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Lockdown verlängert: Autohäuser bleiben weiter geschlossen – ZDK bangt um Existenzen

Bis Mitte Februar müssen die Showrooms hierzulande nach derzeitigem Stand wohl noch geschlossen bleiben. Damit ist das wichtige Frühjahrsgeschäft in Gefahr.
© Foto: picture alliance / Fotostand | Fotostand / Gelhot

Am Dienstag haben Bund und Länder eine weitere Verlängerung und Verschärfung der Lockdown-Regeln beschlossen. Die Schauräume der Autohäuser bleiben daher weiter geschlossen. Der ZDK warnt schon jetzt eindringlich vor den möglichen Folgen.


Datum:
20.01.2021
Lesezeit: 
5 min
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Die Menschen und Unternehmen in Deutschland brauchen in der Corona-Pandemie weiter Geduld: Bund und Länder haben den Lockdown aus Sorge über die Virusmutation bis Mitte Februar verlängert. Dabei wurden einige Regeln verschärft. So müssen in Bus und Bahn sowie beim Einkaufen künftig die besser schützenden FFP2-Masken oder OP-Masken getragen werden - Alltagsmasken aus Stoff reichen nicht mehr aus. Ab wann die neuen Regeln gelten, entscheiden die Bundesländer selbst. Ab heute beraten mehrere Landesregierungen darüber.

Strengere Regeln sind auch am Arbeitsplatz vorgesehen. Arbeitgeber müssen Arbeit im Homeoffice zulassen, wenn das möglich ist. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) forderte die Beschäftigten und Unternehmen auf, die neuen Homeoffice-Möglichkeiten massiv zu nutzen. Zugleich warnte er Arbeitgeber davor, die Möglichkeit zum Homeoffice willkürlich abzusagen und kündigte Kontrollen an.

Bundeskanzlerin Merkel erklärte, die Mutation mache das Virus wahrscheinlich deutlich ansteckender. "Noch ist gewissermaßen Zeit, die ganze Gefährlichkeit auch einzudämmen." Dafür müsse aber jetzt gehandelt werden, sonst könnten die Infektionszahlen schnell stark ansteigen. Es gehe um Vorsorge für das Land und die Bürger, aber auch für Wirtschaft und Arbeitswelt. Derzeit sind die Zahlen nach Experteneinschätzung noch viel zu hoch, um Lockerungen wagen zu können. "Aktuell sind wir bei knapp unter 5.000 Intensivpatienten in Deutschland - da müssen wir noch deutlich runter", teilte die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin der "Rheinischen Post" mit. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag am Mittwoch bei 123,5 - als Zielwert gelten 50.

Der Handel bangt um das wichtige Frühjahrsgeschäft

Für Deutschlands Autohäuser bedeutet das, dass einmal mehr alle Appelle und Vorschläge zu einer Wiedereröffnung des Handels unter strengsten Hygieneauflagen ungehört verhallt sind. Mit Ausnahme von Thüringen bleiben auch weiterhin alle Showrooms bis Mitte Februar geschlossen. Das sorgt in der Branche für tiefe Sorgenfalten. "Mit der Verlängerung des Lockdowns wird die Schraube wieder ein Stück weitergedreht und erhöht den wirtschaftlichen Druck auf die mittelständisch geprägten Automobilhändler“, erklärte der Vizepräsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), Thomas Peckruhn. Natürlich müsse das Virus gestoppt werden, man brauche aber auch eine "Perspektive für das existentiell wichtige Frühjahrsgeschäft", das nicht noch einmal dem Lockdown zum Opfer fallen dürfe. Sonst könnte es aufgrund der fehlenden Einnahmen für viele Betriebe sehr eng werden, zumal viele bereits für die aufwändige Transformation zur E-Mobilität finanziell an die Schmerzgrenze gehen müssen. "Wir betreiben ein kapital- und beratungsintensives Geschäft mit hochwertigen Gütern", betonte Peckruhn.

Er wies darauf hin, dass es derzeit kaum möglich sei, das Volumen der Fahrzeugbestellungen für das Frühjahrsgeschäft zu kalkulieren. Dadurch bestehe das Risiko, dass der Handel am Ende massenhaft auf georderten Autos sitzen bleibt. Die Verluste könnten dann bundesweit in die Milliarden gehen, so der ZDK-Vize. "Dadurch werden viele Existenzen gefährdet", warnte Peckruhn. Deshalb seien zusätzliche Entschädigungen für den Autohandel erforderlich. Noch besser sei allerdings, die Autohäuser schnell wieder zu öffnen. Das könnte angesichts der bis dato ungehört verhallten Appelle derzeit ein frommer Wunsch bleiben. (dpa/aw)

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