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Werksschließungen: IG BCE und Conti sprechen über Standortumbau

Die Gewerkschaft IG BCE und Continental wollen sich angesichts des Umbruchs annähern und Kündigungen vermeiden.
© Foto: Continental

Auf den Nachfolger von Vorstandschef Degenhart kommt bei Continental einiges zu. Große Teile der Belegschaft sind wegen des Stellenabbaus verunsichert. Konzernführung und Gewerkschaften wollen sich annähern.


Datum:
09.11.2020
Lesezeit: 
3 min
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Nach dem heftigen Krach zwischen Gewerkschaften und Management um weitere Werksschließungen bei Continental versuchen beide Seiten einen neuen Anlauf, um möglichst viele Jobs zu erhalten. Laut IG BCE soll sich der Konzern bereit erklären, den Großteil der verbleibenden deutschen Standorte im Reifen- und Maschinenbaugeschäft "mit zusätzlichen Aufgaben und Verantwortlichkeiten" zu stärken und dabei auch "Investitionen für die Modernisierung" zuzusichern. Es gehe um über 20 Werke und 20.000 Beschäftigte in der Bundesrepublik.

Im Gegenzug werde man den Weg dafür freimachen, dass Conti flexible Instrumente "wie etwa Arbeitszeit- und Entgeltkorridor" nutzen kann, hieß es aus der Gewerkschaft. Personalvorständin Ariane Reinhart erklärte: "Dies kann beispielsweise eine Arbeitszeitabsenkung sein, bei der die freigewordene Zeit immer für die eigene Qualifizierung genutzt werden muss. Auch befristete Beschäftigungssicherungen auf Standortebene sind unter bestimmten Voraussetzungen möglich."

Ein abschließendes Ergebnis gibt es bisher nicht, dieses soll aber noch 2020 stehen. Für die IG BCE sagte Verhandlungsführer Francesco Grioli, es bleibe "Ziel, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden und die Beschäftigten fit zu machen für die Autowelt von morgen".

Transformation mit intelligenten Konzepten

Continental ist in einem tiefen Umbruch zu mehr Software, Sensorik und Elektronik, weltweit könnte dies bis zu 30.000 Jobs treffen. Dass Produktionsorte des profitablen Reifengeschäfts wie das Werk Aachen dichtgemacht werden sollen, hatte zuletzt scharfe Kritik auch aus dem Betriebsrat und der Politik ausgelöst. Grioli bekräftigte: "Die Transformation organisiert man nicht mit Kahlschlägen, sondern mit intelligenten Konzepten, die neue Perspektiven eröffnen."

Die mit der Conti-Führung angestrebte Rahmenvereinbarung solle einen gemeinsamen Ansatz bei der Suche nach Alternativen sicherstellen, nachdem der Konzern aus Sicht von Belegschaftsvertretern jüngst einen Alleingang bei seinen Schließungsplänen durchgezogen hatte. Im Fall Aachen hatte die Kapitalseite die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat überstimmt. Zudem soll es um weitere Ideen zur Qualifizierung gehen. Mitarbeiter werden, wo dies möglich ist, von Conti schon umgeschult. Die IG BCE ergänzte etwa: "So soll beispielsweise durch Kurzarbeit ausgefallene Arbeitszeit für Qualifizierung verwendet werden."

Reinhart versicherte, in der Doppelkrise aus Corona-Absatzrückgängen und Strukturwandel würden Lösungen zusammen erarbeitet: "Im Schulterschluss mit unseren Sozialpartnern suchen wir Modelle, um die Krise zu bewältigen und nachhaltige Weichen für die Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit zu stellen." Man müsse jedoch auch die Lage einzelner Werke im Blick behalten. "Da jeder Standort vor anderen Herausforderungen steht, gibt es keine One-size-fits-all-Lösung." Ein für die Gewerkschaft wesentliches Ziel ist die "möglichst sozialverträgliche" Umsetzung nötiger Kürzungen, wobei Entlassungen vermieden und zeitlich befristet auch ausgeschlossen werden sollen. (dpa)

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