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Auto-Kompetenztag: Diagnose Zukunft

Mit der neuen Diagnoseschnittstelle Looqer sind Werkstätten für die künftigen Anforderungen in der Kommunikation mit Fahrzeugen gerüstet.
© Foto: WOW

Auf dem WOW HOW-Kompetenztag stellte die WOW Würth Online World die aktuellsten technischen Entwicklungen vor. Highlight war die neue Diagnoseschnittstelle Looqer.


Datum:
11.10.2021
Autor:
Dieter Väthröder
Lesezeit: 
5 min
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Kurzfassung

Beim Auto-Kompetenztag gab es Produktvorstellungen zu den Themen Diagnose/Security Gateway, Abgasuntersuchung/Partikelzählung und Klimaservice. Highlight war die neue Diagnoseschnittstelle "Looqer".

Bislang war die Adolf Würth GmbH & Co. KG mit dem Tochteruntenehmen WOW Würth Online World eine sprichwörtliche Größe auf der Automechanika. In diesem Jahr verzichtete man auf den großen Auftritt und lud stattdessen die Kunden zu dem WOW HOW Auto-Kompetenztag an den Standorten Essen, Dresden und am Hauptsitz in Künzelsau ein. In Live-Schaltungen präsentierten die jeweiligen Produktverantwortlichen an den verschiedenen Standorten die neuesten Geräte und Techniken; per Video-Stream wurden die Präsentationen an die anderen Standorte übertragen.

Der eigentliche Anlass und Höhepunkt der Veranstaltung war die Premiere der neuen Diagnoseschnittstelle Looqer. Bevor es losging, hatten wir die Gelegenheit, kurz mit Tino Früh, Leiter der Division Auto International bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG, über das Zusammenspiel von WOW und Würth zu sprechen. "Der Looqer ist eines der innovativsten Produkte im Bereich Diagnose und zeigt einmal mehr, warum die WOW ein elementarer Bestandteil unserer Strategie in der Division Auto ist, nicht nur in Deutschland , sondern auch international, so Früh. Dazu will Würth die Innovationskraft der WOW weiter fördern und den Fokus auf künftig wichtige Anwendungsfelder richten.

Einmal anmelden für alle Hersteller

Zu Beginn der Veranstaltung meldet sich aus Dresden Christian Burkhardt, Leiter des Produktbereichs Diagnose und Emission bei WOW, und erklärt die Vorgehensweise bei der Diagnose an Fahrzeugen, die über ein Security Gateway verfügen. Immerhin wird die Absicherung der OBD-Diagnoseschnittstelle mittlerweile bei zwölf Automobilherstellern in 35 Modellen eingesetzt, was den Zugriff auf das CAN-BUS-System im Rahmen der Diagnose erschwert. Anstatt sich für jeden Hersteller neu authentifizieren zu müssen, reicht es für WOW-Kunden aus, sich einmalig auf der WOW-Plattform mittels Ausweis, Führerschein oder Reisepass zu authentifizieren. Dies tut in der Regel der Werkstattverantwortliche, weitere Benutzer können auf der Plattform verwaltet werden. Bei der Diagnose an einem entsprechenden Fahrzeug gibt der Nutzer dann einfach Name und Kennwort ein, die Anfrage geht über den WOW-Server direkt an den Hersteller, der ein Sicherheitszertifikat zurücksendet, womit das CAN-BUS-System freigeschaltet wird.

Neue Geschäftsmodelle

Auch die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen nach Herstellervorgaben gewinnt zunehmend an Bedeutung in freien Werkstätten und ist laut Produktmanager Kai Eigler eine weitere Möglichkeit für ein zukunftsträchtiges Geschäftsmodell, auch vor dem Hintergrund, dass ab 2022 für jedes Neufahrzeug ein Notbremsassistent vorgeschrieben ist. Eigler nennt als Vorteil des radargestützten WOW-Systems ACS Cars: "Wir haben die verschiedenen Herstellervorgaben analysiert und geschaut, wie man diese vereinheitlichen kann. Daraus entstand das Produkt ACS Cars.

Via Livestream wurden die Präsentationen an den Standorten Künzelsau, Dresden und Essen im Internet übertragen.
© Foto: Dieter Väthröder

Ortswechsel nach Dresden. Produktmanager Jan-Michael Raab gibt generelle Informationen zur Abgasuntersuchung und hier speziell zum neuen Messverfahren Partikelzählung - ein weiteres für die Zukunft wichtiges Thema. Mit dem ab 1.1.2023 in Kraft tretenden Leitfaden 6 sind Werkstätten verpflichtet, bei Dieselfahrzeugen mit Euro-6-Abgasnorm oder besser statt der bisherigen Trübungsmessung eine Partikelzählung durchzuführen. Betroffen sind Stand 1.1.2021 knapp acht Millionen Fahrzeuge. Mit dem neuen WPA-Partikelzähler von WOW sind auch hier die Werkstätten gerüstet. In Künzelsau stellen zeitgleich Produktfeldleiter Stephan Weber und Produktmanager Ulf Kotzerke die aktuelle Generation der WOW-Klimaservicegeräte vor und betonen, dass sich der saisonale Klimaservice vor dem Hintergrund der wachsenden Zahl an E-Fahrzeugen künftig zum umfassenden Thermomanagement wandeln wird und somit das Geschäftsfeld ganzjährig Umsätze generiert.

Looqer-Premiere

Zum krönenden Abschluss lässt es sich WOW-Geschäftsführer Frank Bartsch nicht nehmen, die neue Diagnoseschnittstelle Looqer persönlich zu präsentieren. Laut Bartsch handelt es sich um ein Produkt, das anhand von Werkstattbefragungen gemeinsam mit den Kunden unter der Federführung von Produktfeldleiter Christian Burkhardt und der Mitwirkung von 120 Ingenieuren in zweijähriger Entwicklungszeit entstanden ist. Das Gerät werde den gestiegenen Anforderungen parallel zur Fahrzeugentwicklung gerecht. Das kleine und handliche Gerät kann über Kabel, aber auch als Plug-in direkt mit der OBD-Schnittstelle verbunden werden und verfügt über einen Flight-Recorder, der die Datenaufzeichnung während der Fahrt ermöglicht. Integriert ist neben den Kommunikations-Protokollen CAN FD und DoIP als besonderes Highlight auch eine Pass- Thru-Funktion. "Das wird in Zukunft immer wichtiger, um zum einen die Security-Gateways verschiedener Hersteller öffnen und mit dem Fahrzeug kommunizieren zu können, aber auch, um die OE-Diagnose-Software zu nutzen", betont Bartsch. Mit der integrierten WLAN- Funktionalität ist das Gerät außerdem auf die Remote-Diagnose vorbereitet, ebenso für die Anwendung in E-Autos: "Hier werden Motorinformationen durch Batterie-Informationen ersetzt", so Bartsch. Der neue Looqer ist ab Oktober bei WOW verfügbar.

Fragen an ...

... Frank Bartsch, Geschäftsführer WOW Würth Online World (l.), und Markus Kühnemann, Division Auto Leiter WOW Würth Online World zur neuen Diagnoseschnittstelle Looqer:
© Foto: Dieter Väthröder

asp: Herr Bartsch, warum braucht eine Werkstatt eine Diagnoseschnittstelle wie den neuen Looqer?

F. Bartsch: Die Anforderungen an die Werkstatt, ein Fahrzeug zu diagnostizieren und zu verstehen, werden zunehmend schwieriger. Selbst die Fahrzeughersteller haben mittlerweile Probleme, ihre eigenen Fahrzeuge zu verstehen. Jeder Marktteilnehmer und Zulieferer entwickelt in einer anderen Sprache und auf anderer Basis, und wenn selbst die Fahrzeughersteller damit Schwierigkeiten haben, ihre Fahrzeuge zu verstehen, wie soll dann eine Werkstatt und besonders eine freie das schaffen? Genau diesen Anforderungen wird unser System Dialooq mit der Software Looqit und dem Looqer als Schnittstelle gerecht.

asp: Was kann die Schnittstelle in Hinblick auf die Protokolle CAN FD, DoIP und Pass Thru?

F. Bartsch: Wir haben CAN FD, DoIP und PassThru bereits integriert, ebenso die zukünftige Anwendung Remote-Diagnose. Die Werkstatt ist mit uns zu 100 Prozent auf der sicheren Seite. Das Gerät entspricht schon jetzt absolut dem neuesten Stand der Technik, wir sind mit ihm dem Markt einen Schritt voraus.

asp: Wo liegt der Unterschied zu bisherigen Diagnosetools von WOW?

M. Kühnemann: Er kann alles, was die alten Systeme konnten, und verfügt über zusätzliche Funktionalitäten. Jede unserer Diagnoseschnittstellen stellt den jeweiligen Stand der Technik dar und fasst zusammen, was man heute können muss und was für die Zukunft absehbar ist. Genau das schafft der neue Looqer mit den genannten Technologien CAN FD, DoIP und PassThru. Dazu kommt eine Wifi-Funktionalität, die der Vorgänger nicht hatte. Das wird in der Zukunft auch neue Kommunikationskanäle eröffnen. So ist künftig auch eine Online-Diagnose angedacht, wo keine physische Verbindung vor Ort bestehen muss, sondern der Looqer über WLAN und Internet mit einem Endgerät kommuniziert. Über Smartphone oder Tablet kann die Diagnosefunktion von überall durchgeführt werden. Der Looqer wird völlig neue Funktionen und Services ermöglichen. Der Vorgänger Snooper+ wird aber weiter gepflegt und upgedatet und bis vermutlich 2027/28 weiterlaufen.

asp: Kann die Werkstatt mit dem Looqer auch neueste Fahrzeuge diagnostizieren?

M. Kühnemann: Wenn wir mit dem jeweiligen Hersteller kooperieren, und das tun wir nach und nach mit allen und bauen die entsprechende Security- Gateway-Schnittstelle (SG) ein, dann können wir die SG-Funktion des Herstellers bedienen. Das setzt aber voraus, dass wir die entsprechenden Daten und Protokolle des Fahrzeugs implementiert haben. Das mag in Zukunft schneller gehen, wir sind aber nach wie vor ein Aftermarket-Tool, d. h., wir sind auf die Hersteller angewiesen, mit denen wir auf Datenbasis sehr eng kooperieren und Daten beziehen. Aber die Implementierung wird natürlich eine gewisse Zeit dauern. Wir sehen dahin gehend aber die freie Werkstatt als unsere Kundschaft, die nicht auf OE-Level agiert.F. Bartsch: Das Thema Security Gateway führt auch zu einer sehr wichtigen Umstellung. Bisher wurden viele OE-Fahrzeugdaten zu 99 Prozent von uns im "Reverse Engineering" für unsere Anwendungen selbst strukturiert und aufbereitet. Dies fällt in Zukunft für Fahrzeuge mit SG weg, diese Daten kaufen wir. Damit sind wir in Zukunft auf OE-Datenniveau.

asp: Was braucht die Werkstatt, um mit Looqer arbeiten zu können?

M: Kühnemann: Die Software Looqit kommt mit dem Looqer auf den Markt, in drei Software-Paketen, aus denen der Anwender wählen kann. Die Expert-Version gibt den vollen Zugriff auf Diagnose, ich kann SG-Funktion nutzen, Komfortfunktionen und den Funktionsscan (welche Steuergeräte sind im Fahrzeug verbaut, die Red.). Die nächste Stufe Expert Data hat eine zusätzliche Lizenz für technische Daten, mit Schaltplänen, technischen Informationen, möglichen Fehlercode-Ursachen etc. Die Version Expert Data Assist verfügt zusätzlich über den Zugang zur technischen Hotline. Als technische Voraussetzung braucht sie eigentlich nur einen trockenen Raum mit Ethernet-Verbindung und WLAN sowie Windows-gestützte Hardware.

asp: Was kostet der Looqer bzw. welche Preismodelle gibt es für die Nutzung?

M. Kühnemann: Zum Kauf bieten wir den Looqer inklusive erstem Jahr Softwarenutzung für 1.990 Euro. Auch die weiteren Pakete sind preislich sehr attraktiv. Zukünftig wird es auch Pay per Use geben, d. h., es wird über Looqer eine Verbindung in eine Cloud geben. Vorteil: kein Invest, sondern der Kunde kauft das, was er braucht.F. Bartsch: Die Frage sollte heute weniger sein, was das Gerät kostet, als vielmehr, was die Werkstatt damit verdienen kann, und das ab dem ersten Tag. Aus meiner Sicht sind das keine Kosten für den Kunden, sondern ein notwendiges Muss, mit dem er aber sofort Geld verdienen kann.

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