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Kfz-Gewerbe in der Dieselkrise: "Die Lage spitzt sich weiter zu"

Bei der Pressekonferenz zur Mitgliederversammlung in Stuttgart präsentieren Harry Brambach, Präsident des gastgebenden Landesverbandes Baden-Württemberg, ZDK-Vizepräsident Wilhelm Hülsdonk, ZDK-Präsident Jürgen Karpinski und ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn (v.l.) den neuen Pro-Diesel-Aufkleber des Verbands.
© Foto: Doris Plate/AUTOHAUS

Die Dieselkrise verhagelt den Autohäusern die Stimmung immer mehr. Der ZDK hat nun exemplarisch berechnet, mit welchen Restwert-Verlusten die Betriebe aktuell rechnen müssen.

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Die Stimmung im deutschen Kfz-Gewerbe ist so schlecht wie seit drei Jahren nicht mehr. Wie der Dachverband ZDK am Donnerstag in Stuttgart mitteilte, erreicht der Geschäftsklima-Index mit 102,2 Punkten den niedrigsten Stand der Vergleichsquartale seit 2015. So schätzt momentan ein Fünftel (21,3 Prozent) der befragten Autohäuser und Werkstätten die aktuelle Geschäftslage als "schlecht" ein. Zum Vergleich: Vor einem Jahr lag dieser Wert lediglich bei 11,1 Prozent.

Große Probleme bereitet der Branche vor allem das Fahrzeuggeschäft. Den Neuwagenverkauf beurteilen die Kfz-Unternehmen mit knapp 30 Prozent negativ (Vorjahr 18,6 Prozent). Noch düsterer sieht es im Gebrauchtwagenhandel aus: Hier liegt die Negativ-Quote mittlerweile bei einem Drittel, vor einen Jahr waren es 12,3 Prozent. Immerhin: Im Service klagen lediglich 2,1 Prozent der Betriebe über eine zu niedrige Werkstattauslastung, zwei Drittel hingegen bewerten sie als "gut" und knapp ein Drittel als "befriedigend".

ZDK-Präsident Karpinski erklärte bei der Vorstellung der Umfrage-Ergebnisse, dass sich die Lage im Automobilhandel weiter zuspitze und zum Teil existenzbedrohend sei. "Das trifft vor allem auf Betriebe zu, die jetzt und in nächster Zeit mit zahlreichen Diesel-Fahrzeugen als Leasing-Rückläufer konfrontiert würden."

Verluste von rund 330 Millionen Euro errechnet

Seine Aussagen untermauerte Karpinski mit einer Modellrechnung des Verbands, die Verluste im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich befürchten lässt. So seien in den Monaten Mai bis August 2015 rund 73.400 Euro 5-Diesel verleast worden, die jetzt nach der üblichen dreijährigen Leasingdauer in den Handel zurückkommen. Bei einem durchschnittlichen Gebrauchtwagenpreis von 15.110 Euro laut DAT hätten diese Fahrzeuge einen Wert von rund 1,1 Milliarden Euro.

Im Frühjahr 2018 hatten zwei Drittel von 1.817 Händlern auf eine ZDK-Blitzumfrage geantwortet, dass sie Euro 5-Dieselfahrzeuge nur noch mit Abschlägen zwischen zehn und 50 Prozent vermarkten könnten (wir berichteten). Karpinski: "Wenn wir den Mittelwert von 30 Prozent Abschlägen als Basis nehmen heißt das: Der Handel muss zwischen Mai und August dieses Jahres mit Verlusten in Höhe von rund 330 Millionen Euro rechnen." Die bereits realisierten Verluste aufgrund von Leasingrückläufern würden um ein Vielfaches höher liegen.

Um vor allem die Euro 5-Diesel im Wert zu stabilisieren, fordert der ZDK bereits seit über einem Jahr eine staatlich verordnete Hardware-Nachrüstung dieser Fahrzeuge. "Wer sein älteres Diesel-Fahrzeug mit Hardware freiwillig sauberer machen will, sollte dafür auf eine rechtssichere Regelung zurückgreifen können und von Fahrverboten verschont bleiben", so Karpinski. Das habe er erst kürzlich in einem Brief an den Bundesverkehrsminister angemahnt. "Nur dann werden Dieselfahrzeuge mit ihrem sparsamen und klimafreundlichen Antrieb wieder werthaltig. Und so werden Dieselbesitzer, gewerbliche Flottenbetreiber und vor allem die geballt betroffenen kleinen und mittelständischen Autohäuser aus einer ansonsten ausweglosen Situation befreit." (rp)

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