Schaeffler: Frisches Geld über Kapitalerhöhung

Schaeffler will mit einer Kapitalerhöhung frisches Geld in die Kassen spülen. 
© Foto: Schaeffler

Als Zulieferunternehmen mit Schwerpunkt Automobilindustrie ist Schaeffler derzeit nicht auf Rosen gebettet. Jetzt will sich das Unternehmen frisches Geld holen, um in Zukunftsfelder investieren zu können. Die Aktionäre sollen im September zustimmen.


Datum:
20.08.2020
Lesezeit: 
2 min

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Der in der Corona-Krise in die roten Zahlen gerutschte Automobil- und Industriezulieferer Schaeffler will durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld in die Kassen spülen. Das im Nebenwerteindex SDax notierte Unternehmen lädt seine Aktionäre am 15. September zu einer außerordentlichen Online-Hauptversammlung ein, auf der über die Schaffung von genehmigtem Kapital für bis zu 200 Millionen neue Aktien abgestimmt werden soll, wie Schaeffler am Donnerstag im fränkischen Herzogenaurach mitteilte.

"Es ist jetzt wichtig, die Firma noch zukunftsfähiger zu machen und dort, wo sinnvoll, das Porfolio zu ergänzen", sagte Schaeffler-Vorstandschef Klaus Rosenfeld der Deutschen Presse-Agentur. Er nannte Tätigkeitsfelder wie Windkraft, Wasserstofftechnik und E-Mobilität als Möglichkeiten für denkbare Zukäufe.

Ohne Staatshilfen ausgekommen

"Wir sind bisher vergleichsweise gut durch die Krise gekommen", sagte Rosenfeld. Schaeffler habe keine Staatshilfen gebraucht, auch keine neuen Schulden gemacht. "Wir wollen jetzt die Transformation der Schaeffler-Gruppe vorantreiben", betonte er. "Wir werden dieses Unternehmen erfolgreich durch die Krise führen und wir werden als Gewinner daraus hervorgehen."

Die Eigentümerfamilie Schaeffler stehe voll hinter dem Unternehmen, sagte Rosenfeld. Die Familie hält gegenwärtig die 500 Millionen Stammaktien des Unternehmens und damit 100 Prozent der Stimmrechte. Die derzeit 166 Millionen stimmrechtslosen Vorzugsaktien sind im Streubesitz. Auf die im Falle eines positiven Beschlusses bis zu 200 Millionen neuen Vorzugsaktien könne auch die Familie Schaeffler zugreifen.

Schaeffler hatte zunächst mit der Absatzkrise in der Automobilindustrie zu kämpfen und musste wie viele Zulieferer in Deutschland ein Restrukturierungsprogramm auflegen. Dann kam die Corona-Krise noch dazu. In den ersten beiden Quartalen des laufenden Jahres liefen Verluste auf. Der Umsatz brach in den ersten sechs Monaten um 21,8 Prozent auf 5,57 Milliarden Euro ein, der Konzernverlust rutschte unter dem Strich auf 353 Millionen Euro, nach einem Gewinn von 273 im Vorjahreszeitraum. (dpa)

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