Die Hochschule Coburg testet in einem von Bundesverkehrsminister Peter Raumsauer gestarteten Großversuch u.a. mit Daimler und Volkswagen "Diesel R33". Dabei handelt es sich um einen Treibstoff, der neben den Mineralölanteilen und den sieben Prozent Biodiesel weitere 26 Prozent hydriertes Pflanzenöl enthält.
In einer Flotte von rund 280 Fahrzeugen unterschiedlichen Alters und Nutzungsart soll in einer zweijährigen Testphase die Alltagstauglichkeit und Verträglichkeit mit allen Motorkonzepten aufgezeigt werden. Auch soll herausgefunden werden, ob Diesel R33 einen positiven Einfluss auf die Haltbarkeit des Motoröls hat und wie die Bilanz der Treibhausgasemissionen ausfällt.
Hydriertes Öl wird zwar auch aus Pflanzen gewonnen, ist aber kein Biodiesel im herkömmlichen Sinne. Beim bekannten Biodiesel handelt es sich um einen veresterten Kraftstoff, der, in höheren Dosen dem Diesel beigemischt, zu einigen Problemen führt. Seine zähen Molekülketten verbrennen besonders im kalten Motor nicht vollständig. Sie landen in der Ölwanne und lassen das Motoröl schneller altern. Außerdem macht Biodiesel den Einspritzdüsen zu schaffen, was eine saubere und effiziente Verbrennung behindert. Kaltstartprobleme bei niedrigen Temperaturen kommen hinzu.
Hydrierte Pflanzenöle hingegen sind nicht verestert, sondern werden in einer katalytischen Reaktion mit Wasserstoff in Kohlenwasserstoffe umgewandelt. Das Ergebnis ist ein hochwertiges Gemisch wie ein richtiger Dieselkraftstoff, das sowohl bei kaltem als auch bei heißem Motor optimal verbrennt und zu einer Verringerung der Abgasemissionen führt. Durch die gute Verträglichkeit mit allen Motorkomponenten könnte so der vorhandene Fahrzeugbestand kurzfristig mit deutlich höheren regenerativen Kraftstoffanteilen umgestellt werden. Das ist jedenfalls die Theorie. In der Praxis existieren für die Beimischung in Kraftstoffen allerdings bisher kaum fundierte Untersuchungen. (sp-x)