Das Comeback alter Regionalkürzel auf Auto-Nummernschildern in Deutschland kommt voran. Zwei Wochen nach Inkrafttreten der Rechtsgrundlage hat das Bundesverkehrsministerium auf Antrag mehrerer Länder gut 70 alte Kürzel genehmigt, die bei Gebietsreformen weggefallen waren.
In Sachsen können demnach 45 alte Buchstabenkombinationen reaktiviert werden, in Nordrhein-Westfalen elf und in Niedersachsen 8, wie das Ministerium auf Anfrage am Mittwoch in Berlin mitteilte. Damit wurden Informationen der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch) bestätigt. Rheinland-Pfalz wurden 6 Retro-Kürzel genehmigt, Schleswig-Holstein eines. Aus Thüringen lagen im Ministerium 20 Altkennzeichen vor, für die es zunächst noch keine Genehmigungsbescheide gab.
Seit 1. November können Länder beim Bund alte Kürzel beantragen. Viele Kreise haben sich dafür ausgesprochen und wollen so die regionale Identität stärken. Der Bund genehmigt die Kürzel in der Regel, wenn sie nicht schon vergeben sind und nicht gegen gute Sitten verstoßen.
Der Deutsche Landkreistag hat die Rückkehr alter Regionalkürzel als Schildbürgerstreich kritisiert. Dies behindere das Zusammenwachsen in Landkreisen, die bei Gebietsreformen geschaffen wurden, sagte Hauptgeschäftsführer Hans-Günter Henneke am Donnerstag. In Sachsen würden etwa Kürzel reaktiviert, die es nur von 1991 bis 1994 gegeben habe. "Was das mit Identitätsstiftung zu tun hat, bleibt ein Rätsel." In der alten Bundesrepublik müsse man an die 60 Jahre alt sein, um jemals ein Altkennzeichen besessen zu haben. (dpa)