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GVA: Keine "Abwrackprämie 2.0"

GVA-Präsident Hartmut Röhl steht einer staatlichen Prämie für den Kauf neuer Fahrzeuge kritisch gegenüber.
© Foto: GVA

Der Gesamtverband Autoteile-Handel hat sich gegen eine staatliche Prämie für den Kauf von Neufahrzeugen ausgesprochen. Das sei weder ökonomisch noch ökologisch sinnvoll.


Datum:
24.04.2020
Lesezeit: 
3 min
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Der Gesamtverband Autoteile-Handel (GVA) steht einer möglichen staatlichen Prämie für den Kauf neuer Kraftfahrzeuge kritisch gegenüber. Eine solche Maßnahme sei weder ökonomisch, noch ökologisch sinnvoll, hieß es in einer Mitteilung.

Rückblickend wurde die im Volksmund eingeführte "Abwrackprämie" in 2009 bezüglich ihrer Umweltbilanz aus der Wissenschaft oft kritisch beurteilt, so der GVA. Auch der ökonomische Nutzen war demnach umstritten: So konnten vor allem Importmarken mit preisgünstigen Fahrzeugen ihre Marktanteile seinerzeit in Deutschland steigern, während die heimischen Hersteller Marktanteile verloren. Darüber hinaus wurden Mitnahmeeffekte bemängelt. Im Kfz-Ersatzteil- und Servicemarkt sorgte die Prämie für Verwerfungen.

GVA-Präsident Hartmut Röhl bezweifelt den Sinn und die Wirksamkeit einer solchen Prämie in der gegenwärtigen Situation: "Der aktuelle Einbruch bei den Verkaufszahlen von Neuwagen hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen waren Autokäufe im stationären Handel durch die zeitweisen Schließungen nicht möglich, sie mussten aufgeschoben werden und können von den Kaufinteressenten nun in der kommenden Zeit nachgeholt werden. Zum anderen sind zahlreiche potenzielle gewerbliche oder private Neufahrzeugkäufer wirtschaftlich von den Auswirkungen der Corona-Krise stark betroffen und haben entsprechende Kaufabsichten deshalb bis auf Weiteres zurückgestellt. Aber dieses Problem wird man nicht mit einer Kaufprämie, die ja in der Regel nur einen Bruchteil des ohnehin marktüblichen Neuwagenrabatts darstellt, lösen."

Eine pauschale Prämie für alle neuen Pkw sei aus Sicht Röhls ökologisch nicht sinnvoll. "Ein aus Sicht der Bundesregierung wichtiges umwelt- und verkehrspolitisches Ziel ist die Erhöhung des Anteils von elektrisch betriebenen Fahrzeugen im Fuhrpark. Vor diesem Hintergrund macht es keinen Sinn, nicht nur die Neuanschaffung von Stromern, sondern auch von Verbrennern zu subventionieren. Wer sich 2020 einen neuen Diesel oder Benziner angeschafft hat, ersetzt diesen in den nächsten Jahren wohl kaum durch ein neues Elektroauto."

Statt Gießkannenprinzip fordert der GVA-Präsident gezieltere Maßnahmen. "Eine Abwrackprämie 2.0 wäre lediglich ein teures und dabei weitgehend unwirksames Subventionsfeuerwerk", so Röhl abschließend. (tm)

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