Autos verbrauchen nicht nur Benzin oder Diesel, sondern auch immer mehr Strom, um die Ansprüche der Autofahrer nach Komfort, Leistung und Sicherheit zu erfüllen. Der Automobilzulieferer Siemens VDO Automotive AG hat diesen Anforderungen jetzt mit der Entwicklung der Software "Power Trader" Rechnung getragen. Wie das Unternehmen mitteilte, erlaubt das Programm den elektrischen Systemen im Auto, ihren Strombedarf untereinander nach Angebot und Nachfrage zu regeln. So können sicherheits- und fahrrelevante Systeme ihren Strombedarf auch dann decken, wenn andere Großverbraucher aus dem Komfortbereich mehr benötigen, als in der aktuellen Fahrsituation insgesamt zur Verfügung steht, hieß es. Die Funktionsweise erklärt folgendes Beispiel: Werden beim Überholen ein elektrisch angetriebener Turbolader und andere Antriebskomponenten eingesetzt, dann wird die Sitzheizung für Sekundenbruchteile heruntergeregelt, bis wieder genügend elektrische Leistung vorhanden ist. Die Software hierfür könne ohne größere Änderungen am elektrischen System des Fahrzeuges oder zusätzliche Steuergeräte eingeführt werden und sei damit kurzfristig verfügbar, so der Zulieferer weiter. Eine weitere Innovation ist laut Siemens VDO der "Integrierte Starter-Generator" (ISG), mit dessen Serienreife ab 2010 zu rechnen ist. Mit ihm können dauerhaft mehr als sechs Kilowatt erzeugt werden. Allerdings ist es dabei notwendig, gleichzeitig die Bordnetzspannung auf 42 Volt anzuheben. Neben der Verbesserung der Stromversorgung kann der ISG auch dafür eingesetzt werden, in der Beschleunigungsphase den Motor zu unterstützen oder bei Stop-and-go-Fahrten den Antrieb vollständig zu übernehmen. Um solche Funktionen zu realisieren, sollen besonders leistungsfähige Kondensatoren, so genannte Supercaps, eingesetzt werden. (rp)
Siemens VDO entwickelt Energiemanager für das Auto
Neue Software soll den Ansprüchen nach mehr Komfort, Leistung und Sicherheit gerecht werden