Reifentest: Wenig Geld, wenig Sicherheit

Der runderneuerte Reifen patzte beim Reifentest.
© Foto: TÜV SÜD

TÜV SÜD hat in einem Reifentest einen runderneuerten Reifen mit einem Premiumreifen von Goodyear und einem chinesischen Reifen verglichen. Der runderneuerte patzte beim Hochgeschwindigkeitstest.


Datum:
28.07.2020
Lesezeit: 
4 min

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Wie schneiden runderneuerte Reifen in puncto Sicherheit ab? Das untersuchte TÜV SÜD Reifenexperte Thomas Salzinger zusammen mit Jörg Peterson, Redakteur der Fachzeitschrift auto-illustrierte, in einem Reifentest. Probanden waren der runderneuerte Reifen King-Meiler STREAX aus deutscher Produktion, der Premiumreifen Goodyear EfficientGrip Performance 2 als Referenzreifen und der chinesische Reifen Goodride SA37 Sport. 

Ergebnis des Tests auf dem Goodyear-Testgelände im französischen Mireval laut TÜV SÜD: Die Low-Budget-Reifen fallen in fast allen Disziplinen gegen den aus dem Premiumsegment stark ab. Bei den zusätzlich durchgeführten Prüfstandversuchen lösen sich beim ECE-Highspeed-Test sogar Teile des Profils des runderneuerten Reifens ab. Ein zweites Prüfmuster platzt nach 16 Sekunden bei Tempo 270 – trotz W-Kennzeichnung.

Der Test offenbart bei den beiden preisgünstigeren Reifen klar Schwächen gegenüber dem Referenz-Pneu. Beim Trockenbremstest aus 100 Stundenkilometern setzt der Goodyear die Benchmark mit 36 Metern. Der Golf auf Goodride braucht dann noch 80 Zentimeter mehr, der auf den King-Meilers steht sogar erst bei 38,3 Metern.

Nass erwischt

Beim Bremstest auf nasser Fahrbahn und aus 80 Stundenkilometern lässt dann auch der Goodride weiter nach. Er bringt das Testauto, einen VW Golf VIII mit 150 PS, erst nach 40 Metern zum Stillstand, der King-Meiler steht nach 40,5 Metern. Der Goodyear schafft das nach 35,1 Metern. Fazit: Wo der Golf auf Premiumreifen sicher zum Halten gebracht wird, sind Goodride und King-Meiler noch mit 28 beziehungsweise 29 Sachen unterwegs. "Das sind Restgeschwindigkeiten, die auf jeden Fall zu Verletzungen und stärkeren Beschädigungen führen können", erklärt Salzinger.

Zusätzlich zu den realen Fahrtests auf der Teststrecke in Mireval haben die Reifenexperten von TÜV SÜD auch umfangreiche Standardtests auf dem Prüfstand in den eigenen Labors in Garching bei München durchgeführt. Dazu gehörten ein 34-Stunden-Dauerlauftest sowie ein Schnelllauftest in Anlehnung an die zulassungsrelevante ECE-Methode. Dabei laufen die Reifen ab 240 Stundenkilometern stufenweise auf 270 km/h hoch und halten das Tempo 20 Minuten lang. Zusätzlich gab es im Anschluss noch eine Testverschärfung: eine Stunde lang unter zwei Grad Sturz bei maximal zugelassener Geschwindigkeit – in diesem Fall W-Kennzeichnung, also 270 Stundenkilometer. Der runderneuerte Reifen hat hier nur den Dauerlauftest defektfrei bestanden, während sowohl der Goodyear wie auch der Goodride alle Härtetests ohne Beanstandungen absolvierten.

"Die beiden getesteten Reifen aus dem unteren Preissegment haben in Sachen Fahrsicherheit und Performance gegenüber dem Premiumreifen deutlich weniger zu bieten. Der runderneuerte Pneu hat zudem unter Höchstbelastung am Prüfstand deutliche Schwächen gezeigt. Auch wenn der Dauerlauftest auf dem Prüfstand fehlerfrei bestanden wurde: Den Nachweis über die Beständigkeit an der Belastungsgrenze blieb er schuldig. Und dass der Runderneuerte im vorliegenden Test leistungsmäßig auch dem Billigprodukt aus China kaum das Wasser reichen konnte, ist angesichts der begrüßenswerten positiven ökologischen Aspekte keine gute Nachricht", so das Fazit des TÜV-Experten. (tm)


TÜV SÜD betreibt in Garching bei München das größte unabhängige Reifen-/Räder-Labor seiner Art in Europa. Die Experten sind hier seit vielen Jahren der kompetente Partner der Reifen- und Fahrzeugindustrie, wenn es um Reifen und Räder geht.

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