Die Union zur Förderung von Proteinpflanzen (UFOP) hat einen neuen Flächenrekord beim Anbau des Biodiesel-Grundstoffs Raps konstatiert. Auf insgesamt 1,4 Mio. Hektar würde in diesem Jahr hierzulande die Ölpflanze kultiviert. Dies entspricht laut Verband einer Fläche, die fast der Größe Schleswig-Holsteins entspricht. Die Top Ten der Bundesländer in Sachen Rapsanbau führt Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 238.000 Hektar vor Bayern mit rund 173.000 Hektar und Sachsen-Anhalt mit rund 163.000 Hektar an. Im Schnitt wird jeder der zur Ernte 2006 angebauten 1,4 Mio. Hektar laut UFOP etwa 1.600 Liter Rapsöl liefern. "Unter Beachtung aller pflanzenbaulichen Aspekte wird es möglich sein, bis zum Jahr 2010 eine Rapsanbaufläche von 1,8 Millionen Hektar zu erreichen", hieß es in einer Verbandsmitteilung. Eine weitere Ausdehnung werde durch die Fruchtfolgeansprüche der Rapspflanze verhindert. So wird Raps im Folgejahr nicht wieder auf dem gleichen Acker angebaut; Landwirte müssten eine drei- bis vierjährige Pause einhalten, um dauerhaft hohe Erträge zu sichern. Während sich die Biodieselbranche über die derzeit in leuchtend gelber Blüte stehenden Rapsfelder freut, sind sie nicht nur für Allergiker ein Ärgernis. Laut dem Online-Dienst der Tageszeitung "Heilbronner Stimme" sind die Pflanzen u.a. für den gelben Pollenstaub verantwortlich, der aktuell viele Autos und Möbel überzieht. Dies bestätigte ein Mitarbeiter des örtlichen Landwirtschaftsamts der Zeitung. Als weitere "Verdächtige" wurden von den Beamten allerdings auch Baum- und Gräserpollen genannt. Längere Förderung gefordert Nachdem sich die Regierungskoalition kürzlich auf die Fortsetzung der steuerlichen Förderung von Biokraftstoffen in Reinform bis 2009 geeinigt hatte (wir berichteten), haben nun landwirtschaftliche und mittelständische Erzeuger des Ökosprits eine Verlängerung bis 2015 gefordert. Der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, forderte gar eine Steuerentlastung wie beim Erdgas bis 2020. (ng)
Neuer Rekord beim Rapsanbau
Biodiesel-Grundstoff blüht derzeit auf 1,4 Millionen Hektar / Längere Förderung gefordert