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VW-Abgaskrise: Händlerverband unter Beschuss

Im VW- und Audi-Handel rumort es.

Im VW- und Audi-Handel rumort es. Mehrere Autohäuser beklagen das Auftreten des Partnerverbands im Zuge des Abgasskandal. Sie fordern, den "Schmusekurs" mit den Herstellern zu beenden.


Datum:
02.12.2015
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Im Skandal um manipulierte Abgaswerte und falsche CO2-Angaben wächst die Unzufriedenheit der VW- und Audi-Händler mit der Interessenvertretung und Informationspolitik ihres Partnerverbands (VAPV). Eine Gruppe von Vertriebs- und Servicepartnern hat nun ihrem Ärger in einer Protestnote an die Verbandsspitze rund um den Vorsitzenden Dirk Weddigen von Knapp Luft gemacht.

Angesichts der enormen Herausforderungen verlangen die verstimmten VAPV-Mitglieder, dass sich der Verband "zielführend und angemessen" für die Belange der Betriebe einsetze und auch gegenüber Volkswagen klar positioniere. "Wir glauben, es ist jetzt an der Zeit, den Schmusekurs aufzugeben, den Herstellern die Stirn zu bieten und auch mal 'Nein' zu sagen", heißt es in dem am Montag verschickten Schreiben, das AUTOHAUS vorliegt. Sollte dies nicht möglich sein, "dann wäre es angebracht, wenn uns entsprechende Anwälte in diesen Angelegenheiten und bei den Verhandlungen vertreten".

In dem Schreiben fordern die Verbandskritiker unter anderem Klarheit darüber, wie mit möglichen Kaufvertragsrücktritten verfahren wird und ob Schadensanspruch aus positiver Vertragsverletzung des Händlervertrages entsteht. Auch beim Rückkauf von finanzierten und geleasten Fahrzeugen wollen sie künftig nicht die Zeche zahlen. Die Restwertentwicklung der manipulierten Fahrzeuge sei aktuell nicht abschätzbar. Für Unmut sorgt ferner, dass der Druck der Hersteller bezüglich Absatzzielen und strategischer Ausrichtung – trotz der Betrugsaffäre – nicht nachlässt. Von "Drückermethoden" ist die Rede. Außerdem soll sich der Verband für eine Aussetzung von Mystery Shoppings und Betriebszertifizierungen stark machen.

Servicepartner: Abspaltung droht

Die VW-Händler treibt aber nicht nur den aus ihrer Sicht mangelnden Einsatz des VAPV in der Abgaskrise um. Sie könnten auch nicht erkennen, dass der Partnerverband seine Mitglieder über die Schritte und Gespräche mit dem Hersteller ausreichend informiere. Zugleich warnen sie vor einer drohenden Abspaltung der Servicepartner. Aktuell gibt es bei VW-Werkstätten Überlegungen, einen eigenen Verband zu gründen, weil sie sich vom VAPV nicht mehr ausreichend vertreten fühlen.

Nach Informationen von AUTOHAUS haben sich mittlerweile sechs verschiedene Händlergruppierungen, davon mindestens zwei mit mehr als 50 Unternehmern, formiert. Bei ihren Anliegen sollen sie bereits Hilfe durch mehrere Branchenanwälte in Anspruch genommen haben. Ob und wie die VAPV-Führung letztlich auf die Forderungen reagiert, ist bislang nicht bekannt. Der Verband vertritt in Deutschland 3.000 Handels- und Servicepartner der Marken VW Pkw, VW Nutzfahrzeuge und Audi. (rp/se)

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