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Leasingrückläufer: Der Lackflüsterer


Datum:
17.01.2019
Autor:
Dieter Väthröder
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Michael Marx ist langjähriger Sonax-Partner und zertifizierter Master-Trainer zur Fahrzeugaufbereitung. In seinem Betrieb "Detailing Crew" in Bad Rappenau haben wir ihm bei der Aufbereitung eines Golf-7-Leasingrückläufers über die Schultern geschaut. Das Fahrzeug in der Farbe"Pure White" sieht auf den ersten Blick tadellos aus, erst bei genauerem Hinschauen lassen sich einige Kampfspuren entdecken. Die Motorhaube weist Steinschläge auf, einer davon hat sogar eine Delle hinterlassen. Auf dem Dach, dem hinteren Seitenteil und im Dachholm finden sich Hageldellen. Der Fahrertürgriff hat einen feinen, aber tiefen Kratzer. Soweit die Schadenaufnahme, bevor Michael Marx loslegt. Zunächst führt er eine Grundreinigung durch. Dazu gehört neben Felgen- und Motorraumreinigung auch die Behandlung mit einem Flugrostentferner. Und obwohl der Lack sich glänzend präsentiert, zeigt der Farbindikator des Reinigers nach wenigen Sekunden viele rote Punkte, also Flugrostpartikel, auf dem Lack.

Bei der nachfolgenden Innenreinigung geht Marx systematisch von vorne links über die Rückbank nach vorne rechts vor. "So vergisst man keine Stelle und kommt am zügigsten voran", sagt er. Die Ritzen im Armaturenbrett "kehrt" er mit einem speziellen Kunststoffpinsel aus und führt den Staubsauger parallel dazu. Danach reinigt Marx alle Oberflächen im Innenraum mit Microfasertuch und dem Universalreiniger "Sonax Multistar". Für die Innenreinigung hat er noch einen Tipp: "Gerne vergessen wird die Abdeckung der Lenksäule bei verstellbaren Lenkrädern, ein wahres Staub- und Schmutzgrab." Textilfußmatten und dem Kofferraumboden rückt der Aufbereiter mit dem Tornador auf die Fasern: "Erst feucht, dann trocken. Das bläst jeden Dreck raus und stellt die Fasern wieder auf", erklärt Marx.

Wahl der Mittel

Dann geht es an die Dellenbeseitigung. Als erstes reinigt Marx den Lack mit Glasreiniger und einer "Clay Disc", einer speziellen Gummischeibe für die Poliermaschine, die wie Reinigungsknete arbeitet. Anschließend entfettet er die Oberfläche. Nur dann haften die Klebeapplikatoren für Rückschlaghammer oder Dellenlifter optimal. Neben diesen beiden Werkzeugen setzt Marx auch ein umfangreiches Sortiment an Ausbeulhebeln ein, je nach Lage und Zugänglichkeit der Dellen. Im Falle des weißen Golfs entscheidet sich Marx für Gleithammer und Dellenlifter. "Das spart die Zeit für den Ausbau der Innenverkleidungen", so der Profi.

Den Dellenlifter setzt er an Stellen ein, wo das Blech extrem nachgiebig ist. "Mit dem Gleithammer besteht die Gefahr, das Blech zu überziehen. Der Dellenlifter drückt das Blech um die Delle nach unten und ermöglicht so lokales Ziehen bei nachgiebigem Blech. Allerdings muss man den gesamten Dellenlifter auf Zug halten, weil es sonst die Applikatoren ins Blech drückt", so Marx. Er zieht die Dellen im Zentrum des Dachs mit dem Dellenlifter, an den festeren Stellen mit dem Gleithammer heraus. Dabei werden die Dellen leicht überzogen, die entstandene Beule mit Teflonstift, Hammerstiel und viel Gefühl von außen nach innen zurückgeklopft, bis die Stelle wieder eben ist. Dann gibt es noch einen Tipp vom Profi: "Dellen, die spitz zulaufen oder eine Kante haben, muss man deutlich überziehen, praktisch das Innere nach außen holen und wieder zurückklopfen. Oder gleich mit einem Hebel arbeiten, wenn man an die Stelle kommt", erklärt Marx.

Glänzende Erscheinung

Nachdem alle Hageldellen geglättet sind, schaut sich Marx die Steinschläge auf der Haube an. Da diese jeweils mit Lackschaden einhergehen, ist schleifen, füllen und lackieren angesagt. "Weißer Lack ist nicht für Spotrepair geeignet, das gibt immer Farbabweichungen und somit ein fleckiges Bild", sagt Marx. Da die Zeit für eine Lackierung nicht ausreicht, tupft er die schadhaften Stellen zum Schutz zumindest mit Lack aus. Für den Kratzer im Türgriff schnitzt sich Marx einen Holzspatel zurecht und bringt den Lack mit der feinen Spitze punktgenau in den Kratzer. Abschließend poliert Marx das komplette Fahrzeug und versiegelt den Lack mit einem Polymer-Produkt.

Kurzfassung

Bei der Rückgabe von Leasingfahrzeugen muss das Auto tadellos sein, damit es keine kostspieligen Überraschungen gibt. Ratsam ist eine Wiederaufbereitung beim Profi, der Kratzer und Dellen ohne Spuren entfernen kann.

Für Lack-Akademiker

Das Aus- und Weiterbildungsprogramm der Sonax-AkademieDas Sonax-Akademie-Programm bietet ein umfassendes, auf unterschiedliche Anforderungen abgestuftes Aus- und Weiterbildungsprogramm für den Bereich Fahrzeugaufbereitung an. Darin werden nicht nur handwerkliche Kenntnisse, sondern auch Aspekte der Betriebswirtschaft und des Marketings vermittelt. Das Programm reicht von kostenfreien Produktvorführungen in Kooperation mit dem Großhandel bis zum Mastertraining für Schulungsleiter.Auszüge aus dem Sonax-Akademieprogramm:- Basisseminar mit Zertifikat (1 Tag): Grundkenntnisse über Produkte und zeitgerechte Arbeitstechniken.- Expert-Seminar mit Zertifikat (1 Tag): Umsatzsteigerung, Kundengewinnung, Kundenbindung mit dem Sonax-Profi-Pflegesystem.- Coating-Seminar mit Zertifikat (1 Tag): Techniken der Lackvorbereitung für anschließende Versiegelung mit verschiedenen Sonax-Versiegelungsprodukten.- Produktvorführungen bei Großhandelspartnern (3 Stunden, kostenfrei): die Sonax ProfiLine-Produkte und Einsatzmöglichkeiten.Die Seminare werden zur Zeit als Vor-Ort-Schulung angeboten und sind für bis zu sechs Teilnehmer konzipiert. An den Produktvorführungen können bis zu 15 Personen teilnehmen.

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