Trotz der Attraktivität der Kfz-Branche bei ausbildungswilligen Schulabgängern haben Servicebetriebe Schwierigkeiten, geeigneten Nachwuchs zu rekrutieren. Laut Fachkräftemonitor 2011 (FKM) konnte ein Viertel der ausgeschriebenen Stellen nicht besetzt werden. Zu diesem Ergebnis kam vor einem Jahr der FKM 2011. Die Untersuchung wurde im vergangenen Jahr erstmals vom Institut Technik und Bildung (ITB) in Kooperation mit asp durchgeführt: Diese Situation hat sich nach den neuesten Erkenntnissen verbessert.
Den Angaben zufolge konnten die Befragten im vergangenen Jahr lediglich bei 14 Prozent der offenen Stellen keine geeigneten Auszubildenden finden. Auch der Prozentsatz an Stellen, die ohne Probleme besetzt wurden, stieg von 24 Prozent im Vorjahr auf 39 Prozent. Für den FKM 2012 befragten die Wissenschaftler zwischen zu Beginn des Jahres insgesamt 189 Betriebe mittels eines Online-Fragebogens.
Die Fragestellung der aktuellen Studie bezog sich auf das Übernahmeverhalten der Betriebe. Im Ergebnis übernehmen laut ITB lediglich 47 Prozent der befragten Servicebetriebe die eigenen Auszubildenden nach dem Abschluss. "In 98 der 178 ausbildungsberechtigten Betriebe haben technische Auszubildende im vergangenen Jahr ihre Gesellenprüfung bestanden. Insgesamt schlossen 200 Jugendliche ihre Ausbildung erfolgreich ab", hieß es in der Studie. Die Gründe für die Nichtübernahme: In 38 Prozent der Fälle scheiterte die Anstellung aus betrieblichen Gründen, erklärten die Teilnehmer. Zwölf Prozent der Absolventen verließen von sich aus den Ausbildungsbetrieb nach erfolgreich abgelegter Gesellenprüfung, hieß es.
Betriebsgröße entscheidend
Das Übernahmeverhalten hängt nach Erkenntnissen der Bremer Forscher auf den ersten Blick stark mit der Betriebsgröße zusammen: Betrachtet man die Zahlen, dann scheinen kleine Betriebe weniger geneigt zu sein, ihre Absolventen zu übernehmen: Während in der Betriebsgrößenklasse bis neun Mitarbeiter nur gut jede vierte Firma ihre Auszubildenden übernommen hat, ist es in Betrieben ab zehn Mitarbeitern mehr als jeder zweite. Aber: Diese scheinbare geringere Übernahmeleistung der kleineren Betriebe relativiere sich, wenn man die Absolventen und Übernommenen eines Jahrgangs mit der Anzahl der Gesamtmitarbeiterzahl in Beziehung setze: „Die Betriebe bringen etwa sieben Absolventen pro 100 Mitarbeiter hervor, wobei etwa drei dieser Absolventen auch übernommen werden. Dabei gibt es kaum Unterschiede zwischen den Betriebsgrößenklassen“, heißt es in der Untersuchung.