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Den Mief austreiben

Die Aufbereitung von Gebrauchtwagen ist heute Standard im Fahrzeughandel. Doch Raucherautos verursachen den doppelten Aufwand. Was hier zu tun ist, erklärt Christian Gambs, Geschäftsführer von Gambs Fahrzeuglackierung und Karosseriebau.


Datum:
23.04.2021
Autor:
Marcel Schoch
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Kurzfassung

Die Aufbereitung von Gebrauchtwagen kann sehr aufwendig sein, wenn lange und intensiv im Fahrzeug geraucht worden ist. Wir zeigen, welche Arbeitsschritte nötig sind, um ein Fahrzeug wieder sauber zu bekommen.

Die Firma Gambs Fahrzeuglackierung und Karosseriebau GmbH in Unterschleißheim hat einen Werkstattdurchsatz von bis zu einhundert Fahrzeugen am Tag, die aufbereitet werden. Neben Lackierungen und Reparaturen ist die Fahrzeugaufbereitung eines der wichtigsten Standbeine des Betriebs. "Wir bekommen sehr viele Leasing-Rückläufer von Leasing-Firmen zur Aufbereitung, um diese dann besser auf dem Gebrauchtwagenmarkt verkaufen zu können", sagt Christian Gambs, Geschäftsführer und Inhaber der Firma Gambs. "In der Regel ist die Fahrzeugaufbereitung ein Routineprozess, der fast immer gleich abläuft. Doch es gibt auch Problemfälle, die von unseren Fahrzeugaufbereitern eine besondere Behandlung bekommen." Gambs meint hier vor allem Gebrauchtwagen und Leasing-Rückläufer, in denen stark geraucht wurde. Haben die Fahrzeuge dann von ihren Besitzern nur wenig Zuwendung in Form von regelmäßigen Reinigungen des Innenraums bekommen, sitzen Gerüche intensiv in und an allen Materialien. Eine gründliche Fahrzeugaufbereitung ist daher unumgänglich.

Drei Schritte für ein sauberes Auto

Um ein Fahrzeug von Raucherbelägen und Gerüchen freizubekommen, gehen die Fahrzeugaufbereiter bei Gambs in drei Schritten vor. "Im ersten Schritt wird das Fahrzeug nach einer gründlichen Karosseriewäsche im Innenraum manuell gereinigt", erklärt Gambs. "Alle Kunststoff-, Metall- oder Holzoberflächen werden mit speziellen biologischen Reinigern eingesprüht, die die Nikotin- und Rauchbeläge lösen. Anschließend werden die Oberflächen mit Mikrofasertüchern abgewischt." Die Raucherbeläge an den Oberflächen haben die Eigenschaft, dass sie, vor allem im Winter, wenn sie feucht werden, weitere Stäube und Schmutz binden. Zusammen mit Kondensat und Teerausdünstungen bildet das den berühmt-berüchtigten gelben Raucherschleier auf den Oberflächen. "Wenn unsere biologischen Innenraumreiniger hier nicht mehr helfen, greifen wir auch zum Dampfreiniger", so Gambs. Mit ihm bekommen wir den Schmutz dann auch aus Falzen und Lüftungsgittern."

Im zweiten Arbeitsschritt werden Teppiche und Textilien gereinigt. Dies geschieht ebenfalls mit dem Dampfreiniger und in besonders hartnäckigen Fällen mit Trockeneisstrahlen. Beim Auftreffen der Trockeneispellets auf die zu reinigende Oberfläche zieht sich die Verschmutzung durch die starke Unterkühlung zusammen, versprödet und löst sich von der Oberfläche. Mithilfe der nachfolgend auftreffenden Pellets wird diese dann abrasiv vollständig abgetragen. Bei diesem Vorgang kommt hinzu, dass das CO2 schlagartig in die Gasphase übergeht und sein Volumen um das 400-Fache vergrößert, die sogenannte Sublimation. Das löst zusätzlich Schmutz von der Oberfläche. "Trockeneisstrahlen hat den Vorteil, dass hinterher die Oberflächen völlig trocken und geruchslos sind", sagt Gambs. "Der Aufwand einer solchen Reinigung ist jedoch enorm hoch, da die Trockeneis-Pellets extra hierfür bestellt werden müssen, da eine Vorratshaltung nur kurzfristig möglich ist."

Geruchsfrei und desinfiziert

Im dritten Arbeitsschritt wird das Fahrzeug noch desinfiziert. Bei der Firma Gambs kommt hier seit einem Jahr die Biocleen-Fahrzeugdesinfektion zum Einsatz. Ein spezieller pressluftbetriebener Vernebler, der ins Fahrzeug gehängt wird, vernebelt Natriumhypochlorit im geschlossenen Fahrzeuginnenraum kalt. "Bei Tabak- und Tiergerüchen lässt man den Nebel dann rund 15 bis 20 Minuten wirken", so Gambs. "Danach ist der Fahrzeuginnenraum völlig geruchsfrei." Wichtig bei der Anwendung ist, dass das Gebläse auf Umluft gestellt ist, während der Vernebler läuft. Denn nur so erreicht der Nebel auch das Innere der Lüftung. Natriumhypochlorit hat den Vorteil, dass es in geringer Konzentration gesundheitlich völlig unbedenklich ist, 99,9 Prozent aller Viren, Bakterien und Pilze abtötet und gefahrlos angewendet werden kann. Es kann daher auch zur schnellen und gefahrlosen Corona-Desinfektion eingesetzt werden. "Früher hat man zur Desinfektion und Geruchsbeseitigung Isopropanol oder Ethanol im Innenraum vernebelt", erzählt Gambs. "Neben einer erheblichen Explosionsgefahr und großen Risiken für die Gesundheit der Mitarbeiter haben die Alkohole die Oberflächen angegriffen und oftmals zu Verfärbungen oder Mattierungen geführt." Auch beschwerten sich viele Kunden über den beißenden Desinfektionsmittelgeruch im Fahrzeug. Deshalb mussten Fahrzeuge oft ein bis zwei Tage lüften, bevor sie an den Kunden ausgeliefert werden konnten. "Heute können wir die aufbereiteten Leasing-Rückläufer und Gebrauchtwagen unmittelbar nach der Aufbereitung ausliefern", berichtet Gambs. "Das erhöht den Arbeitsfluss, blockiert keine Arbeitsflächen und spart Parkfläche." Mit der Fahrzeugdesinfektion schlägt man bei Gambs zwei Fliegen mit einer Klappe. Einerseits werden die Fahrzeuge völlig geruchsfrei, andererseits erwarten seit Corona heute immer mehr Kunden, dass Gebrauchtwagen desinfiziert sind. Beides sind starke Argumente, wenn es um den Verkauf von Gebrauchtwagen geht.

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