Tests für Roboterautos: TÜV SÜD schmiedet internationale Allianz

Intelligent vernetzte Fahrzeuge werden derzeit weltweit entwickelt und erprobt.
© Foto: Mercedes-Benz

Zusammen mit Partnern will der Münchner Prüfkonzern weltweit anerkannte Standards, Testszenarien und Prüfmethoden für die Mobilität von morgen entwickeln.

TÜV SÜD hat gemeinsam mit Partnern ein internationales Bündnis gegründet, um global einheitliche Testmethoden und Standards rund um das automatisierte Fahren voranzutreiben. Ziel der International Alliance for Mobility Testing and Standardization (IAMTS) sei es, ein Portfolio an Testumgebungen für Smart Mobility mit den höchsten Qualitätsstandards aufzubauen, teilte der Prüfkonzern am Montag in München mit. Damit wolle man die Entwicklung und Markteinführung automatisierter Mobilität effektiv unterstützen.

Intelligent vernetzte Fahrzeuge (ICV) sind ein großes Zukunftsthema in der globalen Autobranche. Die Anforderungen an die Wagen sowie die Kenntnisse und Ansätze in Bezug auf Verkehrsregeln, Zertifizierungsvorschriften und Prüfnormen variieren jedoch von Land zu Land. Daher gibt es noch keine einheitlichen oder etablierten Testmethoden und Standards für die Zulassung automatisierter Fahrfunktionen.

"Dies stellt zunehmend eine echte Hürde für die Erprobung und Markteinführung automatisierter Fahrzeuge dar. Das wollen wir gemeinsam mit unseren Partnern ändern und mit IAMTS weltweit anerkannte Standards, Testszenarien und Prüfmethoden für die Mobilität von morgen entwickeln und soweit möglich auch harmonisieren", betonte Patrick Fruth, CEO Division Mobility und Alexander Kraus, Senior Vice President, Global Head of Automotive bei TÜV SÜD. Der Bedarf nach zuverlässigen, vorhersehbaren und reproduzierbaren Tests für ICVs über geografische und regulatorische Grenzen hinweg wachse weltweit.

Komplexe Informationen zusammenführen

IAMTS will den Plänen zufolge die komplexen Informationen, die global aus Test- und Verifikations- und Validierungsmethoden abgeleitet werden, bündeln und auf dieser Basis die Entwicklung von Testabläufen und -szenarien für Roboterfahrzeuge beschleunigen. Dabei konzentriere sich die Allianz auf Anwender und Betreiber von Testumgebungen, hieß es.

TÜV SÜD begleitet die Entwicklung hochautomatisierten Fahrens in verschiedenen Bereichen. In Deutschland arbeiten die Münchner beispielsweise im Projekt "Pegasus" des Wirtschaftsministeriums an der Formulierung von Anforderungen, die an Methoden und Werkzeuge für die Absicherung von hochautomatisierten Fahrfunktionen auf Autobahnen gestellt werden müssen. Mit dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) entwickelt der Konzern einen "TÜV für Algorithmen", zudem werden verschiedene Testfelder betrieben. Bei der neuen IAMTS-Allianz kooperiert TÜV SÜD mit der Society of Automotive Engineers International (SAE), dem China Automotive Technology and Research Center (CATARC), dem Shanghai Intelligent Automotive Center (SIAC) und International Transportation Innovation Center (ITIC). (rp)

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