Partslife-Umweltpreis
Im Mai wurde erstmals der Partslife-Umweltpreis verliehen. Damit werden innovative Umweltmaßnahmen umgesetzt, die von Unternehmern und Mitarbeitern initiiert werden. Schirmherr des Preises ist Musiker Peter Maffay, der auch die Preisverleihung vornahm.
Eigentlich war Peter Maffay zum Partslife-Kongress nach Fulda gekommen, um etwas zu geben. Genauer gesagt etwas zu vergeben, nämlich den 2012 erstmals ausgelobten Partslife-Umweltpreis, für den der Deutschrocker als Schirmherr fungierte. Dass er dann unerwartet viel aus Fulda mitnehmen konnte, lag an den Preisträgern des Umweltpreises. Ausgezeichnet hatten Partslife Geschäftsführer Wolfgang Steube und ZDF-Moderator Volker Angres, Leiter der Redaktion Umwelt, die von einer fachkundigen Jury ausgewählten Gewinner in den Kategorien Industrie, Handel, Werkstatt und der Sonderkategorie ganzheitliches Konzept.
Die Preise in den drei Hauptkategorien waren jeweils mit 3.000, der Sonderpreis mit 1.000 Euro dotiert. Weil drei der vier Gewinner ihre Preisgelder spontan an die Peter Maffay Stiftung spendeten, konnte der Musiker Fulda mit Schecks über insgesamt 8.000 Euro im Gepäck verlassen.
120 Rinder sparen 8.000 Liter Öl
Preisträger in der Kategorie Industrie ist die Thyssen Krupp Bilstein Suspension GmbH aus Ennepetal. Ausgezeichnet wurde ein Nahwärmekonzept des Unternehmens, bei dem die Nutzung von Biogas und Abwärme eines benachbarten Bauernhofes mit 120 Rindern eine monatliche Ersparnis von 8.000 Litern Heizöl bei Bilstein ermöglicht.
CO2-Ausstoß deutlich reduziert
In der Kategorie 2, Handel, ging der Preis über 3.000 Euro an die Göhrum Fahrzeugteile GmbH + Co. KG, Sindelfingen. Die Jury honorierte hier die Beleuchtungsoptimierung durch Einsatz von Energiesparlampen (55 Prozent CO2-Ersparnis), der Umstellung von Öl- auf Gasheizung und Energiedämmung (40 Prozent CO2-Einsparung). Hinzu kamen Einsparungen durch eine veränderte Tourenplanung der Auslieferungsfahrzeuge, wodurch pro Tag 1.190 Kilometer weniger zurückgelegt werden müssen. Die größte CO2-Einsparung (-95 Prozent ) wurde durch eine Umstellung von Kartons auf Mehrwegboxen erzielt.
Preisträger in der Kategorie 3, Werkstatt, ist Autoservice Kirwel aus Üxheim. Der Familienbetrieb mit neun Mitarbeitern hat das Thema Energieeffizienz in mehreren Bereichen umgesetzt. Unter anderem durch den Einsatz von Energiesparleuchten, eine bedarfsorientierte Heizungsanlage, Gebäudedämmung und eine Photovoltaik-Anlage, die unter anderem die zum Betrieb gehörende Waschanlage und künftig auch eine Stromtankstelle speisen soll.
Spendable Preisträger
Der Sonderpreis über 1.000 Euro ging schließlich an die Herth+Buss Fahrzeugteile GmbH und Co. KG für ihr ganzheitliches Umweltkonzept. Hier hat man Energieeffizienzmaßnahmen mit einer Optimierung der Entsorgung und einer konsequenten Integration der Mitarbeiter in den Umweltschutz verbunden. Darüber hinaus beteiligte sich das Unternehmen an der Aktion „mit dem Rad zur Arbeit“. Die Unternehmensvertreter verdoppelten das Preisgeld spontan auf 2.000 Euro und spendeten, wie zuvor schon ThyssenKrupp Bilstein und die Firma Göhrum den Betrag für Projekte der Peter Maffay Stiftung.
Der Sänger hatte vor der Preisverleihung einen Einblick in die Arbeit der Stiftung und das Engagement für benachteiligte und traumatisierte Kinder und Jugendliche gegeben. Dabei machte er deutlich, dass das Thema Umwelt ein wesentlicher Bestandteil seines sozialen Engagements und der Arbeit seiner Stiftung ist. So hätten viele traumatisierte Kinder, die in die Einrichtungen der Stiftung kämen, in ihrem Leben noch keinen Wald gesehen, mit eigenen Händen einen Baum gepflanzt oder gar die Verantwortung für die Versorgung eines Tieres übernommen. „In unseren Einrichtungen haben sie die Möglichkeit all dies zu tun und einen bewussten Umgang mit Umwelt und Natur zu lernen. Wir nutzen auch die Natur als Therapeuten, und das sehr erfolgreich“, erzählte Maffay.
Kinderdorf mit Kfz-Werkstatt
Zu den aktuellen Projekten der Peter Maffay Stiftung (Details unter www.petermaffaystiftung.de) gehört unter anderem der Ausbau eines Kinderdorfes in Rumänien. Hier soll neben einer Metzgerei und einer Käserei auch eine Kfz-Werkstatt entstehen, in der benachteiligte Jugendliche Ausbildungsplätze bekommen sollen. Angesichts der spontanen Spenden durch die Preisträger war der sonst so redegewandte Peter Maffay sichtlich überwältigt und sprachlos. fs