange Fließhecklimousine im Stil eines Shooting Brakes im Global Technical Center in Warren (Michigan). Und zwar in Handarbeit und ausschließlich auf Kundenanfrage. Parallel können dort höchstens sechs Fahrzeuge in Arbeit sein, maximal zwei pro Tag werden fertig. Die Serienproduktion lief im Dezember 2023 an, nachdem ein Konzeptfahrzeug im Sommer 2022 gezeigt worden war.
Mit persönlichem Concierge
Jeder Käufer bekommt einen persönlichen Concierge, der ihn durch den gesamten Prozess begleitet. Fast jedes Detail lässt sich individuell festlegen, vor allem im Innenraum. Das reicht bis zur Außenlackierung: Wer möchte, lässt den Celestiq in der Lieblings-Nagellackfarbe seiner Frau lackieren.
Technisch basiert die über drei Tonnen schwere Limousine auf GMs Ultium-Elektroplattform, die für den Celestiq maßgeschneidert wurde. Der 111-kWh-Akku soll für 483 Kilometer Reichweite reichen, mit Gleichstrom lädt der Celestiq mit bis zu 200 kW. Zwei Elektromotoren, je einer pro Achse, bilden zugleich den zuschaltbaren Allradantrieb. Sie leisten zusammen 488 kW / 664 PS und liefern 875 Nm Drehmoment, den Sprint auf 100 km/h erledigt der Cadillac in 3,8 Sekunden.
Cadillac Celestiq (2026)
Das Fahrwerk kombiniert Luftfederung, adaptive Dämpfer und eine Fünflenker-Aufhängung. Die Hinterachse lenkt je nach Situation bis zu 3,5 Grad mit. Zur Ausstattung gehört außerdem der Assistent "Ultra Cruise", der auch automatisches Einparken ohne Fahrer an Bord beherrscht. Während des Ladens zeigen die Leuchten vorn und hinten den Ladestand an.
Wirtschaftlich fällt das erste Fazit gemischt, aber durchaus positiv aus. Nach Angaben aus dem Umfeld des Projekts sind bislang mehr als 40 Fahrzeuge auf der Straße. Das liegt unter den ursprünglich erwarteten rund 100 Einheiten pro Jahr. Bei einem Preis, der bei etwa 300.000 Dollar startet, in der Praxis aber laut GM meistens die 400.000-Dollar-Grenze reißt, werten die Verantwortlichen es dennoch als Erfolg. Zumal der Celestiq als Nischenprodukt konzipiert ist.
Dabei muss es nicht bleiben. Denn GM kann sich durchaus vorstellen, den Celestiq auf Anfrage und per Einzelabnahme auch in weiteren Ländern anzubieten. Ein Export nach Europa gilt dabei grundsätzlich als denkbar, ist aktuell aber nicht geplant.