Eine neue Testanlage für die elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) von Fahrzeugen und Komponenten hat Renault in seinem Technikzentrum Aubevoye (Normandie) eingeweiht. Die Einrichtung diene dazu, gegen solche Störeinflüsse unempfindlich Fahrzeuge zu entwickeln, teilte der Hersteller mit. Dazu gehören etwa Radiosender, Radaranlagen und Mobiltelefone. Darüber hinaus prüfen die Experten in dem Zentrum die Strahlung, die von den Automobilen selbst ausgeht, sowie die Sende- und Empfangsleistung von Funkantennen. Das Zentrum bündele das EMV-Wissen von Renault erstmals unter einem gemeinsamen Dach. Künftig werden in der zehn Mio. Euro teuren Anlage alle neuen Modelle der beiden Allianzmarken Renault und Nissan getestet. Herzstück sind drei rings um einen Kontrollraum gruppierte Faradaysche Käfige, die sämtliche elektromagnetische Störeinflüsse von außen fern halten. Jeder Käfig beherbergt einen anderen Prüfstand, darunter eine Radiofrequenzkammer für Funkantennen. In dem zweiten Stand testet Renault die Unempfindlichkeit gegenüber Störungen. Dabei wird das Fahrzeug über vier Antennen elektrischen Feldstärken von über 100 Volt pro Meter (V/m) und Hochfrequenzstrahlungen zwischen 100 Kilohertz und drei Gigahertz ausgesetzt. Um möglichst realitätsnahe Verhältnisse zu simulieren, befinden sich die Testwagen dabei auf einem Rollenprüfstand. Auf dem dritten Prüfstand testet der Hersteller die elektromagnetische Strahlung, die die Fahrzeuge selbst aussenden, insbesondere über die Mobilfunkantenne. Derzeit befassen sich laut Renault 30 Spezialisten mit der EMV-Optimierung von Fahrzeugen und Komponenten. Als erstes Fahrzeug wird der Nachfolger des aktuellen Laguna in dem neuen EMV-Prüfzentrum getestet. (ng)
Renault eröffnet neues EMV-Prüfzentrum
Hersteller möchte elektromagnetische Störeinflüsse auf Fahrzeuge minimieren