Nach Umsatzverlusten 2010 rechnet das deutsche Kraftfahrzeuggewerbe mit einem belebten Geschäft in diesem Jahr. Ein Drittel der Autohäuser und Werkstätten bezeichneten die Geschäftslage im ersten Quartal als gut (33,4 Prozent), mehr als die Hälfte als befriedigend (52,0 Prozent), wie der Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Robert Rademacher, am Dienstag in Berlin mitteilte. Damit habe sich die Stimmung innerhalb eines Jahres deutlich verbessert. Im ersten Quartal 2010 hatten noch 52,6 Prozent der befragten Betriebe die aktuelle Geschäftslage als schlecht eingeschätzt. Im Jahr nach der Abwrackprämie sank der Umsatz im deutschen Kfz-Gewerbe um 3,2 Prozent auf 130 Milliarden Euro. Dies sei vor allem dem Rückgang im Neuwagengeschäft geschuldet, sagte Rademacher. Beim Geschäft mit neuen Pkw seien die Erlöse um 12,5 Prozent auf 52,15 Milliarden Euro zurückgegangen. Der Umsatz im Servicegeschäft stieg um drei Prozent auf 29 Milliarden Euro. Als Gründe hierfür nannte ZDK-Vizepräsident und Bundesinnungsmeister Wilhelm Hülsdonk die gesamtwirtschaftlichen Erholung, wodurch die Jahresfahrleistung sowohl von privater als auch von gewerblicher Seite wieder angestiegen sei. Aufgeschobene Wartungs- und Reparaturarbeiten seien nachgeholt worden. Zudem seien viele der 3,8 Millionen neu zugelassenen Pkw aus dem Abwrackprämien-Jahr 2009 im vergangenen Jahr erstmals zur Inspektion in die Werkstätten gekommen. Gleichzeitig sei der befürchtete Servicenachfrage-Rückgang, der aufgrund der Verschrottung eines Teils des Fahrzeugbestands für das Jahr 2010 vielfach erwartet wurde, nicht eingetreten. Mehr Geschäft gab es 2010 auch bei Gebrauchtwagen und vor allem im Nutzfahrzeughandel. So stiegen die GW-Umsätze im Markenhandel um 2,7 Prozent auf 31,3 Milliarden Euro. Die Einnahmen mit neuen Nutzfahrzeugen wuchsen gar um 30 Prozent auf 5,7 Milliarden Euro, mit gebrauchten Nutzfahrzeugen um 9,2 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Insgesamt sei das vergangene Jahr für die Branche deutlich besser gelaufen als erwartet, sagte Rademacher. "Im Händlerdurchschnitt wird sich die Umsatzrendite für das Jahr 2010 zwischen 1,3 und 1,5 Prozent bewegen", berichtete er. Wichtigste Ausbildungsbranche Der seit Jahren anhaltende Strukturwandel im Kfz-Gewerbe habe sich auch im vergangenen Jahr fortgesetzt, so der ZDK-Präsident weiter. Zum Jahreswechsel zählte die Branche bundesweit insgesamt 38.050 Kfz-Betriebe, 250 weniger als Ende 2009. Davon waren 18.100 fabrikatsgebunden und 19.950 freie Werkstätten. Auch die Zahl der Mitarbeiter sank um 3.000 auf insgesamt 453.000 Personen. Nach wie vor sei das Kraftfahrzeuggewerbe eine der wichtigsten Ausbildungsbranchen im Handwerk, betonte Rademacher. So wuchs die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse laut Verband im vergangenen Jahr um vier Prozent auf 23.150. Insgesamt befanden sich Ende des vergangenen Jahres 87.700 junge Menschen in einem Ausbildungsverhältnis im Kfz-Gewerbe, das sind 4,3 Prozent mehr als Ende 2009.
- ZDK-Chart Umsatz 2010 (89.7 KB, IMAGE/JPEG)
- Bilanz Werkstattauslastung (44.7 KB, PDF)
- Langzeittabellen Umsätze (89.1 KB, PDF)