Bodenreinigung
Flächenreinigung – Neue Besen kehren gut, Kehrmaschinen meist effizienter. Vor der Anschaffung sollte man jedoch einige Überlegungen anstellen, welche Maschine wirtschaftlich sinnvoll ist.
Der erste Eindruck bleibt hängen. Sauberkeit im und um den Betrieb zählt mit zu den ersten Dingen, die ein Kunde heute wahrnimmt. Vor allem Bodenflächen liegen immer im Blick des Kunden. Gerade der Zustand der Außenbereiche rund um Autohaus, Werkstatt oder Tankstelle kann darüber entscheiden, ob der Kunde das Gelände betritt oder sich angewidert abwendet.
Aber auch Böden in der Werkstatt, im Lager oder im Verkaufsraum sollten immer besenrein sein. Denn neben der Optik hat Sauberkeit auch mit der Verkehrssicherheit zu tun. Streugutreste, grober Müll oder auch vermooste Stellen bergen eine Rutsch- und Stolpergefahr, deren Beseitigung dem Firmenbetreiber obliegt.
Für die punktuelle Reinigung zwischendurch kann das bewährte Trio aus Besen, Schaufel und Müllsack durchaus ausreichend sein. In der Regel sind jedoch große Flächen zu reinigen, und hier macht sich eine Kehrmaschine schnell bezahlt (siehe Übersicht). Von der Handkehrmaschine über handgeführte Kehrsaugmaschinen bis hin zu Aufsitzmaschinen bietet der Markt eine große Palette an Geräten. Entscheidendes Auswahlkriterium ist dabei die Flächenreinigungsleistung, aber auch bei der Technik gibt es Unterschiede.
Rotationsprinzip
Prinzipiell unterscheidet man zwischen Handkehrmaschinen, die vom Anwender geschoben werden, handgeführten Kehrsaugmaschinen mit Antrieb und selbst fahrenden Aufsitzkehrmaschinen.
Bereits die unmotorisierte Handkehrmaschine vervielfacht gegenüber dem manuellen Kehren die Flächenleistung und bewältigt bis zu 2.500 m2 pro Stunde. Die Maschinen unterscheiden sich vor allem durch das Kehrprinzip.
Grundsätzlich bestehen die Geräte aus Kehrwalze, Seitenbesen und Auffangbehälter. Der Antrieb der Walze und der Seitenbesen erfolgt dabei über die großen Hinterräder durch Muskelkraft. Die Walze am hinteren Ende des Geräts rotiert dabei gegen die Fahrtrichtung und schaufelt den Schmutz über eine davor liegende Gummilippe in den Auffangbehälter nach vorne (Kehrschaufelprinzip). Bei Überwurfgeräten liegt die Walze vorn und fördert den Schmutz „über Kopf“ nach hinten in den Behälter. Vorteil: Der Behälter wird von oben aufgefüllt, was das nutzbare Volumen deutlich erhöht, und größere Schmutzteile werden nicht vor der Gummilippe hergeschoben.
Die aufwändigste Lösung sind Doppelwalzen-Systeme, deren gegenläufig rotierende Walzen nicht nur große Brocken, wie etwa Getränkedosen, aufnehmen, sondern auch eine leichte Sogwirkung erzeugen, die Staub oder auch Papier aufnimmt. Seitenbesen kehren den Schmutz aus Ecken und Kanten und führen ihn in den Wirkungsbereich der Kehrwalzen.
Kraftaufwand
Deutlich schneller und mit minimalem Kraftaufwand lassen sich Kehrmaschinen mit Antrieb bedienen. Hier reicht die Palette von der Akku-betriebenen Kehrmaschine mit Bürstenantrieb bis zur Kehrsaugmaschine, die elektrisch oder mit Verbrennungsmotor betrieben wird. Deren Saugeinrichtung erleichtert nicht nur die Schmutzaufnahme, sondern verhindert Staubaufwirbelung durch integrierte Filtersysteme. Der Antrieb ermöglicht eine Verdopplung der Flächenleistung und reduziert den Kraftaufwand etwa um den Faktor 10 im Vergleich zu Handkehrmaschinen.
Neben der Größe der zu reinigenden Fläche ist der Einsatzbereich entscheidend. Geräte mit Verbrennungsmotor – hier kann der Anwender in der Regel zwischen Gas-, Benzin- oder Dieselantrieb wählen – eignen sich fast ausschließlich für draußen. Sie sind relativ groß und können an engen und verwinkelten Stellen an ihre Grenzen stoßen. Handkehrmaschinen mit Akku sind leichter und wendiger, die Einsatzdauer durch die Akkulaufzeit aber begrenzt.
Rennbesen
Werden die handgeführten Kehrsaugmaschinen für Flächen bis 3.500 m2 empfohlen, schlägt bei größeren (Außen-)Flächen die Stunde der Aufsitzmaschinen. Gebrauchtwagenausstellungen, Parkplätze, große Tankstellen und Waschbetriebe mit Außenflächen bis zu 10.000 m2 lassen sich damit bequem und schnell sauber halten.
Neue Kompaktmaschinen bieten nicht nur ein wirtschaftliches Preis-Leistungs-Verhältnis, sondern können durchaus wendiger sein als eine große handgeführte Maschine. Bei den Aufsitzmaschinen kommt eine Kombination aus Kehrwalzen und Absaugung zum Einsatz. Ein Zusatznutzen ergibt sich aus der Möglichkeit, verschiedene Anbausätze anzubringen. So entfernen Seitenbesen mit Stahlborsten Moos und Gras. Ein Schneeschild macht die Kehrmaschine zum Räumdienst.
Für optimale Reinigungsergebnisse muss das Bürstenmaterial auf den anfallenden Schmutz und die Oberflächen abgestimmt sein. Innen, auf glatten Böden und bei hohem Feinstaubaufkommen empfehlen sich weiche Naturfasern, während außen auf groben Oberflächen Borsten aus Polypropylen oder Draht zum Einsatz kommen, da der Materialverschleiß deutlich ansteigt. Bei der Wahl des passenden Filterelements ist ebenfalls das Einsatzgebiet entscheidend. Sensible Papierfilter sind zur Aufnahme von feuchtem Schmutz nicht geeignet. Wird die Maschine überwiegend draußen genutzt, sollte man deshalb auf Polyester-Filter zurückgreifen, die sich dann auch mit dem Hochdruckgerät reinigen lassen.
Der Markt bietet eine breite Palette an Kehrmaschinen, die für nahezu jede individuelle Situation die passende Lösung bereithält. An ihre Grenzen stoßen die Kehrmaschinen allerdings bei anhaftendem Schmutz. Hier hilft, zumindest innen, nur eine Scheuersaugmaschine als Ersatz für Schrubber und Putzlappen. Aber das ist ein anderes Thema.
Dieter Väthröder