Kältemittel-Streit: Zulassungsstopp in weiteren EU-Ländern?

17.07.2013 16:21 Uhr
Bei weiterem Ungemach mit den Behörden einiger EU-Länder hat Daimler bereits selbst negative Auswirkungen auf den Ertrag angekündigt.

Wie Frankreich könnten auch bald andere Mitgliedsstaaten bestimmte Daimler-Modelle wegen der Verwendung von R-134a nicht mehr auf die Straßen lassen. R-1234yf-Hersteller Honeywell meldet sich unterdessen mit einer neuen Studie zu Wort.

Im Streit um das Auto-Kältemittel R-134a bekommt Frankreich weitere Unterstützung. Vertreter der EU-Staaten hätten anerkannt, dass das Zurückziehen von Autos angebracht sein könne, teilte die EU-Kommission am Mittwochabend in Brüssel mit. Die französischen Behörden hatten einen Zulassungsstopp für bestimmte Wagentypen des Herstellers Daimler verhängt, weil er das inzwischen für viele Neuwagen verbotene Kühlmittel weiter verwendet. Damit erkennen sie eine vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) erteilte erweiterte Typgenehmigung für Wagen der A-, B- und CLA-Klasse vorerst nicht an (wir berichteten).

"Die Mitgliedsstaaten haben anerkannt, dass bezüglich der Wagen, die nicht konform mit EU-Gesetzgebung sind, Korrekturmaßnahmen ergriffen werden sollen, um die Wagen konform zu machen", schrieb die EU-Kommission. "Eingeschlossen das Zurückziehen von jenen nicht-konformen Fahrzeugen, die bereits auf dem Markt verkauft wurden, wie das bereits von einem Mitgliedsstaat getan wurde." Die EU-Kommission erläuterte, eine endgültige Entscheidung stehe noch aus - diese werde die Brüsseler Behörde selbst treffen. Nach bisheriger Einschätzung sehe sie die Sache aber ähnlich.

Ein Sprecher des Autoherstellers sagte am Abend, zu dem Statement lägen ihm noch keine Informationen vor. Bislang vertrete der Autohersteller die Auffassung, dass die Zulassung des KBA europaweit gültig sei und einer Zulassung in den EU-Mitgliedsstaaten nichts im Wege stehe. Ob und inwiefern eine Entscheidung aus Brüssel sich auf die deutsche Typgenehmigung auswirken würde, konnte eine KBA-Sprecherin am Mittwoch im Vorfeld der Gespräche zunächst nicht sagen. Am Abend war bei der deutschen Behörde niemand zu erreichen.

Zu möglichen Konsequenzen, die drohen, wenn Daimler sich nicht durchsetzt, wollte sich der Daimler-Sprecher nicht äußern. Im Geschäftsbericht heißt es dazu: "Sollte uns dies nicht rechtzeitig gelingen, könnten sich negative Auswirkungen auf die Herstellungskosten der betroffenen Fahrzeuge infolge der Vornahme technischer Anpassungen sowie auf die Absatzentwicklung ergeben."

MEISTGELESEN


STELLENANGEBOTE


KOMMENTARE

Rolf Achtzig

18.07.2013 - 18:15 Uhr

Tja, jetzt passiert wohl genau das, wovor einige schon vor Wochen gewarnt haben. Mercedes bekommt die volle Breitseite aus Brüssel. Die Leute bei der EU haben sicher nicht vergessen, wem sie das Scheitern der CO2-Einsparziele zu verdanken haben. Ob die "liebe Angela" hier noch mal für den "lieben Matthias" und seinen VDA intervenieren wird? Wohl eher nicht. Zumal sie aktuell genug damit zu tun haben dürfte den EU-Kollegen zu erklären, warum neu typgeprüfte Autos von der Bundesbehörde KBA in Deutschland als alt deklariert werden. Bin gespannt, wie lange Mercedes den Nervenkrieg durchhält und wie man sich aus der Zwickmühle befreit. Sollte die EU sie auf das neue Kältemittel zwingen, können sie ihre Autos eigentlich nur noch mit Warnhinweis anbieten.


SAGEN SIE UNS IHRE MEINUNG

Die qualifizierte Meinung unserer Leser zu allen Branchenthemen ist ausdrücklich erwünscht. Bitte achten Sie bei Ihren Kommentaren auf die Netiquette, um allen Teilnehmern eine angenehme Kommunikation zu ermöglichen. Vielen Dank!


NEWSLETTER

Newsletter abonnieren und keine Branchen-News mehr verpassen.


asp AUTO SERVICE PRAXIS Online ist der Internetdienst für den Werkstattprofi. Neben tagesaktuellen Nachrichten mit besonderem Fokus auf die Bereiche Werkstatttechnik und Aftersales enthält die Seite eine Datenbank zum Thema RÜCKRUFE. Im neuen Bereich AUTOMOBILE bekommt der Werkstatt-Profi einen Überblick über die wichtigsten Automarken und Automodelle mit allen Nachrichten, Bildergalerien, Videos sowie Rückruf- und Serviceaktionen. Unter #HASHTAG sind alle wichtigen Artikel, Bilder und Videos zu einem Themenspecial zusammengefasst. Außerdem gibt es im asp-Onlineportal alle Heftartikel gratis abrufbar inklusive E-PAPER. Ergänzt wird das Online-Angebot um Techniktipps, Rechtsthemen und Betriebspraxis für die Werkstattentscheider. Ein kostenloser NEWSLETTER fasst werktäglich die aktuellen Branchen-Geschehnisse zusammen. Das richtige Fachpersonal finden Entscheider auf autojob.de, dem Jobportal von AUTOHAUS, asp AUTO SERVICE PRAXIS und Autoflotte.