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Corona-Krise: Kfz-Branche bildet weniger aus

Die Zahl der neuen Ausbildungsverträge ist 2020 gesunken.
© Foto: ProMotor

Autohäuser und Werkstätten haben 2020 deutlich weniger Azubis eingestellt. Für 2021 erwarten viele Experten ebenfalls einen Rückgang des Ausbildungsplatz-Angebots. Ob auch die Zahl der Ausbildungsverträge sinkt, ist aber nicht ausgemacht.


Datum:
02.03.2021
Autor:
Armin Wutzer
Lesezeit: 
4 min
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Die Zahl der Ausbildungsverträge in der Kfz-Branche ist stark rückläufig. Laut den Statistiken des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB) nahm die Zahl der neuen Ausbildungsverträge für Kfz-Mechatroniker bis 30. September 2020 im Vorjahresvergleich um knapp 12 Prozent und die Zahl der Automobilkaufleute um fast 20 Prozent ab. Für das Gesamtjahr liegen aufgrund der Corona-Pandemie und damit verbundenen Schwierigkeiten bei der Erfassung der Ausbildungsverhältnisse allerdings noch keine endgültigen Zahlen vor. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) geht davon aus, dass etliche Betriebe im letzten Quartal noch nachträglich Verträge abgeschlossen haben. Insgesamt rechnet der ZDK daher mit einem Minus von zehn Prozent bzw. 2.350 Ausbildungsverträgen weniger als 2019. Damals wurden in den Autohäusern und Werkstätten 28.200 neue Ausbildungsverträge geschlossen, davon 22.850 für Mechatroniker und 5.350 für Automobilkaufleute.

Weniger Ausbildungsplatz-Angebot erwartet, Zahl der Azubis könnte dennoch konstant bleiben

Wie sich die Zahl der Ausbildungsverträge 2021 entwickelt, darüber ist sich die Branche angesichts der anhaltenden Unsicherheit aber uneinig. So ergab eine Experten-Umfrage unter Vertretern von Autoherstellern, Importeuren, dem Zulieferer Bosch sowie den Landesverbänden des ZDK auf der Jahrestagung der Ausbildungs-Initiative "AutoBerufe", dass 50 Prozent der Branchenvertreter für 2021 von einer rückläufigen Azubi-Zahl ausgehen. Die andere Hälfte wiederum geht davon aus, dass die Zahl der Ausbildungsverträge konstant bleibt oder steigt. Dies betrifft sowohl die gewerblichen als auch die kaufmännischen Berufe in den Autohäusern und Werkstätten. In der Initiative "AutoBerufe" haben sich Partner aus der Automobilbranche zusammengeschlossen, um gemeinsam mehr Nachwuchs für Autohäuser und Werkstätten zu gewinnen.

Relative Einigkeit herrschte in der Expertenbefragung dagegen bei einer anderen Frage: 74 Prozent der Befragten glaubt, dass die Zahl der angebotenen Ausbildungsplätze im gewerblichen Bereich sinken wird. An eine Zunahme glauben nur 26 Prozent. Ähnlich sieht es im kaufmännischen Bereich aus: 72 Prozent erwarten einen Rückgang und nur knapp 20 Prozent eine Zunahme. Das heißt, die Betriebe schaffen in der Krise voraussichtlich weniger Ausbildungsplätze, auf die sich die potentiellen Auszubildenden bewerben können. Dass 50 Prozent der Experten trotz eines mutmaßlich rückläufigen Angebots an Ausbildungsstellen dennoch von einer konstanten Zahl an neuen Ausbildungsverträgen ausgehen, deutet auf das seit Jahren bestehende Missverhältnis von Angebot und Nachfrage und den damit verbundenen Fachkräftemangel hin.

ZDK will Betrieben und Azubis helfen

Weiteres Ergebnis der Umfrage: Fast zwei Drittel der Befragten meinen, dass Ausbildungsbetriebe im digitalen Recruiting, etwa über digitale Ausbildungsmessen, virtuelle Vorstellungsgespräche oder Social Media, nicht besonders fit seien. Um sowohl den Betrieben als auch den potentiellen Azubis bei der Suche nach dem passenden Azubi bzw. dem passenden Ausbildungsplatz zu helfen, hat der ZDK darum zusammen mit dem Landesverband Hessen einen "Betriebefinder" online gestellt.

Schüler, die sich für eine Ausbildung im Kfz-Gewerbe interessieren, können unter wasmitautos.com/betriebefinder gezielt nach Ausbildungsbetrieben in ihrem Umkreis suchen. Über die Suche (Ort oder Postleitzahl) werden den Berufsinteressenten Ausbildungsbetriebe in ihrer Nähe mit Adresse und Kontaktdaten angezeigt. Die Bundesländer Hessen und Hamburg sind mit dem Betriebefinder bereits online. Berlin und das Saarland folgen in den nächsten Tagen, weitere Bundesländer in Kürze.

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