Statistik: So wenige neue Firmen wie nie

18.03.2013 13:20 Uhr
Statistisches Bundesamt: In Deutschland ist offenbar die Gründerstimmung verflogen.

In Deutschland ist offenbar die Gründerstimmung verflogen. Das gilt insbesondere für das Kfz-Gewerbe, wie eine Auswertung des Statistischen Bundesamts zeigt.

In Deutschland wurden 2012 etwas über 134.000 Betriebe neu gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, entfielen davon 3.633 Betriebsgründungen auf den Bereich "Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz". Das sind fast 14 Prozent weniger als 2011. Insgesamt gingen die Neugründungen deutschlandweit um sieben Prozent zurück, so wenige wie noch nie seit Beginn der Erhebung 1996, sagte eine Statistikerin.

Immerhin sank auch die Zahl der vollständigen Betriebsaufgaben in der Branche, während sie allgemein leicht stieg. Stellten 2011 im Kfz-Gewerbe noch 3.683 Betriebe ihr Geschäft ein, waren es 2012 noch 3.565. Insgesamt gaben im vergangenen Jahr 122.000 größere Betriebe ihr Gewerbe auf, etwa 2,5 Prozent mehr als 2011.

Dass sich 2012 so wenige Menschen wie nie zuvor in Deutschland selbstständig machten, begründeten die Statistiker auch mit dem derzeit robusten Arbeitsmarkt und der hohen Beschäftigung. Nach früheren Angaben der Förderbank KfW spielt zudem eine Rolle, dass zuvor arbeitslose Unternehmensgründer seit Ende 2011 nicht mehr automatisch auf Antrag einen Zuschuss der Bundesagentur für Arbeit bekämen.

"Früher hatten Gründer aus der Arbeitslosigkeit heraus darauf einen Rechtsanspruch, jetzt ist es eine Ermessensleistung der Arbeitsagentur", hatte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner erklärt. Dabei gehe es um Zuschüsse von anfangs monatlich 300 Euro. Die schwache Konjunkturentwicklung 2012 erhöhe zudem die Wahrscheinlichkeit, mit einem jungen Unternehmen zu scheitern. (dpa/ng)

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