Partikelfilterreinigung: Einmal durchpusten

Im Laufe seines Lebens setzt sich der Dieselpartikelfilter zu. Einige Hersteller bieten eine Reinigung des Filters an.
© Foto: Greencar


Datum:
19.08.2019
Autor:
Alexander Junk

1 Kommentare

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Obwohl Dieselfahrzeuge trotz neuester Abgasreinigungs-Systeme nicht mehr en vogue und bei den Verkaufszahlen deutlich zurückgegangen sind, gibt es immer noch eine Menge der Selbstzünder auf dem Markt. Jeder Diesel hat einen Abgas-Partikelfilter (DPF) verbaut, der sich im Laufe des Autolebens mit Asche zusetzt. Denn Asche lässt sich im Gegensatz zu Ruß durch die regelmäßige Regeneration des Filters nicht weiter verbrennen und sammelt sich folglich im Filter an. Das sollte eigentlich erst ab einer Laufleistung von über 100.000 Kilometern passieren, kann jedoch auch früher auftreten. Vor allem dann, wenn sich der Filter mit Ruß zusetzt, wenn das Auto häufig im Kurzstreckenbetrieb bewegt wird oder die Verbrennung fehlerhaft ist. Dann hilft auch keine Regeneration mehr und die Warnlampe im Cockpit leuchtet auf oder ein Hinweis auf dem Dashboard erscheint.

Zersägen oder nicht?

Markenwerkstätten wollen im Regelfall den Partikelfilter gegen einen neuen austauschen, was je nach Modell locker einen fünfstelligen Betrag kostet. Doch es gibt auch noch die Möglichkeit, den Partikelfilter zu reinigen. Hier haben sich zwei Methoden etabliert: Die Reinigung mit und ohne Ausbau (siehe auch Kasten "Reinigung ohne Ausbau"). Ersteres ist deutlich aufwendiger, verspricht aber auch eine gründlichere Reinigung. Hier tummeln sich zahlreiche Anbieter, die in etwa das gleiche Leistungsspektrum bieten. Der zugesetzte Filter wird zunächst von der Werkstatt ausgebaut und dann von einem Anbieter für DPF-Reinigung abgeholt, gereinigt und nach Reinigung wieder zurück zur Werkstatt geschickt. Das nimmt im Regelfall locker mehrere Tage in Anspruch.

Der Reinigungsprozess beim Hersteller selbst unterscheidet sich je nach Anbieter ebenfalls: Es gibt Anbieter, die den Filter auseinanderschneiden, bevor sie ihn reinigen. So etwa beim Anbieter DPF-Clean. Andere Anbieter wie Oberland-Mangold zersägen den Filter hingegen nicht. Es gibt für beides gute Argumente: Mit dem Zerschneiden des Filters lässt sich die Asche auch an schwer zugänglichen Stellen entfernen, was bei einem Reinigungsprozess ohne Zerschneiden nicht möglich ist. Vorschädigungen des Filters und sein allgemeiner Zustand lassen sich zudem besser erkennen. Gegner des Öffnens argumentieren, dass beim Verändern von emissionsrelevanten Teilen die Betriebserlaubnis des Autos theoretisch erlischt und das anschließende Zusammenschweißen fachmännisch durchgeführt werden muss. Auch die Reinigungsverfahren unterscheiden sich: Manche Anbieter reinigen den Filter durch Erhitzung und Ausblasen, bei anderen kommt eine Reinigungsflüssigkeit zum Einsatz. Wiederum andere reinigen den Filter mit Druckluft und Trockeneis.

Allen Anbietern gemein ist jedoch, dass sie zunächst eine Eingangsprüfung durchführen: Die Messung des Filter-Gegendrucks und der Abgleich mit den Referenzwerten gehören dazu, ebenso wie das Wiegen des Filters vor und nach der Reinigung, um den Aschegehalt festzustellen. Bei einigen Herstellern wird auch mit dem Endoskop in den Filter hineingeschaut, um zu erkennen, ob sich eine Reinigung noch lohnt. Nach erfolgter Reinigung wird der Filter mit Messprotokoll wieder ausgeliefert. Bei vielen Anbietern auch mit einer Garantie.

Kurzfassung

Ist der Dieselpartikelfilter (DPF) verstopft, hilft nur der Austausch oder die Reinigung des Filters. Hierbei gibt es verschiedene Verfahren, die ihre jeweiligen Vor- und Nachteile haben. Wir stellen die Methoden vor.

Reinigung ohne Ausbau

Der Partikelfilter lässt sich auch ohne Ausbau mithilfe eines chemischen Reinigers reinigen. Die chemische Reinigung wird unter anderem von Tunap, Lube1 und Liqui Moly angeboten. Vorsicht ist vor Billigreinigern geboten, denn diese können die katalytische Beschichtung des Filters zerstören. Meistens besteht der Reiniger aus zwei Komponenten (einer Reinigungsflüssigkeit und einer Nachspüllösung), die mithilfe einer Druckbecherpistole und Sonde in den Partikelfilter eingespritzt werden. Es gibt aber auch Hersteller wie Kent mit dem DPF Cleaner, der sowohl Reiniger als auch Spülmittel in einem Schaum vereint.Im Regelfall lässt sich die Sonde über die Öffnung des Differenzdrucksensors oder Abgastemperatursensors des Partikelfilters einführen. Zuerst wird die Reinigungslösung eingesprüht, die dann eine Weile einwirken muss. Der Reiniger bindet Asche und Ruß im Filter. Anschließend wird die Spüllösung über die Sonde eingeführt. Sie unterstützt die Reinigung und neutralisiert die alkalischen Bestandteile des Reinigers. Nun genügt es, den Motor zu starten, auf Betriebstemperatur zu bringen und eine Regeneration durchzuführen. Ruß und Asche kommen dann im Schaum gebunden aus dem Auspuff und lassen sich anschließend leicht entsorgen.

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KOMMENTARE


German Baum

19.08.2019 - 20:20 Uhr

Sehr geehrter Herr Junk,in Ihrem Bericht fehlen zwei wesentliche Punkte, nämlich die Kosten und die Dauer der weiteren Verwendbarkeit nach diesen beiden verschiedenen Methoden !Auch ist Ihre Angaben beim Neuteile-Wechsel mehr als 10.000 EUR zahlen zu müssen für die Mehrzahl der Diesel-Fahrer wohl nicht zutreffend.Da das Spektrum der Dieselreinigung derart umfangreich ist, bringt ein solcher Kurzbericht m. E. nicht die von von Ihnen sicher gut gemeinte und erhoffte Aufklärung.


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