Continental: Jetzt kommt die dritte Dimension ins Auto

Das Lightfield-Display ermöglicht eine komfortable Wahrnehmung in 3D-Tiefe und zeigt Inhalte sowie Lichteffekte präzise an.
© Foto: Continental

Ein 3D-Erlebnis ohne Spezialbrille – das will Continental künftig allen Passagieren im Fahrzeug bieten. Dafür arbeitet der Konzern mit Experten aus dem Silicon Valley zusammen.

Ein schwebendes Verkehrsschild, eine fotorealistische Navigation oder ein rotierendes Markenlogo: Mit dreidimensionalen Effekten will Continental die Anzeige-Darstellung in Autos revolutionieren. Der Technologiekonzern entwickelt derzeit in Zusammenarbeit mit der US-Firma Leia eine innovative Cockpit-Lösung: das "Natural 3D Lightfield Instrument Cluster". Lichtfeld-Displays ermöglichen nicht nur eine 3D-Wahrnehmung, sie schöpfen auch die grafischen Möglichkeiten durch Hervorhebungen, Akzentuierungen und komplexe Lichteffekte aus. Premiere feiert das neue System derzeit auf der Messe CES Asia in Shanghai, bis 2022 soll es serienreif sein.

"Das neue Lightfield-Display holt nicht nur die dritte Dimension in neuer Qualität ins Fahrzeug. Wir schaffen mit der innovativen Technologie auch eine neue Dimension an Komfort und Sicherheit im Automobil", erklärte Frank Rabe, Leiter des Geschäftsbereichs Instrumentation & Driver HMI bei Continental. Zugleich könnten Autohersteller das Fahrerlebnis für ihre Kunden aufwerten und sich vom Wettbewerb differenzieren.

Das Leia-System benötigt laut Conti keine Spezialbrille oder Head-Tracker-Kamera. Der Clou: Erstmals sollen auch alle Mitfahrer – sowohl auf dem Beifahrersitz als auch im Fond – das gleiche 3D-Bild erleben können. Dieses setzt sich aus insgesamt acht Perspektiven des gleichen Objekts zusammen, die je nach Blickposition leicht variieren können. So "wandert" der Blick auf das Lightfield-Display mit jeder Veränderung des Blickwinkels des Betrachters.

Der 3D-Effekt entsteht durch eine spezielle Methode, bei der das Licht durch einen Bildschirm gebeugt wird.
© Foto: Continental

Continental passt die Technologie nun für den Einsatz in Fahrzeugen an. Bis vor kurzem kamen entweder Parallax-Barrieren oder Lentikulartechniken zum Einsatz, um einen brillenlosen 3D-Effekt zu realisieren. Dabei wurde die Wirkung durch eine spezielle Methode der Blockierung oder Brechung von Licht erzielt. Bei Leia sorgt ein Lichtleiter mit Beugungsgittern und Nanostrukturen unter dem Display-Panel für eine präzise Beugung des Lichtes.

David Fattal, Chef des Unternehmens aus dem Silicon Valley, verwies auf die zahlreichen Einsatzmöglichkeiten in kommenden Roboterautos. Der Nutzer bekomme immer mehr Freiräume für andere Tätigkeiten neben der eigentlichen Fahraufgabe. So werde er künftig während der Fahrt Videogespräche führen, im Internet surfen oder Filme anschauen können. Fattal: "Für uns ist der Pkw eine größere, immersivere Version eines Smartphones mit voller Erfassung der Umgebung in 3D." Die Visualisierung von Inhalten auf einem breiten Display, das speziell für Fahrzeuge entwickelt wurde, werde wesentlich raffinierter und unterhaltsamer sein als auf dem Smartphone.

Entsprechend arbeiten die beiden Unternehmen auch bei der Content-Erzeugung und dem Entwickler-Support zusammen. So stellt Conti sein Know-how im Bereich von Informationssystemen und Sensoren bereit, um die Plattform "LeiaLoft" auszubauen. Dadurch soll es für Autohersteller und externe Entwickler einfacher werden, "holografische" Apps für die Autos der Zukunft zu schaffen. (AH)

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