Arbeitgeber und IG Metall haben sich auf einen neuen Tarifvertrag in der Metall- und Elektroindustrie geeinigt und damit in letzter Minute Streiks in der wichtigsten deutschen Branche abgewendet. Nach einem fast 23-stündigen Verhandlungsmarathon vereinbarten beide Seiten am Mittwoch in Sindelfingen eine zweistufige Entgelterhöhung von insgesamt 4,2 Prozent, Einmalzahlungen sowie die Möglichkeit für Sonderregelungen in den Betrieben. Unmittelbar nach der Einigung im Tarif-Pilotbezirk Baden- Württemberg schloss Südwestmetall-Chef und Verhandlungsführer Stefan Roell einen Arbeitsplatzabbau in der Branche nicht aus. Gesamtmetall-Präsident Martin Kannegiesser empfahl den Arbeitgebern trotzdem die Übernahme des Kompromisses. Der IG Metall-Vorsitzende Berthold Huber betonte ebenfalls: "Natürlich werden auch wir empfehlen, die Einigung in allen Bezirken zu übernehmen." Die Beschäftigten im Südwesten erhalten nun vom 1. Februar 2009 an 2,1 Prozent mehr Geld. Die volle Erhöhung der Entgelte von 4,2 Prozent soll von Mai an gelten. Allerdings kann dieser Schritt auf betrieblicher Ebene - je nach der wirtschaftlichen Situation in den Betrieben - um bis zu sieben Monate bis Dezember aufgeschoben werden. Für November 2008 bis Januar 2009 wird zudem eine Einmalzahlung von insgesamt 510 Euro gezahlt. Im September 2009 soll es nach Angaben der Arbeitgeber eine weitere Zahlung von 122 Euro geben - aus betriebswirtschaftlichen Gründen kann diese aber auch gestrichen werden. Die Laufzeit des Tarifvertrages beträgt 18 Monate bis zum April 2010. (dpa)
Metall-Tarifeinigung: 4,2 Prozent mehr in zwei Stufen
Neben der zweistufigen Entgelterhöhung wurden Einmalzahlungen sowie die Möglichkeit für Sonderregelungen in den Betrieben vereinbart. Der Vertrag soll in anderen Bezirken übernommen werden.