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100 Jahre Subaru: Auf zum Himmel!

Die Wurzeln Subarus liegen im Flugzeugbau.
© Foto: Subaru

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte von Subaru vor 100 Jahren als Flugzeugspezialist. Ein Erbe, das bis heute gepflegt wird und die Konstruktion der Allradautos beeinflusst.


Datum:
25.08.2017
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Von Wolfram Nickel/SP-X

Selten wird der Mut zum Anderssein belohnt, wie die meisten Automobilmarken mit Pioniergeist wissen. Oft genug führen technische Extravaganzen sogar zur Insolvenz, wie etwa zuletzt Saab erfahren musste. Geradezu unglaublich ist deshalb die Geschichte des japanischen Autobauers Subaru, nach dem sich nun passgenau zu seinem 100. Geburtstag auch der Subaru-Mutterkonzern Fuji Heavy Industries (FHI) benannte. Wie Saab hat auch Subaru seine Ursprünge in der Aeronautik und begann erst nach dem Zeiten Weltkrieg mit dem Bau von Fahrzeugen, deren Technik bis heute durch Erfahrungen aus der Luftfahrt beeinflusst wird. Sogar das von Subaru seit 1965 konsequent verfolgte, wenn auch kostspielige Konzept des Boxermotors spielte seine Vorteile ursprünglich in Flugzeugen aus. Nach den Sternen greifen will die Marke auch durch ihr Logo, das die sechs sichtbaren Sterne der Plejaden zeigt. Richtig abheben konnte Subaru aber erst ab 1972 mit Einführung des Vierradantriebs in allen Fahrzeugklassen. Die Kombination aus Boxermotor und Allrad erwies sich als so genial, dass die Japaner bis heute weltweit größter Hersteller von 4x4-Pkw sind – und sich nebenbei konstruktive Spleens erlauben können, an denen andere Kultmarken wie Saab scheiterten.

Tatsächlich stand schon ganz am Anfang der Unternehmensgeschichte von Subaru bzw. des FHI-Konzerns eine eigenwillige Entscheidung. Denn damals, im Mai 1917 gründete der technikbegeisterte Bauernsohn und Marineakademie-Absolvent Chikohei Nakajima im japanischen Ota ein futuristisch wirkendes Versuchslabor für Flugzeuge, statt wie es dem Zeitgeist entsprach, eine Automobil-Produktion aufzuziehen. Wie weitsichtig die Aeronautik-Begeisterung Nakajimas war, sollte sich bald zeigen. Während Nippons frühe Automobilproduzenten nicht selten am noch fehlenden Straßen- und Wegenetz scheiterten, entwickelte sich die Nakajima Aircraft Factory zu einem der größten Flugzeughersteller, der bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs über 30.000 Verkehrs- und Militärmaschinen auslieferte, darunter Japans ersten Jetfighter. Gründervater Nakajima starb 1949 nach der Zerschlagung seines Konzerns durch die Siegermacht USA.

Was er nicht ahnen konnte war, dass Subarus späterer Aufstieg zum weltgrößten Allradspezialisten ausgerechnet in den USA seinen Anfang nahm und Nordamerika bis heute mit weitem Abstand vor Japan Subarus wichtigster Absatzmarkt ist. Zuvor aber wurde die Nakajima Aircraft Co 1945 zur Firma Fuji Sangyo transfomiert, die ab 1947 das Nachkriegsjapan mit dem Motorroller "Rabbit" mobilisierte. Sechs Jahre später kam es zur Gründung des Subaru-Mutterkonzerns Fuji Heavy Industries FHI, der außer Bussen, Eisenbahnen und Maschinen vor allem Flugzeuge baute. Fuji Heavys erster Präsident Kenji Kita war jedoch ebenso weitsichtig wie einst Nakajima und ergänzte deshalb diesmal eine Autosparte, die er 1955 mit dem klangvollen Namen Subaru versah. Wobei Subaru im Japanischen "sich vereinen" bedeutet, aber auch das Sternbild der Plejaden meint.

In der Rolle eines Volkswagens

Nun ging alles rasch. Nach einer 1955 erfolgten Kleinserienfertigung von Mittelklasse-Limousinen des Typs P-1 lancierte Subaru 1958 den Typ 360. Dieses 2,99 Meter kurze, aber viersitzige Kei-Car mit Zweizylinder-Heckmotor wirkte wie ein geschrumpfter VW Käfer und bemühte sich durchaus erfolgreich, die Rolle eines Volkswagens in Land der aufgehenden Sonne auszufüllen. Mehr noch: Ab 1968 war das von den Fans liebevoll Ladybird bzw. Marienkäfer genannte Krabbeltier auch in den USA erhältlich. Zwar mussten die Händler Absatzförderung treiben durch irrwitzige "special offers for families", die sechs Subaru für 2.000 Dollar inkludierten, aber die Marke wurde nicht zum Gespött, sondern berühmt-berüchtigt für ihre Eigenwilligkeiten. Dazu zählten auch Boxermotor und Frontantrieb, mit denen die kompakte 1,0-Liter-Limousine Subaru 1000 seit 1966 als erstes Nippon-Modell zu haben war, bevor die Boxer-Baureihe Leone ab 1972 Allradantrieb-Trendsetter und Inbegriff der langlebigen Zuverlässigkeit wurde. Nicht einmal der patriotisch eingestellte US-Präsident Ronald Reagan wollte darauf verzichten, einen offroadtauglichen Subaru auf seiner Ranch mit schweren Transportaufgaben zu betrauen, zumal die Japaner dafür eigens den Pick-up Brat im Pkw-Design bereithielten.

Als die Amerikaner den Kassenknüller "Auf dem Highway ist die Hölle los" im Jahr 1981 auch in die deutschen Kinos schickten, schien dieser chaotische Rennfilm ein idealer Werbebotschafter für die hierzulande brandneue Marke Subaru. Denn in dem Streifen trat Kampfsportidol Jackie Chan mit einem robusten Subaru 1800 gegen die PS-gewaltigen Boliden von Roger Moore, Burt Reynolds und Dean Martin an. Trotzdem entschieden sich im ersten Verkaufsjahr nicht mehr als 2.600 Deutsche für die Allradler. Erst der Ausbau der Modellpalette und das Engagement vieler kleiner Händler, vor allem in gebirgigen Gegenden brachte den Durchbruch. 4x4-Technik war nicht mehr allein ein Garant für bessere Traktion und mehr Sicherheit, sondern galt als sportlich-schick, wozu nicht zuletzt die Audi-quattro-Modelle beitrugen.

Subaru brachte auch Überraschungen mit: So führten die Japaner schon 1983 den 3,53 Meter messenden Micro-Bus Libero ein, der als kürzester Allrad-Siebensitzer aller Zeiten Geschichte schrieb. Ein Jahr später folgte als erster in Europa lieferbarer asiatischer 4x4-Mini der 3,50 Meter kurze Justy. Wie von einem anderen Stern wirkte dagegen der 1985 eingeführte Subaru XT. Mit Cockpit im Jetfighter-Stil und starkem Turbomotor wurde das keilförmige Klappscheinwerfer-Coupé schneller Leistungsträger des Allradprogramms. Vor allem aber setzte der XT die Initialzündung zur Sportlichkeit, die 1991 das extravagante Gran-Turismo-Coupé SVX mit Sechszylinder-Boxermotor und Allradantrieb fortsetzte.

Impreza beeindruckte auf Ralleypisten

Dagegen beeindruckte Subarus Golf-Herausforderer Impreza ab 1993 die Konkurrenz auf den Rallyepisten. Dort gewann der Impreza als WRX STI ab 1995 eine Serie von sechs Weltmeisterschafts-Titeln. Ruhm, von dem die Marke bis heute zehrt und der 2003 zu einer Kooperation mit den Rallye- und Aeronautik-Enthusiasten von Saab führte. So gab es den Subaru Impreza auch als Saab 9-2 und der SUV Subaru Tribeca debütierte als Saab 9-6.

Verkaufserfolge mit SUV waren für einen Allradhersteller wie Subaru schon in den 1990er Jahren verpflichtend. Deshalb lancierte Subaru zunächst 1995 den Outback als Kombi im Crossover-Gewand und zwei Jahre später folgte der Forester als erster SUV im nüchternen Kombikleid. Dieser zuverlässige Waldläufer wurde nicht nur schnell ein Liebling der Förster, wie etwa das populäre Sondermodell Hubertus zeigte, er zählt ebenso wie der Outback bis heute weltweit zu den beliebtesten Allradfahrzeugen für Familien, Firmen und Freizeitsportler. Seinen Sinn für Extravaganzen hat sich Subaru dennoch bewahrt, wie der speziell für Europa entwickelte weltweit erste Großseriendiesel in Boxer-Bauweise zeigt, aber auch der klassisch-puristische Sportwagen BRZ mit Hinterradantrieb. Eine technikverliebte Kreativität, die Subaru auch für das zweite Jahrhundert des Konzerns verspricht. 

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