Die Einschätzung der BRV-Mitglieder zur aktuellen und zukünftigen Entwicklung im Reifenfachhandel liegt weiterhin im positiven Bereich. Insgesamt zeigt sich eine stabile Stimmung zum Start in die Wechselsaison. Das geht aus dem aktuellen Branchenbarometer des Bundesverbands Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk (BRV) hervor. Die Abfrage zum aktuellen Branchenbarometer für das 4. Quartal 2026 erfolgte im September und Oktober. Der BRV-Branchenindex liegt mit 103 Punkten leicht über der vorangegangenen Abfrage im Frühjahr (Q2/2026: 102 Punkte).
Die aktuelle Lage des Reifenfachhandels wird von 56 Prozent (Q2/2026: 52 Prozent) der Befragten als gut bzw. sehr gut bewertet. Fünf Prozent (acht Prozent) beurteilen die Situation als schlecht oder sehr schlecht. Weiterhin wird die eigene Betriebssituation positiver eingeschätzt als die allgemeine Branchenlage: 65 Prozent der Befragten bewerten die Lage ihres eigenen Betriebes als gut bzw. sehr gut. Sechs Prozent sehen die eigene Situation als schlecht oder sehr schlecht an.
Bei den betriebswirtschaftlichen Kennzahlen zeigt sich laut BRV-Umfrage hinsichtlich der Entwicklung im letzten Quartal (Juli bis September) im Vergleich zum Vorjahresquartal folgendes Bild:
- Bei den Reifenstückzahlen berichten18 Prozent der Befragten von Zuwächsen, 25 Prozent von Rückgängen. Bei 54 Prozent blieb die Entwicklung unverändert.
- 25 Prozent konnten ihren Umsatz steigern, während 25 Prozent Rückgänge verzeichneten. Bei 42 Prozent blieb der Umsatz auf Vorjahresniveau.
- Beim Rohertrag berichten 21 Prozent der Betriebe Verbesserungen, ebenso viele berichteten von einer Verschlechterung. Mit 53 Prozent entfällt die Mehrheit auf die Einschätzung "gleichbleibend".
- Bei der Beurteilung der Werkstattauslastung zeigt sich laut BRV ein positives Bild: 35 Prozent der Betriebe meldeten eine höhere Auslastung als im Vorjahresquartal. 16 Prozent verzeichneten einen Rückgang, bei 44 Prozent blieb die Auslastung unverändert.
Für das vierte Quartal 2026 rechneten die Betriebe zum Zeitpunkt der Abfrage überwiegend mit einer stabilen bis positiven Entwicklung. Besonders bei Umsatz, Rohertrag und Werkstattauslastung überwiegen die positiven Erwartungen gegenüber den negativen Einschätzungen. So erwarten 36 Prozent eine Umsatzsteigerung, 31 Prozent eine Verbesserung des Rohertrags und 38 Prozent eine höhere Werkstattauslastung.
Spezialthema Weiterbildung
Das Spezialthema des aktuellen Branchenbarometers widmet sich der Weiterbildung. Die Ergebnisse zeigten laut BRV, dass Qualifizierung im Reifenfachhandel einen hohen Stellenwert hat, die betriebliche Planung und Nutzung der Angebote jedoch noch Potenzial bieten.
44 Prozent der befragten Betriebe verfügen über kein festes jährliches Weiterbildungsbudget pro Mitarbeiter. 14 Prozent stellen bis zu 500 Euro zur Verfügung, elf Prozent zwischen 501 und 1.000 Euro. Ein Budget von mehr als 2.000 Euro pro Mitarbeiter und Jahr geben nur neun Prozent der Betriebe an.
Bei der Frage nach dem bevorzugten Schulungsformat zeigt sich, dass Präsenzveranstaltungen weiterhin einen hohen Stellenwert genießen. 47 Prozent bevorzugen Präsenz-Lehrgänge, während sich neun Prozent grundsätzlich für Online-Workshops bzw. Webinare aussprechen. Für 44 Prozent kommt es auf das jeweilige Thema an oder beide Formate sind gleichermaßen geeignet. Als Vorteile der Präsenzveranstaltungen werden vor allem die bessere Wissensvermittlung, der persönliche Austausch und die höhere Konzentration genannt.
Die Bedeutung fachlicher Qualifikation wird auch mit Blick auf die Beschäftigten deutlich: Im Durchschnitt verfügen 77 Prozent der Mitarbeiter in den befragten Betrieben über eine Fachausbildung.