Conti-Reifenvorstand: Neue Preisrunde denkbar

16.05.2011 13:47 Uhr
Conti-Reifenvorstand Nikolai Setzer denkt über weitere Preiserhöhungen nach.
© Foto: Continental

Öl und Kautschuk sind so teuer wie lange nicht: Europas größter Reifenhersteller Continental denkt deswegen vorsichtig über weitere Preiserhöhungen nach.

Wegen der weiterhin teuren Rohstoffe schließt Europas größter Reifenhersteller Continental neue Preiserhöhungen nicht aus. Anhebungen in den kommenden Monaten seien denkbar, sagte der Chef des Pkw-Reifengeschäfts, Nikolai Setzer, in einem Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. "Im Moment ist die Lage noch sehr schwierig abzusehen. Wir werden den Markt genau beobachten und entscheiden, ob wir in eine weitere Runde gehen müssen oder nicht." Die Hannoveraner hatten zuletzt zum 1. Mai die Preise für Pkw-Sommerreifen in Europa um fünf bis acht Prozent angehoben. Auch Winter- und Nutzfahrzeugreifen waren seit Jahresbeginn nochmals teurer geworden. Die Nachfrage bleibt unterdessen stark. In den kommenden drei bis fünf Jahren will Conti daher über eine Milliarde Euro mehr als zunächst geplant in seine Werke investieren. Der Reifen- und der Chemieindustrie macht derzeit vor allem die Preisexplosion beim Naturkautschuk zu schaffen. Zwar habe sich das Niveau kürzlich etwas stabilisiert, berichtete Setzer. Parallel dazu seien jedoch die Beschaffungskosten für Bestandteile künstlicher Kautschuk-Gemische auf Rekordhöhe gestiegen. "Und sie machen keine Anstalten herunterzugehen", betonte der Conti-Vorstand. Durch den anhaltend hohen Ölpreis gebe es zudem kaum Entspannung bei den Ausgaben für Chemikalien, die für die Reifenproduktion nötig sind. Continental steckt angesichts der guten Geschäftslage große Summen in den Ausbau seiner ausländischen Werke. So hatte der Konzern vor kurzem angekündigt, allein 224 Millionen Dollar (rund 158 Millionen Euro) in den US-Standort Mount Vernon (Bundesstaat Illinois) fließen zu lassen. Das Unternehmen will dort rund 450 neue Vollzeitjobs schaffen. Ähnlich viele Stellen sollen im brasilianischen Camaçari hinzu kommen. "Es geht um 180 Millionen Euro für den Pkw- und 80 Millionen für den Truck-Bereich", sagte Setzer. Weitere 200 Millionen seien für den Bau eines russischen Werks veranschlagt. Welcher Standort den Zuschlag bekommt, werde bald entschieden: "Das Rennen ist noch offen." In China ist in dieser Woche offizieller Produktionsstart. (dpa)

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