Gefaltet, günstig, gut

21.07.2008 12:02 Uhr

Kunden ansprechen

Gefaltet, günstig, gut

Ein Werbeflyer ist für eine Werkstatt nur dann eine sinnvolle Investition, wenn er gut durchdacht, sauber produziert und offensiv verteilt wird.

Angenommen, ein zufriedener Kunde will einer Bekannten eine Kfz-Werkstatt weiterempfehlen. Er schwärmt von der hohen Reparaturqualität, dem persönlichen Service und den günstigen Preisen. In diesem Fall ist es ideal, wenn der Kunde seiner Bekannten einen Prospekt der Werkstatt in die Hand drückt, dem sie nicht nur die Telefonnummer entnehmen kann, sondern auch die Anschrift plus Anfahrtsskizze sowie einen Überblick über die Leistungen. Die Chancen, dass sie sich an die Empfehlung erinnert und bei Bedarf tatsächlich vorbeifährt, stehen gut. Auch kleineren und kleinsten Werkstätten empfiehlt die Werbeexpertin Annja Weinberger aus Berlin daher, sich Gedanken über einen Prospekt zu machen, in dem das Unternehmen gut präsentiert wird. "Für eine mittelständische Kfz-Werkstatt muss das kein aufwändiges hochglänzendes Druckwerk sein", beruhigt Weinberger. "Bei guter Konzeption genügt ein Flyer, also ein gefaltetes DIN A4-Blatt." Dieser Meinung sind auch die Anbieter von Werkstattsystemen: Bei nahezu jeder Organisation gehört ein individualisierbarer Flyer zur Werbe-Grundausstattung für die System-Partner. Schließlich ist ein gut gemachter Flyer ein preiswertes und schnell umzusetzendes Werbemittel, das neue Kunden bringen und das Image einer Werkstatt positiv prägen kann.

Mit Langzeitwirkung

Bei Flyern mit allgemeinen, länger gültigen Informationen sprechen Experten daher von Imageflyer. Der kann laut Annja Weinberger durchaus drei bis vier Jahre zum Einsatz kommen, bevor er überarbeitet werden muss. "Das gilt es bei den Überlegungen, welche Informationen in welcher Form aufgenommen werden sollen, zu beachten." Zudem sollte ein Flyer alle für den Kunden wesentlichen Informationen eines Unternehmens und seiner Dienstleistungen auf den Punkt bringen, ergänzt Weinberger. Folgende Informationen gehören in einen Imageflyer:

0 Name, Slogan und Logo der Werkstatt

0 Öffnungszeiten

0 Adresse plus Telefonnummer, Anfahrsskizze, Internet-Adresse

0 eine Erläuterung des Leistungsspektrums, besonderer Dienstleistungen (Hol- und Bringservice, Leihwagen, Wagenwäsche …) und etwaiger Spezialisierungen

0 die Vorstellung des Werkstattinhabers

0 ein Foto des Werkstattinhabers, vielleicht auch des Werkstattteams sowie Außen- und Innenaufnahmen der Werkstatt

0 Informationen zu den für den Kunden relevanten Abläufen wie Terminvereinbarungen, Kostenvoranschläge, Reparaturdauer, Tage, an denen Prüforganisationen in der Werkstatt HU und AU vornehmen, …

0 Die direkte Aufforderung des Lesers, in die Werkstatt zu kommen oder einen Termin zu vereinbaren.

Wichtig ist es laut Annja Weinberger, die Inhalte mit Blick auf die Informationsbedürfnisse des Kunden aufzubereiten. Den Laien begeistert es kaum, wenn die gesamte Werkstattausstattung aufgelistet ist. Nicht jeder weiß um die Vorteile eines Fahrwerkvermessungssystems. Die Stichpunkte "Sicherheit" und "Reduzierung der Reifenabnutzung" lassen einen potenziellen Kunden dagegen schon eher aufhorchen.

"In einem Flyer sollten die typischen Fragen eines neuen Kunden beantwortet werden", so Weinberger. "Die haben beim ersten Besuch einer Werkstatt im Grunde zwei Sorgen: Stimmen Preis und Leistung? Bekomme ich mein Auto auch schnell wieder?" Außerdem gilt es bei der Gestaltung eines Flyers darauf zu achten, dass er zur Werkstatt passt. Ein allzu aufwändiges, edles Exemplar weckt unter Umständen die Befürchtung die Werkstatt sei zu teuer. Aber auch das Gegenteil, die Sparversion in Form eines kopierten DIN A4-Blattes mit kaum erkennbaren Fotos dürfte nicht den gewünschten Werbeeffekt haben.

Die Botschaften verteilen

So wichtig zielgruppengerechte Texte und die saubere Gestaltung (Tipps dazu im nebenstehenden Kasten) auch sein mögen: Damit allein ist es nicht getan. Schließlich muss der Flyer auch unter die Leute gebracht werden. Dazu sollte er zunächst an der Theke zum Mitnehmen ausgelegt werden. Außerdem kann der Imageflyer nach jeder Reparatur ins Auto gelegt werden – in der Hoffnung, dass der zufriedene Kunde ihn weiterleitet. Besser ist es natürlich, wenn der Werkstattmitarbeiter, der Fahrzeug und Rechnung übergibt, dem Kunden dazu noch einen Flyer mit der Bitte um Weiterempfehlung überreicht. Auch als Hauswurfsendung sowie als Beileger in einer regionalen Tageszeitung oder einem Anzeigenblatt kann der Mini-Prospekt zum Einsatz kommen. Mit einem Einlegeblatt, in dem zum Beispiel für einen Frühjahrs-Check oder Reifenservice geworben wird, kann ein Imageflyer sogar für zeitlich begrenzte Sonderaktionen genutzt werden. Auch befreundete Unternehmer mit Kundenkontakt können den Flyer in ihren Geschäftsräumen präsen-tieren. Ideal ist eine Tankstelle in der Region, die keine eigene Werkstatt hat. Nur im Keller verstauben sollten Imageflyer nicht. Eva Elisabeth Ernst

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